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	<title>Glyptothek Archive - Hellas Blog</title>
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		<title>Tenea</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tenea (Τενέα) war eine antike Stadt auf der Peloponnes in der Nähe von Korinth. In der Nähe liegt heute das Dorf Chilimodi.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/tenea/">Tenea</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Tenea (Τενέα) war eine antike Stadt auf der&nbsp;<a href="https://hellas.blog/peloponnes/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Peloponnes</a>&nbsp;in der Nähe von Korinth. In der Nähe liegt heute das Dorf Chiliomodi. Eine Zeit lang hieß dieser Gemeindebezirk auch Tenea. Der aber ist aufgelöst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das musst du über Tenea wissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legende nach waren die ersten Bewohner von Tenea trojanische Gefangene. <a href="https://hellas.blog/agamemnon/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agamemnon</a> erlaubte ihnen, sich auf der Peloponnes anzusiedeln. Hier durften sie eine neue Stadt errichten. Das klingt sehr nach Rom, das ja der Sage nach auch von Flüchtlingen aus Troja gegründet worden sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es im 19. Jahrhundert hier Ausgrabungen gab, setzte die systematische Erforschung doch erst 2013 ein. Unter der Leitung von Dr. Elena Korka wurde das Tenea-Projekt ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Forschungsprogramm, das von der Ephorie für prähistorische Altertümer des Kultur- und Sportministeriums umgesetzt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anlass war ein Fund, den man 1984 gemacht hat. Damals ist ein Ganzsteinsarkophag ans Licht gekommen. Der war künstlerisch sehr wertvoll. Die Überdeckplatte trug eine Komposition als zwei facettierten Löwen und einer Palmette in der Mitte. Heute ist sie im Archäologischen Museum von Korinth zu sehen. Es dauerte etwas, aber dieser Fund führte dazu, dass Wissenschaftler sich diese Stadt dann doch etwas näher ansahen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" target="_blank" href="https://www.nzz.ch/feuilleton/tenea-ld.1439223">Neuen Züricher Zeitung ist 2018</a>&nbsp;ein lesenswerter Artikel über die Funde erschienen, die man in Tenea gemacht hat. Das war aber nicht das Ende der Ausgrabungsarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sind inzwischen vier Ausgrabungssektoren untersucht worden. In einem großen Gebäude aus römischer Zeit ist ein Versteck mit 18 Silber- und Kupfermünzen gefunden worden. In Tenea hat man auch eine Sammlung von Votivfiguren gefunden. Auch kam ein weiteres Versteck zutage. Dort fand man ca. 2100 Münzen, die aus dem 5. und 6. Jahrhundert nach Christus stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Informationen kannst Du einer&nbsp;Pressemeldung des griechischen Kulturministeriums&nbsp;entnehmen. In ihm sind die Ergebnisse der systematischen archäologischen Forschung in Tenea dargestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kouros von Tenea</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das wohl berühmteste archäologische Fundstück ist eine 1,53 m hohe archaische Skulptur. Man nennt sie den Kouros von Tenea oder auch den Apoll von Tenea.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized" id="Kouros-von-Tenea"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Kouros_120413.jpg/960px-Kouros_120413.jpg" alt="Kouros von Tenea" style="width:300px;height:auto" title="Kouros von Tenea"/><figcaption class="wp-element-caption">Der Kouros von Tenea<br>(Bildquelle: Wikipedia)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist in der Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus entstanden. Der Marmor stammt von der Insel Paros. Wer der Künstler ist, habe ich nicht herausfinden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefunden hat man die Skulptur im Jahr 1846 bei Ausgrabungen in Tenea. Sie war zerstückelt. Ein Teil des rechten Arms fehlte und wurde ersetzt. Der Kopf ist in einem Tontopf gefunden worden, der ihn über die Jahrhunderte geschützt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue zeigt einen jungen, sehr athletisch