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	<title>Dolch Archive - Hellas Blog</title>
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	<title>Dolch Archive - Hellas Blog</title>
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		<title>Auf einem Dolch jagen Katzen Wasservögel zwischen Papyrusblüten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 02:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf einem Dolch im Archäologischen Nationalmuseum Athen machen Katzen zwischen Papyrusblüten Jagd auf Wasservögel. Gefunden wurde er im Gräberrund A in Mykene. Die Inventarnummer im Museum ist 765. Im heurigen Jahresthema geht es um besondere Artefakte in Museen. Dieser Dolch gehört für mich definitiv dazu.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im&nbsp;<a href="https://hellas.blog/archaeologisches-nationalmuseum-athen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Archäologischen Nationalmuseum</a>&nbsp;ist ein Dolch zu sehen, auf dem Katzen zwischen Papyrusblüten Jagd auf Wasservögel machen. Im Rahmen des heurigen Jahresthemas geht es um besondere Artefakte in Museen. Für mich gehört dieser Dolch dazu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was machen Wasservögel und Katzen auf einem Dolch?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Dolch habe ich am Anfang des Rundgangs gesehen, im Bereich mit prähistorischen Altertümern. Dort gibt es viele Funde aus dem bronzezeitlichen Mykene.</p>



<figure class="wp-block-image size-full" id="Dolch-aus-Mykene-mit-Katzen,-Vögeln-und-Papyrusblüten"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-1.jpg" alt="Dolch aus Mykene mit Katzen, Vögeln und Papyrusblüten" class="wp-image-15278" title="Dolch aus Mykene mit Katzen, Vögeln und Papyrusblüten" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-1.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-1-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-1-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dolch aus Mykene mit Katzen, Vögeln und Papyrusblüten, Inventarnummer 765</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht wenige dieser Funde hat seinerzeit&nbsp;<a href="https://hellas.blog/heinrich-schliemann/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heinrich Schliemann</a>&nbsp;gemacht. Heute sind sie im Raum 4 des Museums zu sehen. Die Inventarnummer im Archäologischen Nationalmuseum ist 765.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Klinge dieses Dolchs besteht aus Bronze. Sie ist reich mit Einlegearbeiten aus Gold und Silber verziert. Die Verzierungen sind mit einer Technik namens Niello ausgeführt, was auf die hohe Kunstfertigkeit der mykenischen Metallhandwerker hinweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefertigt wurde der Dolch im 16. oder 15. vorchristlichen Jahrhundert. Er gehört zu einer kleinen Gruppe von Luxusobjekten aus dieser Zeit, in denen von der Natur inspirierte Motive zu sehen sind. Mich erinnert das an Wandmalereien aus dieser Zeit, die man auf Santorin oder Kreta gefunden hat. Das ist ein Indiz für den kulturellen Austausch zwischen diesen Räumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schild zu diesem Objekt beschreibt es als&nbsp;<em>Bronzedolch mit eingelegten Verzierungen</em>. Auf der Klinge sei eine nilotische Landschaft mit Katzen dargestellt, die Wasservögel zwischen Papyrusblüten zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur die Papyrusblüten sind ein Hinweis auf Ägypten. Niello war auch ägyptischen Schmieden bekannt. Sowohl Motive auf der Klinge als auch die handwerkliche Technik sind ein Indiz für den kulturellen Austausch mit Ägypten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Vorderseite</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der gesamten Breite der Klinge sehen wir stilisierte Papyrusblüten. Rechts neben der großen Blüte am linken Rand sehen wir eine große Katze, die sich in einer dynamischen Bewegung befindet. Möglicherweise sehen wir einen Löwen. Mich erinnert das ein wenig an den&nbsp;<a href="https://hellas.blog/loewendolch-mykene-athen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Löwendolch</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full" id="Vorderseite-des-Bronzedolchs"><img decoding="async" width="800" height="209" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-2.jpg" alt="Vorderseite des Bronzedolchs" class="wp-image-15276" title="Vorderseite des Bronzedolchs" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-2.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-2-300x78.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-2-768x201.