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	<title>Festos Archive - Hellas Blog</title>
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	<description>Griechenland für Dich</description>
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	<title>Festos Archive - Hellas Blog</title>
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	<item>
		<title>Der Diskos von Phaistos</title>
		<link>https://hellas.blog/der-diskos-von-phaistos/</link>
					<comments>https://hellas.blog/der-diskos-von-phaistos/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 14:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologisches Museum in Iraklio]]></category>
		<category><![CDATA[Artefakte in Museen]]></category>
		<category><![CDATA[Diskos von Phaistos]]></category>
		<category><![CDATA[Festos]]></category>
		<category><![CDATA[Iraklio]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresthema 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Kreta]]></category>
		<category><![CDATA[Luigi Pernier (Archäologe)]]></category>
		<category><![CDATA[Minoische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Phaistos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. Juli 1908 fand Lugi Pernier in Phaistos einen Diskos. Er ist das berühmteste Fundstück des minoischen Kreta und ein ungelöstes Rätsel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/der-diskos-von-phaistos/">Der Diskos von Phaistos</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 3. Juli 1908 fand <a href="https://hellas.blog/luigi-pernier/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lugi Pernier</a> in Phaistos einen Diskos, der heute eines der berühmtesten Fundstücke aus dem minoischen Kreta sein dürfte. Heute kennen wir ihn als den Diskos von Phaistos (Δίσκος της Φαιστού).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Diskos ist eines der interessantesten Artefakte in griechischen Museen. Beim diesjährigen <a href="https://hellas.blog/jahresthema-des-hellas-blog/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jahresthema</a> geht es um besondere Artefakte in Museen. Der Diskos gehört ganz sicher dazu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Luigi Pernier macht den Fund seines Lebens</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Luigi Pernier war Archäologe aus Leidenschaft. Er arbeitete sehr akribisch, was zu seiner Zeit nicht Standard war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen seines dreijährigen Aufbaustudiums an der&nbsp;<em>Scuola nazionale d’archeologia</em>&nbsp;in Rom kam er auch nach Griechenland. In Phaistos konnte er an einer Ausgrabung teilnehmen. Dieser Ausgrabungsstätte blieb er lange verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Italienische Archäologische Mission auf Kreta</em> durfte in Phaistos die Ausgrabungen durchführen. Luigi Pernier war einer der leitenden Archäologen. Am Abend des 3. Juli 1908 war es soweit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pernier selbst war übrigens nicht anwesend. Aber seine Mitarbeiter arbeiteten im <a href="https://geohack.toolforge.org/geohack.php?pagename=Diskos_von_Phaistos&amp;language=de&amp;params=35.051666666667_N_24.814861111111_E_region:GR_type:landmark&amp;title=Fundstelle+des+Diskos+von+Phaistos+in+einem+kleinen+Raum+s%C3%BCdlich+des+Ostendes+einer+Reihe+von+mit+Ziegeln+abgetrennten+Beh%C3%A4ltnisse+im+Geb%C3%A4ude+101+des+Palastes+von+Phaistos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nordostkomplex der Anlage</a>. Konkret untersuchten sie einen 1,15 m mal 3,4 m großen Vorratsraum. Heute nennt man ihn Kammer 8 des Gebäudes 101. Dort fanden sie eine zerbrochene Schrifttafel in Linear A, Keramik aus der Zeit 1650 bis 1600 v.Chr., Asche, Kohle und verbrannte Kochen eines Rinds. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sie fanden ein rundes, scheibenförmiges Objekt. Das sollte zu ihrem berühmtesten Fund avancieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In Phaistos kam ein Diskos zu Tage, der bis heute fasziniert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der in Phaistos gefundene Diskos ist auf beiden Seiten mit Symbolen bestempelte Tonscheibe. Sie ist auf beiden Seiten mit geheimnisvollen Symbolen versehen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Diskos-von-Phaistos-(Seite-A)"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-A.jpg" alt="Diskos von Phaistos (Seite A)" class="wp-image-14997" style="width:400px" title="Diskos von Phaistos (Seite A)" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-A.