gebauten Mann. Sein Körper ist nackt und sehr kräftig. Die Staue ruht auf den Beinen, wobei das linke Bein einen kleinen Schritt nach vorne macht. Die Arme hängen in perfekter Symmetrie an den Seiten, die Hände sind zu Fäusten geballt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das lange Haar ist gut frisiert und fällt in Locken nach hinten ab. Das habe ich auch an anderen Statuen in diesem Stil gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue zeigt einen gewissen künstlerischen Einfluss aus Ägypten. Dort gab es recht ähnliche Darstellungen bedeutender Persönlichkeiten. Aber die Nacktheit des Körpers, die lebendige Haltung der Figur und der starke Ausdruck des Gesichts empfinde ich als genuin griechisch. Die Proportionen des Körpers sind genauer als das, was ich bei ägyptischen Statuen gesehen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer aber ist das? Den Fund haben die Ausgräber in der Nekropole von Tenea gemacht. Es kann also sein, dass ein verstorbener Jüngling dargestellt ist. Daher passt die Bezeichnung als Kouros sehr gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Strabon erwähnt in seiner&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" target="_blank" href="https://el.wikisource.org/wiki/%CE%93%CE%B5%CF%89%CE%B3%CF%81%CE%B1%CF%86%CE%B9%CE%BA%CE%AC/%CE%97">Geographika</a>, dass es in Tenea ein Heiligtum gab, das Apollon geweiht war. Vom Typ her könnte es sich bei der Statue auch um eine archaische Darstellung dieses Gottes handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist der Kouros in der Glyptothek in München zu sehen. Die hat sie 1853 erworben. Dort hat sie die Inventarnummer 168. Eine Kopie ist übrigens im Archäologischen Museum in Basel zu sehen.</p>
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		<title>Aphaia – ein Flüchtlingskind aus Kreta</title>
		<link>https://hellas.blog/aphaia/</link>
					<comments>https://hellas.blog/aphaia/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sagen, Mythen, Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Furtwängler]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die auf Ägina im berühmten Tempel verehrte Aphaia war ein Flüchtling aus Kreta. Dort entkam sie dem Minos und machte in ihrer neuen Heimat Ägina Karriere.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Göttin Aphaia (Ἀφαία) war die Hauptgöttin der Insel Ägina. Nur von dort ist eine Kultstätte bekannt. Andere Namen sind Britomartis oder Diktynna.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kult um diese Göttin entstand vermutlich im 14. Jahrhundert v.Chr. Sie war eine Fruchtbarkeitsgottheit, die ihre schützende Hand auch über die Landwirtschaft der Menschen und die gesamte Insel hielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Möglicherweise stammt der Kult nicht von Ägina, sondern ursprünglich aus Kreta. <a href="https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Paus.+2.30.3&amp;fromdoc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0160" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pausanias</a><sup data-fn="4d6ba300-368d-42bb-a9a1-87e303fb71a4" class="fn"><a id="4d6ba300-368d-42bb-a9a1-87e303fb71a4-link" href="#4d6ba300-368d-42bb-a9a1-87e303fb71a4">1</a></sup> nennt Zeus als Vater. Ihre Mutter sei Karme, eine aus Kreta stammende Nymphe und Halbgöttin. Es wird gesagt, dass Aphaia die Göttin Artemis sehr verehrt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Insel Kreta musste Aphaia jedoch verlassen, und das kam so: Minos – ihr Halbbruder – hatte sich in sie verliebt und verfolgte Aphaia ganze neun Monate lang durch die Berge Kretas. Auf einem steilen Felsen blieb sie an einem Myrtenzweig hängen, so dass Minos sie fast gefangen hatte. Sie sprang ins Meer und rettete sich so vor ihm. Sie landete in den Netzen von Fischern, die sie auf Ägina in Sicherheit brachten. Artemis erhob sie später in den Rang einer Göttin. So berichtet es Karl Kerényi, der noch eine zweite Geschichte parat hat. Auf Ägina habe ein Fischer die Nymphe vergewaltigen wollen, die sich damals noch Britomartis nannte. Sie sei aber in ein Waldgebiet geflohen, wo dann später der Tempel errichtet wurde. Kerényi selbst hält diese Geschichte für unwahrscheinlich.