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorderseite des Bronzedolchs, Inventarnummer 765</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Katze wird von einer großen Vogelgestalt begleitet, deren Flügel und Körper durch Gold- und Silbereinlagen hervorgehoben sind. Möglicherweise handelt es sich um eine symbolische Darstellung des Kampfes zwischen Raubtier und Beute. Vielleicht sollen aber auch nur Kraft und Dynamik zu sehen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechts neben der Katze sind weitere Vögel zu sehen, die in verschiedenen Flugpositionen dargestellt sind. Das zeigt nicht nur die gute Beobachtungsgabe des Künstlers, die ich aus der sehr realistischen Darstellung der Tiere ableite. Das Motiv ist auch ein Hinweis darauf, dass die Natur in der mykenischen Vorstellungswelt eine große Bedeutung gehabt haben muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb der zentralen Szene schwimmen Fische und andere Wassertiere. Das deutet auf einen Lebensraum an einem Fluss oder See hin. Der Bezug zu Ägypten legt den Nil nahe, was auch im Begleittext des Museums zum Ausdruck kommt. Das ist aber meiner Meinung nach nur Spekulation.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Rückseite</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die andere Seite ist Dank Spiegeln auch gut zu sehen. Links sehen wir einen Löwen, daneben Vögel und Blüten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full" id="Rückseite-des-Bronzedolchs"><img decoding="async" width="800" height="213" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-3.jpg" alt="Rückseite des Bronzedolchs" class="wp-image-15277" title="Rückseite des Bronzedolchs" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-3.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-3-300x80.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/06/Archaeologisches-Nationalmuseum-Athen-2025-Dolch-Mykene-Katzen-Voegel-Papyrusblueten-3-768x204.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rückseite des Bronzedolchs</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es sich um Papyrus handelt, kann ich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen. Die Pflanzen sind stilisiert dargestellt. Aber mit ihren langen Stängeln und typischen Spitzen sehen sie so aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besuche das Archäologische Nationalmuseum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Adresse des Museums in Athen ist&nbsp;<a href="https://maps.app.goo.gl/dFVa5VpSgLTkjZpf8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">28is Oktovriou 44</a>. Die nächstgelegene Metro-Station ist am Omonia-Platz. Direkt vor dem Museum befindet sich die Bushaltestelle Polytechneio. Der Eintritt kostet 20 Euro, bestimmte Personen erhalten eine Ermäßigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit laufen umfangreiche&nbsp;<a href="https://hellas.blog/archaeologisches-nationalmuseum-erweiterung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten</a>. Deswegen soll es in näherer Zukunft auch vorübergehend für Besucher geschlossen werden. Bitte informiere Dich vor einem Besuch auf der&nbsp;<a href="https://www.namuseum.gr/en/episkepsi/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage des Museums</a>, ob es geöffnet ist.</p>
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		<title>Der Löwendolch von Mykene im Archäologischen Nationalmuseum Athen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologisches Museum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei seinen Ausgrabungen in Mykene hat Heinrich Schliemann einen Dolch gefunden, den man Löwendolch nennt. Er zeigt die Szene einer</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/loewendolch-mykene-athen/">Der Löwendolch von Mykene im Archäologischen Nationalmuseum Athen</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei seinen Ausgrabungen in Mykene hat <a href="https://hellas.blog/heinrich-schliemann/">Heinrich Schliemann</a> einen Dolch gefunden, den man Löwendolch nennt. Er zeigt die Szene einer Löwenjagd. Du siehst ihn im <a href="https://hellas.blog/archaeologisches-nationalmuseum-athen/">Archäologischen Nationalmuseum</a> in Athen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist auf dem Löwendolch zu sehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Löwendolch zeigt eine Szene, in der eine Gruppe Jäger drei Löwen jagen will. Einer der Löwen wehrt die Menschen ab, zwei weitere fliehen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="229" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch.jpg" alt="Löwendolch von Mykene" class="wp-image-7221" title="Löwendolch Mykene" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-300x86.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-768x220.