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-A-300x300.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-A-150x150.jpg 150w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-A-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Diskos von Phaistos (Seite A)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich den Diskos im Archäologischen Museum von Iraklio zum ersten Mal gesehen habe, war ich erstaunt, wie klein er doch ist. Seine Scheibe ist flach und rund, aber auch unregelmäßig gearbeitet. Sie ist zwischen 1,6 cm und 2,1 cm dick. Seite A ist am Rand verdickt, Seite B ist es in der Mitte. Die Oberflächen sind glatt, aber nicht ebenmäßig und plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sehen Symbole, die für Menschen, Tiere oder Sachen stehen. Andere Zeichen sind sehr abstrakt und heute (bislang) nicht mehr zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Besondere: Diese Zeichen wurden nicht eingeritzt. Man hat sie mit einzelnen Stempeln eingedrückt. Manche sagen, der Diskos sei der älteste bekannte Druck mit beweglichen Lettern. Immerhin wurde ja der komplette Text mit wiederverwendbaren Zeichen erstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeichen sind außen kreisrund angeordnet und verlaufen spiralförmig nach innen. Die beiden Seiten werden mit den Buchstaben A und B bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seite&nbsp;A enthält 122&nbsp;Stempeleindrücke und 31&nbsp;Zeichengruppen. Eine Lücke weist darauf hin, dass dort ursprünglich ein Zeichen mehr gewesen sein muss. Seite&nbsp;B hat 119&nbsp;Eindrücke. Diese sind in 30&nbsp;Zeichengruppen zusammengefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Zeichengruppen gib es einen Unterschied zwischen beiden Seiten. Die Gruppen auf Seite A haben zwischen zwei und sieben Zeichen. Auf Seite B sind es zwischen zwei und fünf Zeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Bedeutung dieser Zeichen ist, hat die Wissenschaft bisher nicht klären können. Wenn es sich um ein Alphabet handelt, hat man es noch nicht entziffern können. Es gibt 45 Stempelmotive, die man als Abstrakta, Menschen und Tiere, sowie Objekte (Gerätschaften, Waffen, Pflanzenteile) identifiziert. Weiter gibt es 17 sogenannte Dorne. Das sind Strichmarkierungen unter dem ersten Zeichen einer Abteilung, ab dem Zentrum der Scheibe gezählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt sogar einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unicodeblock_Diskos_von_Phaistos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unicodeblock Diskos von Phaistos</a> für den Computer. Dein Rechner kann die Schrift. Aber auch er kann nicht sagen, was die Zeichen bedeuteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Stimmen gehen davon aus, dass es sich um eine Silbenschrift handelt. Gegen die Annahme eines Alphabets spricht, dass Alphabete zwischen 20 und 40 Zeichen haben. Hier sind es mehr, zudem spielen auch die Dornen eine Rolle. Sowas passt nicht zu einem Alphabet, wie wir es kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben gibt es auch logographische Schriftsysteme. In ihnen hat jedes Zeichen eine Wortbedeutung. Beispiele dafür sind chinesische Schriftzeichen oder ägyptischen Hieroglyphen. Es gibt Leute, die das auch bei den Zeichen auf dem Diskos von Phaistos für möglich halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was steht auf dem Diskos?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedeutung der Zeichen kennen wir nicht. Die Wissenschaftler sind sich nicht einmal einig, wie sie gelesen werden. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized" id="Diskos-von-Phaistos-(Seite-B)"><img decoding="async" width="800" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-B.jpg" alt="Diskos von Phaistos (Seite B)" class="wp-image-14998" style="width:400px" title="Diskos von Phaistos (Seite B)" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-B.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-B-300x300.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-B-150x150.jpg 150w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/05/Archaeologisches-Museum-Iraklio-2026-Diskos-Phaistos-B-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Diskos von Phaistos (Seite B)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil der Forscher meint, die Schrift werde von außen nach innen gelesen. Andere meinen, es sei umgekehrt, also von innen nach außen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange versuchte man, über die Schreibrichtung einen Rückschluss auf die Leserichtung führen zu können. Aus Überschneidungen von Stempeleindrücken schloss man, dass das jeweils linke Zeichen nach dem rechten gestempelt sein musste. 