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	<title>ELAS Archive - Hellas Blog</title>
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	<title>ELAS Archive - Hellas Blog</title>
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		<title>Vaso Katraki</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Oct 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Festland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vaso Katraki (Βάσω Κατράκη) war eine griechische Malerin und Grafikerin. Sie lebte vom 5. Juli 1914 bis zum 27. Dezember 1988. Sie ist eine bemerkenswerte Künstlerin, die nicht ohne Grund auch heute noch Aufmerksamkeit erfährt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vaso Katraki&nbsp;(Βάσω Κατράκη) war eine griechische Malerin und Grafikerin. Sie kam am 5. Juli 1914 in Aitoliko zur Welt und starb am 27. Dezember 1988 in Athen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Leben von Vaso Katraki</h2>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Vaso-Katraki"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="200" height="300" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/10/Vaso-Katraki.jpg" alt="Vaso Katraki" class="wp-image-9623" style="width:200px" title="Vaso Katraki"/><figcaption class="wp-element-caption">Vaso Katraki</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Vater war Georgios Leonardos, ihre Mutter Theodora Sarlis. Vaso Leonardos hatte vier : Antonis, Panos, Machi und Mara.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1936 Immatrikulierte sie sich an der Schule der Schönen Künste. Malerei belegte sie bei Konstantinos Parthenis. Ihr Lehrer für Kupferstich war Giannis Kefallinos. Beides waren führende Künstler ihrer Zeit und erkannten Vasos große Begabung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie nahm schon als Studenten zusammen mit Kommilitonen an einer Gruppenausstellung im Saal des Literaturvereins &#8222;Parnassos&#8220; teil. Die gezeigten Werken hatten Inhalte, die gegen Krieg und Faschismus gerichtet war. 1940 schloss sie das Studium mit einem Diplom ab und erhielt ein dreimonatiges Stipendium, um auf Inseln zu malen. Zudem wurde sie dreimal für ihre Kupferstiche ausgzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1941 heiratet sie Georgios Katrakis und heißt nunmehr Vaso Katraki. Alles hätte so schön sein können, wenn Griechenland am <a href="https://hellas.blog/ochi-tag/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">28. Oktober 1941</a> nicht in den zweiten Weltkrieg hineingezogen worden wäre. Während der Besetzung Griechenlands durch die Achsenmächte schloss sie sich als Künstlerin der EAM an. Aus dieser Zeit sind Holzschnitte von ihr erhalten, die von den Kämpfen des griechischen Volkes berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1942 1943 Organisation in EAM-Künstlern. Auch die illegale Ausgabe von EAM ELAS &#8222;von den Kämpfen des griechischen Volkes&#8220; ist mit eigenen Holzschnitten im Umlauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Befreiung Griechenlands 1944 bedeutete für sie und ihren Mann aber keinen Frieden. Der Bürgerkrieg und die anschließende Zeit setzten ihnen zu. Ihr Mann wird 1948 verhaftet und für acht Monate erst nach Limnos und dann nach Makronisos verbannt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Zeit nach dem Bürgerkrieg</h4>



<p class="wp-block-paragraph">1949 ist Vaso Katraki als Gründungsmitglied mit dabei, als sich die Gruppe &#8222;Stathmi&#8220; gründet. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized" id="mothers-1958-vaso-katraki"><img decoding="async" src="https://www.nationalgallery.gr/wp-content/uploads/2022/03/65998_2000_2000-677x1100.jpg" alt="Mothers (1958)" style="width:300px" title="Mothers (1958)"/><figcaption class="wp-element-caption">mothers (Mütter) von 1958<br>(Bildquelle: nationalgallery.gr)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zappeion findet eine erste Ausstellung der Gruppe statt, an der sie mit eigenen Werken teilnimmt. Erst 1955 bekommt sie eine Einzelausstellung und zwar in der Kunstgalerie Zachariou. Die internationale Anerkennung folgt bald. Für eine Gravour erhält sie 1958 den ersten Preis auf der Mittelmeerbiennale von Alexandria. Als die New York University 1959 vier Arbeiten für ihre Kunstgalerie erwirbt, ist der internationale Erfolg perfekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1965 wählte man sie zum zum Ehrenmitglied der <a href="https://www.aadfi.it/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Accademia delle Arti del Disegno</a> in Florenz. 