<sup data-fn="9eec5504-50e6-4805-ab62-d630797218cb" class="fn"><a id="9eec5504-50e6-4805-ab62-d630797218cb-link" href="#9eec5504-50e6-4805-ab62-d630797218cb">2</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tempel der Aphaia</h2>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Tempel-Aphaia"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/04/Aegina-2021-Aphaia-Tempel.jpg" alt="Tempel der Aphaia" class="wp-image-14621" style="width:400px" title="Tempel der Aphaia auf Ägina" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/04/Aegina-2021-Aphaia-Tempel.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/04/Aegina-2021-Aphaia-Tempel-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/04/Aegina-2021-Aphaia-Tempel-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tempel der Aphaia</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kultort der Aphaia auf Ägina ist heute weltberühmt. Der&nbsp;<a href="https://maps.app.goo.gl/5J5jNzuMdeKeAAUs6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tempel der Aphaia</a>&nbsp;steht im Nordwesten von Ägina. Das heute noch als Ruine erhaltene Gebäude ist zwischen 510 v.Chr. und 490/480 v.Chr. errichtet worden. Der Altar ist auf die Mittelachse des Tempels ausgerichtet und passt so perfekt in die Harmonie des Gebäudes. Um 500 v.Chr. stellte man der Aphaia zudem Athene an die Seite, die ab dann praktisch die eigentliche Schutzgöttin von Ägina war. Die Bauteile des Tempels wurden Befestigungen aus Metall zusammengehalten. Vermutlich im 3. Jahrhundert nach Christus hat man das Metall aus dem Gebäude entfernt.Die jenigen, die das gemacht haben, verwendeten es für andere Zwecke . Einige Teile des Tempels stürzten ein und die Menschen haben ihn wohl nicht wieder aufgebaut. Das Gebäude wurde zur Ruine und geriet zunächst in Vergessenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1811 sollte sich das ändern. Der englische Architekt Cockerell und der deutsche Baron von Hallerstein besuchten die Ruinen und führten Ausgrabungen durch. Dabei entdeckten sie die Skulpturen der Giebel, die teilweise noch Reste der antiken Färbung hatten. Cockerell und Hallerstein dokumentierten die polychrome Bemalung des Tempels, so dass diese als nachgewiesen gelten konnte. Die Skulpturen verschafften sie nach Italien und verkauften sie an König Ludwig I. von Bayern. Heute sind sie in der Glyptothek zu sehen. Die systematische Ausgrabung des Tempels erfolgte 1901 durch das DAI Athen unter der Leitung von Adolf Furtwängler. Sein Bericht ist auf den Seiten der Uni Heidelberg heute frei verfügbar.<sup data-fn="111ee066-af2a-43d8-9278-d5d00410a027" class="fn"><a id="111ee066-af2a-43d8-9278-d5d00410a027-link" href="#111ee066-af2a-43d8-9278-d5d00410a027">3</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Aphaia, das Flüchtlingskind</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So kann man mit einer gewissen Ironie sagen, dass Aphaia ein Flüchtlingskind aus Kreta ist, das schließlich nach Ägina gelangte und in der neuen Heimat von deren Einwohnern verehrt wurde.</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="4d6ba300-368d-42bb-a9a1-87e303fb71a4">Pausanias 2.30.3 <a href="#4d6ba300-368d-42bb-a9a1-87e303fb71a4-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" consent-required="4839" consent-by="services" consent-id="4840"/>︎</a></li><li id="9eec5504-50e6-4805-ab62-d630797218cb"><a href="https://hellas.blog/mythologie-griechen-karl-kerenyi/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kerényi</a>, Band 1, 117. <a href="#9eec5504-50e6-4805-ab62-d630797218cb-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" consent-required="4839" consent-by="services" consent-id="4840"/>︎</a></li><li id="111ee066-af2a-43d8-9278-d5d00410a027">Furtwängler, <a href="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/furtwaengler1906/0001/image,info" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aegina – Das Heiligtum der Aphaia</a>, München 1906 <a href="#111ee066-af2a-43d8-9278-d5d00410a027-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" consent-required="4839" consent-by="services" consent-id="4840"/>︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/aphaia/">Aphaia – ein Flüchtlingskind aus Kreta</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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