1986 wies Hans-Joachim Haecker experimentell nach, dass die Stärke der Einstempelung für die Überschneidungen maßgebend ist. Damit war das Schlüsselargument für die Linksläufigkeit des Textes erledigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 1911 und 2019 gab es &#8211; wenn ich mich nicht verzählt habe &#8211; stolze 29 Versuche der Entzifferung. Alle haben gemeinsam, dass keiner von ihnen der Durchbruch gelungen ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Untersuchungen haben ergeben, dass einige Zeichen vor dem Brennen der Scheibe korrigiert wurden. Das bedeutet, dass deren Genauigkeit wichtig war. Wenn es auf die Genauigkeit des Textes ankommt, ist das ein Indiz für eine praktische Bedeutung des Textes. Der Leser musste exakt verstehen können, was der Text ihm mitteilen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass der Diskos von Phaistos unentzifferbar ist, solange keine weiteren Artefakte mit solchen Zeichen gefunden werden. Alle Theorien über den Inhalt sind Spekulation. Die Vermutungen gehen in diese Richtungen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Religiöser Text: Hymnus oder Gebet</li>



<li>Rechtstext: Gesetz, Königliches Dekret oder ein Vertrag</li>



<li>Magie: Astronomischer oder Astrologischer Text</li>



<li>Kalender</li>



<li>Geschichte: Heldengedicht oder eine andere historische Überlieferung</li>



<li>Spiel: kretische Version des ägyptischen Schlangenspiels</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz ehrlich: Niemand weiß nichts genaues. Wenn jemand begründet, weshalb es sich um eine Wettervorhersage für die Landwirtschaft handeln könnte, müsste ich die vorstehende Liste erweitern. Aber mehr als eine Vermutung wäre das auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Juni 2026 brachte die Seite von Radio Kreta einen gut zu lesenden <a href="https://radio-kreta.de/kreta-der-diskus-von-phaistos-habe-ich-die-antwort-gefunden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag über den Diskos</a>. Danach hat die Tonscheibe Kreta gezeigt, wie man in der Gemeinschaft lebt. Das ist eine schön beschriebene Vermutung, wirklich schlauer war ich nach der Lektüre aber nicht. Immerhin hat dieser Beitrag mir neue Aspekte gezeigt. Deshalb erwähne ich ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Diskos von Phaistos ist ein Rätsel aus alter Zeit. Das finde ich sehr spannend. Und wer weiß: Vielleicht gelingt es eines Tages doch, dieses Rätsel zu lösen. Mich würde das sehr freuen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Archäologische Museum Iraklio</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Du kannst den Diskos von Phaistos im Archäologischen Museum Iraklio sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die aktuellen Öffnungszeiten informierst Du Dich bitte auf dessen Homepage: <a href="https://heraklionmuseum.gr/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">heraklionmuseum.gr</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit (Stand Juli 2026) kostet der reguläre Eintritt 20 Euro, der ermäßigte Eintritt kostet 10 Euro.</p>
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		<title>Luigi Pernier</title>
		<link>https://hellas.blog/luigi-pernier/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2024 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[1874]]></category>
		<category><![CDATA[1908]]></category>
		<category><![CDATA[1937]]></category>
		<category><![CDATA[Diskos von Phaistos]]></category>
		<category><![CDATA[Festos]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Kreta]]></category>
		<category><![CDATA[Luigi Pernier (Archäologe)]]></category>
		<category><![CDATA[Phaistos]]></category>
		<category><![CDATA[Rhodos (Insel)]]></category>