1966 erfolgte eine weitere Anerkennung in Italien. Sie erhielt den internationalen Lithographie-Preis TAMARINT auf der Biennale von Venedig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben diesen Erfolgen stellt sich auch privat ein Glück ein. 1958 kommen ihre Zwillinge Marianna und Spyros zur Welt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Knapp 10 Jahre später verdüstern sich die Wolken allerdings. Als 1967 die Militärdiktatur errichtet wird, ist Vaso Katraki den neuen Machthabern sofort ein Dorn im Auge. Sie wird verhaftet und auf die Sporaden-Insel Gioura verbannt. 1968 lässt man sie auf internationalen Druck hin frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Rückkehr Griechenlands zur Demokratie kann sie ihr früheres Leben weiter führen. 1976 erhält sie den ersten Preis der internationalen Grafikausstellung &#8222;Intergrafik&#8220; in Ost-Berlin. Vaso Katraki fand Anerkennung nicht nur im Westen, sondern auch jenseits des Eisernen Vorhangs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre letzte Einzelausstellung fand 1987  in der Galerie &#8222;Athen&#8220; in Athen statt. Im selben Jahr wird Vaso Katraki Gründungsmitglied des Verbandes der griechischen Druckgrafiker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. Dezember 1988 stirbt Vaso Katraki in Athen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ihre künstlerische Bedeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vaso Katraki gilt als die bedeutendste griechische Kupferstecherin in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Weg dorthin war allerdings nicht vorgezeichnet. Ich denke, dass die Zeit des zweiten Weltkriegs sehr prägend für ihre Themen und Darstellungen war. In der Zeit der deutschen Besatzung fertigte sie Holzstiche an. Später folgten Buchillustrationen und Kupferstiche von Fischern und der Landschaft von Mesolongi. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1955 entwickelte sie ihre Technik, die sie international berühmt machte. Sie begann, Sandstein zu ätzen und damit zu drucken.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Grafiken und Bilder sind sozial und politisch aufgeladen. Vaso Katraki dokumentiert in ihnen die großen Schwierigkeiten des griechischen Volkes in der Nachkriegszeit.  Ihre Bilder zeigten Proteste, Verfolgung, Verfolgte, hungrige Kinder, Opfer und auch den Tod.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Vaso Katraki Museum in Aitoliko</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrem Ableben setzte ihr Ehemann Georgios Katrakis sich für die Bewahrung ihres Werkes ein. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Vaso-Katraki-Museum"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/10/Vaso-Katraki-Museum-Aitoliko.jpg" alt="Vaso Katraki Museum" class="wp-image-9657" style="width:300px" title="Vaso Katraki Museum" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/10/Vaso-Katraki-Museum-Aitoliko.jpg 400w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/10/Vaso-Katraki-Museum-Aitoliko-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vaso Katraki Museum</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das führte zur Gründung des Vasso Katrakis Museums in Aitoliko, ihrer Geburtsstadt. Am 2. April 1995 wird das Vasso Katraki Printmaking Arts Center and Museum eröffnet. Das Gebäude hat die Gemeinde Aetoliko zur Verfügung gestellten. Die Finanzierung sollte durch den griechischen Staat erfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einweihung des Gebäudes erfolgte aber erst im Juni 2006. Das Museum zeigt das gesamte Werk von Vaso Katraki in einer Dauerausstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der lange Zeitraum zwischen Gründung des Museums und seiner Einweihung lässt erahnen, dass die Sache nicht perfekt ablief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. Dezember 2023 war das Museum Gegenstand einer Debatte im griechischen Parlament in Athen. Darüber berichtet anderntags die Griechenland Zeitung mit der Schlagzeile, dass das <a href="https://www.griechenland.net/nachrichten/chronik/33964-museum-f%C3%BCr-die-bildhauerin-vasso-katraki-soll-vor-dem-verfall-gerettet-werden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Museum vor dem Verfall gerettet werden</a> solle. Die Klimaanlage funktionierte nicht, es gab wohl auch andere Probleme mit dem Gebäude. Zudem sind weder die geplanten Workshops für Bildhauer noch für Graveure durchgeführt worden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es scheint, dass man die Probleme soweit in den Griff bekommen hat, dass das Museum weiterhin geöffnet ist. Es liegt im südöstlichen Zipfel der Insel Aitoliko in einem Gebäude mit funktionaler Architektur. Ich finde, dass das auch gut zur Künstlerin passt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Adresse: <a href="https://maps.app.goo.gl/pzXHp8eVYRDhVqSb8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Andrea Syngrou, Aitoloko</a></li>



