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	<title>Scherbengericht Archive - Hellas Blog</title>
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	<description>Griechenland für Dich</description>
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		<title>Scherbe mit dem Namen des Perikles</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Nov 2025 21:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Artefakte]]></category>
		<category><![CDATA[Athen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sehenswürdigkeiten in Athen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Museum der griechischen Agora ist eine Scherbe mit dem Namen des Perikles zu sehen. Sie ist ein Zeugnis für das Scherbengericht, das einst sein Schicksal bestimmte. Faszinierend ist, dass eine solche Scherbe sich bis heute erhalten hat.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/scherbe-perikles/">Scherbe mit dem Namen des Perikles</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal des antiken Staatsmanns <a href="https://hellas.blog/perikles/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Perikles</a> war einst mit einer Scherbe verbunden. Zu sehen ist sie im <a href="https://hellas.blog/tag/museum-auf-der-griechischen-agora/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Museum auf der Griechischen Agora</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ostrakismos &#8211; die Volksabstimmung über das Schicksal eines Menschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im antiken Athen hatten die Bürger die Möglichkeit, über das Schicksal eines angeklagten Menschen abzustimmen. Dabei gab es kein Pardon auch für die Mächtigen der Stadt. Der Ostrakismos war ein recht beliebtes Mittel, jemanden loszuwerden um ihn seines politischen Einflusses zu berauben. Dazu leitete man eine Abstimmung ein. Aus heutiger Sicht ist das ein recht schräges Verständnis von Demokratie. Eine Scherbe dokumentiert, dass es selbst den berühmten Perikles treffen konnte.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Perikles-Abgusssammlung-Berlin"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="497" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/01/Perikles-in-Abgusssammlung-Antiker-Plastik-in-Berlin.jpg" alt="Perikles (in Abgusssammlung Antiker Plastik Berlin)" class="wp-image-1941" style="width:300px" title="Perikles-Abgusssammlung-Berlin" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/01/Perikles-in-Abgusssammlung-Antiker-Plastik-in-Berlin.jpg 497w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/01/Perikles-in-Abgusssammlung-Antiker-Plastik-in-Berlin-186x300.jpg 186w" sizes="(max-width: 497px) 100vw, 497px" /><figcaption class="wp-element-caption">Perikles <br>(Abgusssammlung Antiker Plastik Berlin)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abstimmung fand mit Hilfe von Scherben statt, auf denen der Name des Angeklagten geschrieben stand. Dieses Verfahren nennt man Ostrakismos, was sich vom altgriechischen ὁ ὀστρακισμός ableitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich eingeführt wurde dieses Verfahren wohl als Notbremse gegen Alleinherrscher, so genannte Tyrannen. Das Volk hatte mit dem Ostrakismos eine Möglichkeit, diese abzusetzen und in die Verbannung zu schicken. Das Verfahren konnte aber jeden treffen, für dessen Verbannung die Mehrheit gestimmt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste derartige Abstimmung ist für das Jahr 487 v.Chr. überliefert. Hipparchos wurde verbannt, ein Verwandter des bereits verbannten Tyrannen Hippias. Im Jahr 482 v.Chr. traf das Schicksal dann die Familie des Perikles. Die Athener haben entscheiden, dass sein Vater Xanthippos ist in die Verbannung gehen musste. Derartige Abstimmungen liefen fast das ganze 5. vorchristliche Jahrhundert über. Sie verkamen aber mehr und mehr zu einem Instrument, mit dem missliebige politische Konkurrenten unter irgend einem Vorwand angeklagt und in die Verbannung geschickt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Jahr 416 v.Chr. ist der letzte Ostrakismos überliefert. Danach stimmten die Bürger noch jahrzehntelang darüber ab, ob ein neuer Ostrakismos durchgeführt werden soll. Dafür fand sich aber keine Mehrheit mehr, so dass Athen dieses Verfahren irgendwann komplett abgeschafft hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu anderen Begebenheiten aus der Antike ist die Quellenlage beim Ostrakismos sehr gut. Weit über 10.000 Scherben hat man gefunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">So wurde das Scherbengericht durchgeführt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kam es zum Scherbengericht, mussten mindestens 6.000 Bürger Athens anwesend sein. Jeder brachte &#8222;seine&#8220; Scherbe mit, auf der ein Name stand. Im Vorfeld mussten interessierte Leute also schon kräftig Stimmung für oder gegen eine Persönlichkeit gemacht haben. Ansonsten wäre deren Namen nicht in ausreichender Zahl auf den Scherben aufgetaucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Verbannung hatte derjenige zu gehen, den von einer Mehrheit der (mindestens) 6.000 Bürger dafür benannt hat. Wer die Mehrheit der Stimmen hatte, musste Athen verlassen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Scherbe des Perikles</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Perikles selbst verbannt wurde, ist nicht überliefert. Es hat aber viele Leute aus seinem persönlichen Umfeld getroffen. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized" id="Scherbe-mit-Namen-des-Perikles"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/11/Griechische-Agora-Museum-Scherbe-Perikles.jpg" alt="Scherbe mit Namen des Perikles" class="wp-image-13036" style="width:400px" title="Scherbe mit Namen des Perikles" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/11/Griechische-Agora-Museum-Scherbe-Perikles.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/11/Griechische-Agora-Museum-Scherbe-Perikles-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/11/Griechische-Agora-Museum-Scherbe-Perikles-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Scherbe mit Namen des Perikles<br>(Museum auf der Griechischen Agora)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin haben Archäologen eine Scherbe gefunden, die seinen Namen trägt. Wir können sie recht sicher dem Staatsmann Perikles zuordnen, denn neben seinem Namen sehen wir noch sein Patronym.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist die Schreibweise des Namens. Auf griechisch wird der Name des Perikles als Περικλῆς geschrieben, am Ende ist das lange E (Eta = Η). Ich sehe als vorletzten Buchstaben aber ein kurzes E (Epsilon = Ε). Sein Vater Xanthippos schreibt sich auf griechisch Ξάνθιππος. Anstatt dem Xi (Ξ) am Anfang lese ich die Buchstaben Chi Sigma (ΧΣ).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür gibt es aber eine interessante Erklärung. Die Schreibung der Nominativendung auf -es und die der Genitivendung auf -o ist dem bis 403/2 gültigen attischen Alphabet zuzuschreiben.<sup data-fn="f0d64903-ca93-4f57-ab4a-dd9525fbf873" class="fn"><a href="#f0d64903-ca93-4f57-ab4a-dd9525fbf873" id="f0d64903-ca93-4f57-ab4a-dd9525fbf873-link">1</a></sup></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Scherbe selbst entstammt einer Keramik aus rotem Ton, die schwarz glasiert war. Vermutlich ist diese Keramik zerbrochen, was die letzte Nutzung der Scherbe für die anstehende Abstimmung dann ermöglicht hat. Der Schreiber hat den Namen des Perikles dann hineingeritzt.</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="f0d64903-ca93-4f57-ab4a-dd9525fbf873">vielen Dank an Wolf-Rüdiger Klingler für seinen Hinweis dazu. <a href="#f0d64903-ca93-4f57-ab4a-dd9525fbf873-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" consent-required="4839" consent-by="services" consent-id="4840"/>︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/scherbe-perikles/">Scherbe mit dem Namen des Perikles</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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