		<category><![CDATA[Rom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Luigi Pernier (Λουίτζι Περνιέ) war ein Klassischer Archäologe aus Italien. Er kam am 23. November 1874 in Rom zur Welt und starb am 18. August 1937 auf Rhodos. Seine wohl bekannteste Entdeckung ist der Diskos von Phaistos.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Luigi Pernier (Λουίτζι Περνιέ) war ein Klassischer Archäologe aus Italien. Er kam am 23. November 1874 in Rom zur Welt und starb am 18. August 1937 auf Rhodos. Seine wohl bekannteste Entdeckung ist der Diskos von Phaistos. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Luigi Pernier, der Römer und Griechenland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Luigi Pernier kam am 23. November 1874 in Rom zur Welt. Schon früh entwickelte er ein starkes Interesse an Geschichte und Archäologie.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized" id="Luigi-Pernier"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1d/Luigi_Pernier.jpg" alt="Luigi Pernier" style="width:200px" title="Luigi Pernier"/><figcaption class="wp-element-caption">Luigi Pernier<br>(Bildquelle: Wikipedia)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Rom bot ihm eine inspirierende Umgebung, um seine Interessen zu entwickeln. Pernier entschied sich für ein Studium der klassischen Archäologie an der Universität La Sapienza. Die Universität von Rom war damals wie heute eine der führenden Institutionen auf diesem Gebiet. Dort vertiefte er sein Wissen über die antiken Kulturen des Mittelmeerraums und legte den Grundstein für seine spätere Karriere. Nach Abschluss des Studiums erhielt er ein Stipendium, mit dem er ein dreijähriges Aufbaustudium an der <em>Scuola nazionale d’archeologia</em> in Rom machen konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Exkursionen führten ihn nach Griechenland. Erstmals nahm er an Ausgrabungen in Phaistos teil. Nach dessen Abschluss legte er noch eine Untersuchung über das Marcellustheater in Rom vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1902 begann er seine berufliche Tätigkeit als Inspektor an den <em>Musei, Gallerie e Scavi di Antichità</em> in Florenz. Offiziell hatte er diese Position bis 1916 inne. Tatsächlich war er viel unterwegs und führte zahlreiche archäologische Untersuchungen in Griechenland und Italien durch. Luigi Pernier zeigte bald, dass er nicht nur ein hervorragender Wissenschaftler, sondern auch ein engagierter Forscher war. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Archäologe, der hart arbeitet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Er war bereit, unter schwierigen Bedingungen zu arbeiten. Seine akribische Arbeitsweise und sein unerschütterlicher Enthusiasmus brachten ihm Anerkennung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized" id="Nachbildung-des-Diskus-von-Phaistos"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/11/Diskus-Phaistos-Nachbildung.jpg" alt="Nachbildung des Diskus von Phaistos" class="wp-image-9897" style="width:300px" title="Nachbildung des Diskus von Phaistos" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/11/Diskus-Phaistos-Nachbildung.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/11/Diskus-Phaistos-Nachbildung-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/11/Diskus-Phaistos-Nachbildung-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nachbildung des Diskus von Phaistos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der bedeutsamste Fund seiner Karriere gelang ihm am 3. Juli 1908. Auf Kreta fand er den Diskos von Phaistos. Der ist eines der wohl bedeutendsten Fundstücke der Bronzezeit. Dabei handelt es sich um eine Tonscheibe, die auf beiden Seiten mit Symbolen versehen ist. Möglicherweise handelt es sich um eine Art Schrift. Was der Inhalt dieses Textes ist, hat die Wissenschaft bis heute nicht sicher entziffern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Luigi Pernier hinterließ ein beeindruckendes wissenschaftliches Vermächtnis. Unser Wissen über die Bronzezeit und die Antike speist sich zu einem guten Teil aus seinen Entdeckungen und Forschungen. Der Diskus von Phaistos bleibt sein bekanntestes und meist diskutiertes Fundstück. Pernier war nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein Vorbild für zukünftige Generationen von Archäologen.</p>
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		<title>Heike Wolff: Der Untergang von Phaistos</title>
		<link>https://hellas.blog/der-untergang-von-phaistos/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Dec 2023 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Alte Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Bronzezeitroman]]></category>