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Löwendolch</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir zunächst zu den Jägern. Ich bespreche sie in Leserichtung: von links nach rechts. Wenn Du in Athen bist, geh ins Archäologische Nationalmuseum uns schau Dir den Löwendolch aus Mykene an. Was Du hier siehst, ist besser als jeder Blockbuster im Kino. Denn es ist echt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="704" height="396" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Jaeger.jpg" alt="Die Jäger auf dem Löwendolch von Mykene" class="wp-image-7218" style="width:400px" title="Die Jäger auf dem Löwendolch von Mykene" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Jaeger.jpg 704w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Jaeger-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 704px) 100vw, 704px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Jäger auf dem Löwendolch</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sehe hier fünf Figuren, die auf die Löwen ansetzen. Es sind vom Körperbau und der Kleidung her alles Männer, die auf Jagd gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Figur ganz links setzt dazu an, einen langen Jagdspeer zu werfen. Sie ist bekleidet mit einer Hose und etwas, das wie ein wallender Mantel aussieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Figur hält einen Bogen in der Hand. Wir sehen sie in einer knieenden, und doch gespannten Körperhaltung. Der Bogen ist gespannt, der Jäger setzt ganz offensichtlich zum Schuss an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Figur in der Mitte ist wie die erste gekleidet und setzt zum Wurf mit dem Speer an. Hinter ihr ist etwas in eckiger Form zu sehen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="480" height="261" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Loewe-toetet-Jaeger.jpg" alt="Ein Löwe tötet einen Jäger" class="wp-image-7220" style="width:400px" title="Ein Löwe tötet einen Jäger" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Loewe-toetet-Jaeger.jpg 480w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Loewe-toetet-Jaeger-300x163.jpg 300w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Löwe tötet einen Jäger</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Jäger (2. von rechts) ist offenbar identisch bewaffnet wie die 1. Figur links. Nur schützt der Mantel ihn von vorne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die fünfte Figur schließlich (ganz rechts) liegt auf dem Boden. Neben diesem Jäger steht noch ein Objekt ähnlich dem, das wir auch bei der Figur in der Mitte sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dolch wurde wahrscheinlich nie zum Kampf genutzt, sondern es diente mehr dekorativen oder kultischen Zwecken. Er selbst ist aus Bronze, neben Gold sind noch Silber und Elektron verarbeitet. Dieser Zierdolch wird in das 16. Jahrhundert vor Christus datiert. Ihr könnt ihn im Archäologischen Nationalmuseum in Athen sehen, die Inventarnummer ist 394.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Woher stammt der Dolch?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dolch stammt aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%A4berrund_A#Grab_IV">Schachtgrab IV</a> in <a href="https://hellas.blog/tag/mykene/">Mykene</a>. Es gehört zur Gräberrunde A, die <a href="https://hellas.blog/heinrich-schliemann/">Heinrich Schliemann</a> 1878 in Mykene entdeckt und ausgegraben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Details: Auf dem Schild eines Jägers sehe ich Muster, die an ein Rinderfell erinnern. Die drei dunklen Flächen auf dem zweiten Schild links vom Löwen sind etwas dunkler als das Schwert. Hier wurde mit Farbeffekten gearbeitet, um das Gezeigte lebendig zu machen. Gewänder, Bewaffnung und auch der Löwe sind mit feinen Linien ausgearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Löwenjagd für die Jäger mit großen Risiken verbunden war, sieht man vor dem Löwen. Dort liegt ein Jäger, der dem Löwen zum Opfer gefallen ist. Die Jäger arbeiten mit Lanzen, die das Tier auf Distanz halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis in die Antike lebten Löwen in Griechenland und dem südlichen Balkan. Die letzte mir bekannte Erwähnung gibt es bei Pausanias im 2. Jahrhundert n.Chr. Er gab allerdings an, dass die Löwen im Gebirge lebten. Das passt nicht zu ihrem natürlichen Lebensraum. Sicher ist allerdings, dass es zur Zeit der Entstehung dieses Dolchs in Griechenland noch Löwen gab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist über den Löwendolch noch zu sagen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einlegearbeiten aus Gold, die wir auf dem Dolch sehen, sind ein sehr beeindruckendes Beispiel der Handwerkskunst aus der Bronzezeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mich beeindruckt, wie fein die Einlegearbeiten ausgeführt sind. Die Szene wirkt auf mich lebendig, der Handwerker war ein echter Meister. Dieser Dolch ist sicherlich eines der schönsten Artefakte, die Heinrich Schliemann bei seinen Ausgrabungen in Mykene gefunden hat.