<li>Kontakt per Telefon: +30 2632023269</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist täglich von 9 Uhr bis 15 Uhr geöffnet. An Feiertagen kann es zu abweichenden Öffnungszeiten kommen. Leider habe ich die Eintrittspreise nicht in Erfahrung bringen können. Bitte erfragt die vor Ort.</p>
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		<title>Das Massaker von Kalavryta</title>
		<link>https://hellas.blog/kalavryta-massaker/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[2. Weltkrieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Konrad Adenauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Massaker von Kalavryta (Καλάβρυτα) ist ein sehr schlimmes Kapitel des zweiten Weltkriegs. Am 13. Dezember 1943 erschossen Soldaten der deutschen Wehrmacht zahlreiche Zivilisten.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Massaker von Kalavryta (Καλάβρυτα) ist ein sehr schlimmes Kapitel des <a href="https://hellas.blog/tag/2-weltkrieg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zweiten Weltkriegs</a>. Heute ist sein Jahrestag. Am 13. Dezember 1943 erschossen Soldaten der deutschen Wehrmacht zahlreiche Zivilisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vorgeschichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. uznd 17. Oktober 1943 kam es zwischen deutschen Besatzungstruppen und Partisanen der links orientierten ELAS (ΕΛΑΣ) bei <a href="https://maps.app.goo.gl/jySNa7umcQFtMSNAA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kerpini</a> (Κερπινή) zu einer Schlacht. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Der-Gedenkort-an-das-Massaker-von-Kalavryta.jpg" alt="Der Gedenkort bei Kalavryta" class="wp-image-5754" style="width:400px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Der-Gedenkort-an-das-Massaker-von-Kalavryta.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Der-Gedenkort-an-das-Massaker-von-Kalavryta-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Der-Gedenkort-an-das-Massaker-von-Kalavryta-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Gedenkort bei Kalavryta<br>(Foto: Sabine Kersten-Mutter)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese ging für die griechischen Widerständler erfolgreich aus, sie konnten 81 deutsche Soldaten gefangen nehmen. Ein verwundeter Soldat wurde bei einer Familie gepflegt, drei weitere verletzte Soldaten sind in einem Krankenhaus versorgt worden. Die übrigen Gefangenen verbrachten die erste Nacht in der Grundschule von Kalavryta. Die Gefangenen sollten am nächsten Tag an einen anderen Ort gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Wochen zuvor, am 1. September, war der erst 18 Jahre alte Konstantinos Pavlopoulos von deutschen Soldaten in Kalavryta öffentlich erhängt worden. Seine Angehörigen tauchten am Krankenhaus auf und verlangen die Herausgabe der drei Soldaten. Trotz des Widerstandes des Krankenhauspersonals und anderer wichtiger Personen kam es dazu. Die drei Soldaten sind am 18. Oktober getötet worden. Am 19. Oktober hat man sie bei Kalavryta gefunden und auf dem Friedhof der Stadt beerdigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partisanen der ELAS waren in der Region um Kalavryta sehr stark, obwohl die eher konservativ eingestellte Bevölkerung in der Region ihnen distanziert gegenüberstand. Sie waren in der Region nicht verwurzelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das „Unternehmen Kalawrita“ und die Erschießung der gefangenen deutschen Soldaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wehrmacht begann eine Vergeltungsaktion durchzuführen. Das „Unternehmen Kalawrita“ begann offiziell am 5. Dezember 1943. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="600" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Kalavryta-Die-griechische-Fahne-am-Ort-des-Massakers.jpg" alt="Die griechische Fahne am Ort des Massakers" class="wp-image-5755" style="width:250px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Kalavryta-Die-griechische-Fahne-am-Ort-des-Massakers.jpg 600w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Kalavryta-Die-griechische-Fahne-am-Ort-des-Massakers-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die griechische Fahne am Ort des Massakers<br>(Foto: Sabine Kersten-Mutter)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der Aktion war, die Partisanen zu bekämpfen und die gefangenen deutschen Soldaten zu befreien. Zwar kam es zu kleineren Gefechten, Opfer der Vergeltungstätigkeit waren jedoch auch an den Partisanentätigkeiten nicht beteiligte Zivilisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutschen Gefangenen befanden sich in Mazeika, das heute <a href="https://maps.app.goo.gl/3gQdr6A3BMqgQTLE7" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kleitoria</a> (Κλειτορία) heißt. Als die Partisanen von den Geschehnissen erfuhren, verließen sie den Ort überstürzt. Ein deutscher Soldat hatte Glück, er wurde von den Partisanen vergessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die noch übrigen 75 Soldaten brachten die Männer von der ELAS in den kleinen Ort Mazi, der heute <a href="https://maps.app.goo.gl/cxk8TEpHq1nBzbYC6">Elatofito</a> (Ελατόφυτο) heißt. Dort haben die Partisanen die gefangenen Soldaten in kleinen Gruppen auf einen Hang geführt und erschossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei der Soldaten überlebten dieses Massaker und konnten fliehen. Einer der beiden traf am 8. Dezember auf eine Radfahrerschwadron der Wehrmacht, die auf der Suche nach den Gefangenen war. Am 11. Dezember fand ein Suchtrupp die Leichen der ermordeten Soldaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun setzte eine weitere Eskalation ein. Die deutschen Soldaten setzten mehrere Dörfer in Brand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. Dezember erreichten die Deutschen Kalavryta. Dort richteten sie eine Kommandantur ein und verhängten eine Ausgangssperre. Maßnahmen gab es gegen Familien, die verdächtigt wurden, die Partisanen zu unterstützen. Mir ist nicht bekannt, dass es dafür Beweise gab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Massaker von Kalavryta am 13. Dezember 1943</h2>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Mahnmal-mit-den-Namen-der-Erschossenen.jpg" alt="Mahnmal mit den Namen der Erschossenen" class="wp-image-5756" style="width:400px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Mahnmal-mit-den-Namen-der-Erschossenen.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Mahnmal-mit-den-Namen-der-Erschossenen-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Mahnmal-mit-den-Namen-der-Erschossenen-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mahnmal mit den Namen der Erschossenen<br>(Foto: Sabine Kersten-Mutter)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es begann noch vor Sonnenaufgang. Die Kirchenglocken läuteten, laut und zu ungewohnter früher Zeit. Alle Einwohner wurden geweckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutschen befahlen den Männern, Frauen und Kindern, sich vor der Grundschule zu versammeln. Mitzubringen waren Verpflegung für einen Tag sowie Decken. Dann ging es in das Schulgebäude.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort trennten die Soldaten Frauen, Kinder und sechs Greise von den Männern des Ortes. Jungen, die 13 Jahre oder älter waren, hatten sich zu den Männern zu gesellen. Die Gruppe der Männer ist zu einem Hügel außerhalb von Kalavryta geführt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend steckten die Deutschen den Ort in Brand. Die Kinder, Frauen und Greise waren noch in der Schule, die alsbald auch vom Feuer erfasst wurde. Die Menschen flohen durch Türen und Fenster aus dem überfüllten Gebäude.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Männer hatten sich das Geschehen vom Hügel aus anzusehen. Dann gingen vom Marktplatz des Ortes aus zwei Leuchtkugeln in die Luft. Das war das Zeichen für die deutschen Soldaten, mit der Tötung der Männer zu beginnen. Mit Maschinengewehren feuerten sie auf die Gruppe. Wer danach noch ein Lebenszeichen zeigte, wurde erschossen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was nach dem Massaker geschah</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag brachten die Frauen und Kinder die Leichen vom Hügel zum Friedhof, um sie dort zu beerdigen. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="600" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Statue-der-Frauen.jpg" alt="Statue der Frauen" class="wp-image-5758" style="width:250px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Statue-der-Frauen.jpg 600w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Statue-der-Frauen-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Statue der Frauen<br>(Foto: Sabine Kersten-Mutter)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sie trugen die Toten auf den Decken, mit denen sie sich eigentlich wärmen sollten. Kalavryta selbst war größtenteils zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutschen machten auch vor dem <a href="https://hellas.blog/tag/agia-lavra/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kloster Agia Lavra</a> nicht halt. Sie zerstörten es und töteten 8 Mönche. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Agia Lavra begann am <a href="https://hellas.blog/25-maerz-die-freiheit-hat-geburtstag/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">25. März 1821</a> der <a href="https://hellas.blog/griechischer-freiheitskampf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">griechische Freiheitskampf</a>. Dieses Kloster ist für die Griechen ein Nationalheiligtum. Ich gehe davon aus, dass die Deutschen es sich ganz bewusst für ihre Zerstörungs- und Mordaktion ausgesucht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter zerstörten die Soldaten noch einige weitere Orte. Die genaue Zahl der Opfer dieser Mordaktion konnte nicht abschließend geklärt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Historiker gehen von 676 von den Deutschen ermordeten Griechen aus. Von diesen stammen 477 Menschen aus Kalavryta.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rechtliche Konsequenzen des Massakers</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab gegen die beteiligten Soldaten wegen dieses Massakers nach dem Krieg kein Strafverfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der für die Partisanenbekämpfung verantwortliche Offizier hieß <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Le_Suire" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Karl von Le Suire</a>. Er kam später in sowjetische Kriegsgefangenschaft, wo er 1954 verstarb. Zwei Kampfgruppenkommandeure, die ebenfalls hätten bestraft werden müssen, sind zum Ende des Krieges als vermisst gemeldet worden. Vermutlich sind sie gefallen. Jedenfalls konnten sie nicht mehr bestraft werden. Ein weiterer Kommandeur, Julius Wölfinger, musste sich in Deutschland zumindest einem Untersuchungsverfahren stellen. Allerdings hatte er kurz vor dem Massaker einen Autounfall und lag im Lazarett. Er war nicht beteiligt, weshalb er nicht bestraft werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzige Verurteilung traf Hellmuth Felmy, gegen den im Rahmen der Nürnberger Prozesse Anklage erhoben wurde. Felmy musste sich im so genannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prozess_Generäle_in_Südosteuropa" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geiselmord-Prozess</a> verantworten. Wegen seiner Rolle in Kalavryta und wegen der Beteiligung an anderen Verbrechen ist er zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. 1951 profitierte er von einer Amnestie und kam wieder frei.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die bundesdeutsche Justiz bestrafte niemanden wegen Kalavryta</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einem deutschen Gericht musste sich keiner der Beteiligten verantworten. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Das Massaker fand ja in Zusammenhang mit der Partisanenbekämpfung statt und aufgrund der Ermordung der gefangenen deutschen Soldaten. Das damalige Kriegsrecht habe die Hinrichtung von Zivilisten gestattet, wenn Soldaten durch Partisanen getötet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich persönlich bin mit dieser rechtlichen Bewertung überhaupt nicht einverstanden. Dass eine Armee sehr hart durchgreift, wenn sie von Partisanen angegriffen wird, ist nachvollziehbar. Nur muss sie gegen die Partisanen durchgreifen. Unbeteiligte Zivilisten im Rahmen von Vergeltungsaktionen zu töten, ist Mord.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Bundesgerichtshof findet klare Worte</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das sieht inzwischen auch die deutsche Justiz so. Das war aber nicht immer so. Noch in den 1950er hielt die deutsche Rechtsprechung solche als „Repressionsmaßnahmen“ beschönigte Mordaktionen für vom Kriegsrecht gedeckt. Diese rechtliche Bewertung ist heute nicht mehr zu vertreten. Ich kenne zwei Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, der dazu recht deutlich wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen gibt es den Beschluss des Bundesgerichtshofs <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;sid=56eb3c948ac83dbe1c9b6bf9a2ec0513&amp;nr=29545&amp;pos=5&amp;anz=7&amp;Blank=1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom 17. Juni 2004 (5 StR 115/03)</a>, in dem er zur früheren Beurteilung der Erschießung von Zivilisten nach vorangegangenen Partisanenaktivitäten klare Worte findet:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Diese damalige Beurteilung ist allerdings mit der Bedeutung des Menschenrechts auf Leben schlechthin unvereinbar. Das Tatgeschehen umfasste die Erschießung einer Vielzahl wehrloser, an dem mit der „Vergeltungsaktion“ zu ahndenden Geschehen individuell nicht unmittelbar beteiligter Personen. Es wurde dabei auch nicht näher darauf Bedacht genommen, ob und inwiefern die Opfer etwa sonst in Schuld verstrickt waren… . Die Tat ist … als … menschenverachtend einzustufen, …</em></p>