		<category><![CDATA[Der Untergang von Phaistos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fällt die Welt der Minoer einer Verschwörung zum Opfer? Heike Wolff erzählt eine wirklich spannende Geschichte. Absolute Leseempfehlung!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/der-untergang-von-phaistos/">Heike Wolff: Der Untergang von Phaistos</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Untergang von Phaistos</em> ist ein spannender Roman, der auf Kreta und der Peloponnes zur Zeit der Minoer spielt. Er stammt aus der Feder der Autorin Heike Wolff aus Leipzig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Roman: Der Untergang von Phaistos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heike Wolff führt uns mit &#8222;Der Untergang von Phaistos&#8220; nach Kreta, und zwar in die <a href="https://hellas.blog/tag/minoische-zeit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zeit der Minoer</a>.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="450" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/der-untergang-von-phaistos.jpg" alt="Der Untergang von Phaistos" class="wp-image-5102" style="width:300px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/der-untergang-von-phaistos.jpg 450w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/der-untergang-von-phaistos-169x300.jpg 169w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Untergang von Phaistos<br>(Das Foto hat Heike Wolff dem Hellas Blog zur Verfügung gestellt)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wir befinden uns also in etwa in der Zeit um 1450 v. Chr. Die Menschen hungern. Vom nördlichen Festland her bedrohen die Achäer die Insel. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schlüssel zum Frieden soll Ide sein, die Tochter des Archons von Phaistos. Die soll mit dem Prinzen von <a href="https://hellas.blog/tag/pylos/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pylos</a> vermählt werden, mit Agathon. Gewissermaßen ist sie ein Pfand für den Frieden, die Ehe soll ein starkes Bündnis der Mächte begründen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Ides Hers bereits Geros gehört, dem Flottenkapitän von Phaistos, darf keine Rolle spielen. Sie muss nach Pylos aufbrechen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise ist gefährlich, und unterwegs kommen ihr Zweifel. Dient die Hochzeit wirklich dem Bündnis? Ist Agathon zu trauen? Oder wollen die Achäer nun endgültig die Herrschaft über Kreta erlangen und verfolgen einen gemeinen Plan, in dem sie Ide mehr Ide mehr oder weniger benutzen um an ihr Ziel zu kommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorkommnisse in Phaistos beunruhigen Ide sehr und bestärken ihren Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Untergang von Phaistos&#8220; ist ein spannender historischer Roman, der wirklich sehr packend geschrieben ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Du bekommst den &#8222;Untergang von Phaistos&#8220; in jeder Buchhandlung und auch im Online-Handel. Er ist als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Informationen habe ich zum Buch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Untergang von Phaistos</li>



<li>von Heike Wolff</li>



<li>erschienen: 18. November 2022</li>



<li>ISBN: 978-3910347045</li>



<li>Verlag: AKRES Publishing e.K.</li>



<li>Preis: 17 Euro (Taschenbuch) bzw. 5,99 Euro (Kindle)</li>



<li>354 Seiten</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Du wirst mit dem &#8222;Untergang von Phaistos&#8220; sehr gut unterhalten werden. Außerdem bekommst Du eine gute Vorstellung davon, wie es damals gewesen sein könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Autorin: Heike Wolff</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heike Wolff ist Autorin mit vielen Leidenschaften. Sie liebt es, ihre Leser in fremde Welten und Epochen zu entführen. Mit dem &#8222;Hier und Jetzt&#8220; setzt sie sich in Kurztexten auseinander. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/Heike-Wolff-mit-Der-Untergang-von-Phaistos-auf-Kreta.jpg" alt="Heike Wolff mit &quot;Der Untergang von Phaistos&quot; auf Kreta" class="wp-image-5103" style="width:400px;height:undefinedpx" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/Heike-Wolff-mit-Der-Untergang-von-Phaistos-auf-Kreta.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/Heike-Wolff-mit-Der-Untergang-von-Phaistos-auf-Kreta-300x200.