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="131" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Loewen.jpg" alt="Darstellung der Löwen auf dem Löwendolch von Mykene" class="wp-image-7219" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Loewen.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Loewen-300x49.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Loewendolch-Darstellung-der-Loewen-768x126.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Darstellung der Löwen auf dem Löwendolch von Mykene</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Löwendolch besteht aus Bronze. Er ist 23,7 cm lang und 6,3 cm breit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier besprochen habe ich die Seite des Löwendolchs, die dem Besucher gezeigt wird. Er ist allerdings von beiden Seiten verziert. Auf der anderen Seite sieht man einen Löwen in freier Natur. Vor felsigem Terrain jagt er eine Gruppe von Antilopen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dolch sind keine Gebrauchsspuren festgestellt worden. Wäre er im Kampf oder beim Ausweisen eines Tieres verwendet worden, hätte dieser Gebrauch auf den bildlichen Darstellungen Spuren hinterlassen. Wenn dieser Dolch je verwendet wurde, dann wohl nur symbolisch und bei feierlichen Anlässen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der griechischen Bronzezeit symbolisierte der Löwe eine große Stärke. Damit war ein Dolch, der mit einem Löwen verziert war, eine würdige Gabe für einen anerkannten und tapferen Krieger. Da der Löwendolch von Mykene in einem Grab gefunden wurde, darf man annehmen, dass diese Grabbeigabe zwei Funktionen hatte. Zum einen einem sollte der Dolch Zeugnis ablegen von der großen Kraft und Tapferkeit des Verstorbenen. Und zum anderen zollten die Hinterbliebenen dem Toten Respekt, indem sie ihm einen so wertvollen Gegenstand mit ins Grab legten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Waffenfunde in den Schachtgräbern von Mykene</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Man hat in den mykenischen Schachtgräbern viele Waffen gefunden. Daraus kann man schließen, dass die Kultur der Mykener kriegerisch geprägt gewesen sein muss. Schau Dir den Löwendolch und andere Funde aus Mykene im Archäologischen Nationalmuseum von Athen an.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Mykene-Graeberrund-A.jpg" alt="Gräberrund A in Mykene" class="wp-image-7226" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Mykene-Graeberrund-A.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Mykene-Graeberrund-A-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/Mykene-Graeberrund-A-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gräberrund A von Mykene befanden sich mehrere Schachtgräber</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den bronzezeitlichen Festungsbauten in Griechenland kann man gut nachvollziehen, dass die Mykener viel in die Entwicklung ihrer militärischen Infrastruktur investiert haben müssen. Das galt natürlich auch für die Herstellung von Waffen. Ein Dolch wie dieser ist in gewisser Hinsicht „nur“ das Tüpfelchen auf dem I.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig ist dieser Dolch aber auch ein Zeichen sehr weitreichender Handelsbeziehungen. Er ist aus Bronze gefertigt, einer Legierung von Kuper und Zinn. Das Kuper stammte vermutlich aus Zypern, das Zinn aus Zentralasien. Gold bezog man aus Ägypten, Anatolien oder nördlich gelegenen Regionen Europas. Genau habe ich das für diesen Dolch nicht herausfinden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit beweist der Dolch jedenfalls auch, dass Mykene recht weitgehende Handelsbeziehungen zu fernen Ländern unterhielt. Ähnliches ist auch von Santorin bekannt, wo ein <a href="https://hellas.blog/affen-akrotiri/">Fresko mit Affen</a> ein starkes Indiz dafür ist, dass es in der Bronzezeit Handelsbeziehungen bis nach Indien gegeben haben muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Dolch beweist meiner Meinung nach deshalb auch die weitgehenden internationalen Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturzentren, die es bereits in der Bronzezeit gegeben haben muss. Wäre es anders, würde es diesen Dolch nicht geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du siehst den Löwendolch von Mykene heute im Archäologischen Nationalmuseum in Athen. Schau ihn Dir an, wenn Du dort bist.</p>
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