<cite>Quelle: Bundesgerichtshof</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter zitiere ich aus dem Beschluss des Bundesgerichtshofs <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;sid=7e42183e4562ae6d6a16f66d89adf4a1&amp;nr=53953&amp;pos=1&amp;anz=2&amp;Blank=1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom 25. Oktober 2010 (1 StR 57/10)</a>. Dort heißt es:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine … aus Rachsucht motivierte und gründlich vorbereitete Tötung von Unschuldigen, die durch ihr Verhalten keine Veranlassung für die durchgeführte Vergeltungsmaßnahme gegeben haben, … ist … Ausdruck einer auf tiefster Stufe stehenden und besonders verachtenswerten Gesinnung.</em></p>
<cite>Quelle: Bundesgerichtshof</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Fall ging es um die Ermordung italienischer Zivilisten, nachdem Partisanen deutsche Soldaten getötet hatten. Die Partisanen waren weg, man konnte ihrer nicht mehr habhaft werden. Also knöpften die Deutschen sich neun männliche italienische Zivilisten vor und brachten sie nach einem zuvor gefassten Plan um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechtlich ist die Sache für die deutsche Justiz heute klar: Die Tötung unbeteiligter Zivilisten nach Partisanenaktivitäten ist Mord und nichts anderes.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das Massaker von Kalavryta war Mord</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Meine strafrechtlichen Überlegungen zum Massaker von Kalavryta nützen leider praktisch nichts mehr. Denn die an der Tat beteiligten Deutschen leben alle nicht mehr. Sie müssen sich vor Gott verantworten. Der Justiz sind sie entkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tötung der griechischen Menschen in Kalavryta war Unrecht, das war ein Verbrachen, das war Mord. Für mich gibt es da keine zwei Meinungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Opfer können Deutschland nicht auf Schadensersatz verklagen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen des Massakers von Kalavryta gab es in Griechenland einen Schadensersatzprozess. Die Kläger wollten von Deutschland eine Entschädigung für das verübte Unrecht. Diese Klage ist vom <a href="https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=63636&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Europäischen Gerichtshof als unzulässig beurteilt worden</a> und damit gescheitert. <a href="https://www.deutschlandfunk.de/vor-75-jahren-das-massaker-von-kalavryta-bis-heute-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Deutschlandfunk berichtete</a> nach der gescheiterten Klage, dass die Erwartung von Wiedergutmachung eine offene Wunde im Verhältnis der Menschen aus Kalavryta zu Deutschland bleibe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt zwischen Griechenland und Deutschland einen <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/03/022/0302284.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vertrag vom 18. März 1960</a> über die Wiedergutmachung des Besatzungsunrechts. Entsprechend den völkerrechtlichen Gepflogenheiten zahlte Deutschland die Entschädigung an den griechischen Staat, der diese an die vom Besatzungsunrecht betroffenen Menschen weiterzuleiten hatte. In Kalavryta scheint davon nichts angekommen zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalavryta ins Bewusstsein der Deutschen rücken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir zurück nach Kalavryta. Nach dem Massaker kam für die nächsten neun Jahre kein Deutscher mehr hierher.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Nie-wieder-Krieg-Frieden.jpg" alt="Inschrift mit Friedensmahnung am Hügel (Foto: Sabine Kersten-Mu" class="wp-image-5757" style="width:400px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Nie-wieder-Krieg-Frieden.