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/10/Heike-Wolff-mit-Der-Untergang-von-Phaistos-auf-Kreta-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heike Wolff auf Kreta mit ihrem Roman <br>&#8222;Der Untergang von Phaistos&#8220;<br>(Das Foto hat Heike Wolff dem Hellas Blog zur Verfügung gestellt)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Heike lebt in Leipzig, wo sie seit den 1990er Jahren auf Lesebühnen anzutreffen ist. Inzwischen betreibt sie in Delitzsch sogar eine eigene Lesebühne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Seite ihrer literarischen Leidenschaften sind Fantasy und Science-Fiction. Heike hat Kurzgeschichten aus diesen Genres in mehreren Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem ist sie ein leidenschaftlicher Griechenland-Fan. Gemeinsam mit ihrem Mann bereist sie regelmäßig und seit vielen Jahren Griechenland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrer Homepage hat Heike eine ganz besondere <a href="https://www.autorin-heikewolff.de/kreta-und-mein-herz-schlaegt-schneller" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Liebeserklärung an Kreta</a> veröffentlicht. Nachdem ich das gelesen habe, war mir klar, warum ihr erster Griechenland-Roman auf dieser Insel spielen musste. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du mehr über <a href="https://www.autorin-heikewolff.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heike Wolff</a> erfahren möchtest, dann klick auf den Link und schau Dir ihre Homepage an.</p>
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		<title>Kommos auf Kreta</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An der Südküste von Kreta liegt die archäologische Ausgrabungsstätte von Kommos. Sie war mit Unterbrechungen von der minoischen Zeit bis etwa 200 nach Christus ein wichtiges Handelszentrum. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">An der Südküste von Zentral<a href="https://hellas.blog/tag/kreta/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kreta</a> liegt Kommos (Κομμός oder auch Κομός). Hier gibt es einen schönen Strand. Vor allem ist der Ort aber wegen seiner Ausgrabungsstätte berühmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von der Jungsteinzeit bis in die Antike: Die Geschichte von Kommos</h2>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="501" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos.jpg" alt="Die Küste vor Kommos auf Kreta" class="wp-image-1008" style="width:300px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos.jpg 501w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos-188x300.jpg 188w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Küste vor Kommos auf <a href="https://hellas.blog/tag/kreta/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kreta</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gegend ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. In der Zeit der minoischen Kultur entstanden  große Städte. Die wichtigsten sind wohl Phaistos und Gortys. Wie die in Kommos ausgegrabene Stadt in antiker Zeit hieß, ist nicht geklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommos wurde um 1900 vor Christus als Hafenanlage gebaut. Der Hafen des nahe gelegenen Phaistos war verlandet. Neben der Landwirtschaft waren Fischfang und vor allem der Handel ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig für die Region. Als auch Agia Triada den direkten Zugang zum Meer verlor, gab das der Entwicklung von Kommos einen Schub. Um etwa 1700 vor Christus zerstörte ein großes Erdbeben den Ort, er wurde aber umgehend wieder aufgebaut. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als minoischer Hafen existierte der Ort bis etwa 1200 vor Christus. Für die nächsten 200 Jahre gibt es keine Spuren menschlicher Aktivitäten. Möglicherweise ist der Ort nach Ende der Minoer aufgegeben worden. Mit Beginn der archaischen Zeit kamen die Menschen hierher zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 800 vor Christus stand hier in Kommos phönizisches Heiligtum. Keramiken und Skulpturen, die man hier fand, weisen Handelsbeziehungen mit Sardinien, Unteritalien, Ägypten und der Levante nach. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als griechische Siedlung existierte Kommos bis in die Zeit des Römischen Reiches weiter. Um 200 nach Christus wurde der Ort jedoch aufgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kommos können wir viel über die Geschichte der Messara-Ebene von der Jungsteinzeit bis in das zweite nachchristliche Jahrhundert erfahren. Da die Siedlung dann aufgegeben wurde, gab es keine großen menschlichen Aktivitäten, welche die historischen Spuren zerstört hätten. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Ausgrabungsstätte von Kommos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das archäologische Areal von Kommos ist in drei Ausgrabungsstätten unterteilt, die nebeneinander liegen. Sie liegen unterhalb des kleinen Hügels von Spanos, der parallel zur Küste verläuft. Das Areal der Ausgrabungen ist für Besucher nicht zugänglich. Man kann aber von außerhalb einiges sehen. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="896" height="498" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos_suedliche_Ausgrabungsflaeche.jpg" alt="Kommos: Die südliche Ausgrabungsfläche am Meer" class="wp-image-1118" style="width:400px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos_suedliche_Ausgrabungsflaeche.jpg 896w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos_suedliche_Ausgrabungsflaeche-300x167.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos_suedliche_Ausgrabungsflaeche-768x427.jpg 768w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Kreta_Kommos_suedliche_Ausgrabungsflaeche-800x445.jpg 800w" sizes="(max-width: 896px) 100vw, 896px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die südliche Ausgrabungsfläche am Lybischen Meer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am nördlichen Hang des Hügels liegt das kleinste der drei Grabungsfelder. Dort sind Häuser aus der minoischen Zeit ausgegraben wurden. Man erkennt, dass diese teils auf den Überresten älterer Häuser errichtet worden sind. Das zeigt, dass die Menschen die Siedlung nicht aufgegeben haben, wenn sie zerstört wurde. Man hat Reste von Treppen gefunden, so dass von einem mehrgeschossigen Hausbau ausgegangen werden darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im südlichen Bereich des archäologischen Areals von Kommos sind die meisten Funde gemacht worden. Hier war das Zentrum der minoischen Stadt. Längliche Gebäudestrukturen lassen darauf schließen, dass es hier einen Werftbetrieb gegeben haben könnte. Schön sind auch Fresken aus der minoischen Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nordwestlich dieses Areals finden wir den dritten Fundbereich. Hier sind Tempel aus der Zeit zwischen 800 bis 600 vor Christus gefunden worden, die aus Steinen der früheren minoischen Siedlungstätigkeit errichtet worden sind. Bemerkenswert sind auch Funde, die aus Ägypten oder dem griechischen Festland stammen. Sie zeigen, dass es weitreichende Handelsbeziehungen gegeben haben muss. Waffenfunde dagegen machen deutlich, dass es auch militärische Erfordernisse in jener Zeit gab. Der Handel über den Hafen von Kommos wollte gegen Piraten und andere Begehrlichkeiten geschützt sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Entdeckung des antiken Kommos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstmalig sind Archäologen 1924 auf Kommos aufmerksam geworden. Genau genommen war es Arthur Evans, der auf den Ort aufmerksam geworden ist. Berühmt wurde Evans als Ausgräber von Knossos. Er gilt als ein wichtiger Erforscher der minoischen Kultur. Evans erfuhr von großen Lagergefäßen und nahm an, dass ein von ihm gefundenes Gebäude als Zollhaus gedient haben mag. Neuere Ausgrabungen bestätigen zumindest, dass es sich um ein Wirtschaftsgebäude gehandelt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein deutscher Hobby-Archäologe, &nbsp;Friedhelm Will, vertrag Anfang der 1970er Jahre die Ansicht, dass es sich bei Kommos um eine Hafenanlage handeln könnte. Inzwischen konnten die Ausgräber und Wissenschaftler das bestätigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1976 führen der griechische Archäologen in Kommos Ausgrabungen durch. In Zusammenarbeit mit der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ascsa.edu.gr/" target="_blank">American School of Classical Studies at Athens</a> und der Universität Toronto haben die Forscher herausgefunden, was wir heute über Kommos wissen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Name Kommos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der Ort in der Antike hieß, wissen wir nicht. Einige Forscher gingen davon aus, dass der Ort in minoischer Zeit Amyklaion hieß. Es mag später einen anderen Namen gegeben haben. Evans hat den Ort Kommos genannt, als er hier ausgrub. Der Name des Ortes könnte er von einer Algenart namens <em>kommenos</em> abgeleitet haben, die hier am Strand angespült wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einheimischen nennen den Strand von den Felsen im Süden bis kurz vor Kokkinos Pigos <em>Kommos</em>. Es mag sein, dass Evans auch diese Bezeichnung aufgegriffen hat, nicht die Algen. </p>
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