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Nie-wieder-Krieg-Frieden-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/11/Nie-wieder-Krieg-Frieden-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Inschrift mit Friedensmahnung am Hügel, darüber das weiße Kreuz<br>(Foto: Sabine Kersten-Mutter)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1952 reiste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrengard_Schramm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ehrengard Schramm</a> nach Griechenland, wo sie Material für ein Buch sammeln wollte. Bei ihren Recherchen hörte sie erstmals von Kalavryta. Die deutsche Botschaft in Athen riet ihr von einer Reise dorthin ab. Freunde warnten, dass sie totgeschlagen werde, sollte sie sich dorthin begeben. Dennoch fuhr sie hin. Ihr einziger Schutz war ein Schreiben des Roten Kreuzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie tat, was bis dahin niemand getan hatte: Sie sprach mit den Menschen vor Ort und organisierte Hilfe. Die Frauen von Kalavryta wollten zwei Dinge: Einmal Ersatz für die Webstühle, die 1943 verbrannt wurden. Und sie wollten für ihre Kinder Ausbildungsplätze – in Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt stellte 200.000 DM bereit, was damals viel Geld war. Dann kam es jedoch auf den Ionischen Inseln zu einem Erdbeben mit vielen Opfern. Das Geld hat man auf die Ionischen Inseln geleitet, den Menschen in Kalavryta kam es nicht zu Gute.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Konrad Adenauers Schritte der Wiedergutmachung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">1954 besuchte Konrad Adenauer Griechenland. Er überbrachte der griechischen Königin Friederike einen Scheck über 50.000 DM für die Kalavryta-Hilfe. Die Königin verlegte den Scheck, er tauchte erst einige Monate später wieder auf. Die Bremer Bürgerschaft stellte zu diesem Zweck weitere 10.000 DM zur Verfügung. Von diesem Geld hat man immerhin 18 Webstühle angeschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1956 kamen 33 griechische Waisen aus Kalavryta nach Deutschland. Bundeskanzler Adenauer empfing sie im Palais Schaumburg. Sie erhielten in Deutschland eine Berufsausbildung. Sie waren nicht die einzigen, insgesamt haben 61 junge Menschen aus Kalavryta in Deutschland eine Ausbildung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. April 2000 ging der damalige deutsche Bundespräsident Johannes Rau nach Kalavryta. Er hielt eine <a href="https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Johannes-Rau/Reden/2000/04/20000404_Rede.html">kurze Rede</a> und lud Jugendliche von hier nach Deutschland ein. In den Medien heißt es, dass er sich vor Ort sehr betroffen über das gezeigt habe, was hier passiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gedenkstätte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Oberhalb von Kalavryta hat man in den 1950er Jahren eine Gedenkstätte errichtet. Dort stehen hohe Betonwände, in denen die Namen aller Ermordeten aus dem Ort eingegossen sind. In der Mitte der Gedenkstätten steht eine Skulptur als Beton: eine trauernde Mutter. In großen weißen Buchstaben aus Stein sind auf dem Hang zwei Botschaften zu lesen: „ΟΧΙ ΠΙΑ ΠΟΛΕΜΟΙ“ (deutsch: „Nie wieder Krieg“) und „ΕΙΡΗΝΗ“ (deutsch: „Frieden“). Oben steht ein großes, weißes Kreuz. Es ist von jeder Position des Tals und des Ortes aus zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder zu diesem Beitrag zeigen, wie die Gedenkstätte heute aussieht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalavryta und das Massaker heute</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von diesem Verbrechen hat Kalavryta sich im Grunde genommen bis heute nicht erholt. Es leben wieder Familien im Ort, er hat Zukunft. Aber das, was 1943 geschehen ist, prägt den Kalavryta bis heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Massaker sind die Zeiger der Turmuhr auf 13:34 Uhr stehen geblieben. Die alte Grundschule beherbergt inzwischen ein Museum. Es heißt <a href="https://www.dmko.gr/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haus unserer Helden</a> und ist von Dienstag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag. Wenn Ihr dort seid, geht auch in den Garten des Museums. Dort steht die Skulptur einer Frau mit ihren Kindern, die um ihren ermordeten Mann trauert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gräber der Opfer sind auch heute noch auf dem Friedhof. Du findest ihn auf dem Weg von der Ortsmitte zur Gedenkstätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr zum 13. Dezember kommen die Menschen von Kalavryta unterhalb des Kreuzes zusammen. Sie verlesen die Namen der 477 Opfer und gedenken ihrer.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/kalavryta-massaker/">Das Massaker von Kalavryta</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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