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	<title>Gallier Archive - Hellas Blog</title>
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	<description>Griechenland für Dich</description>
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	<title>Gallier Archive - Hellas Blog</title>
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		<title>Hobby-Archäologen finden bei Basel zwei keltische Stater aus Gold</title>
		<link>https://hellas.blog/hobby-archaeologen-finden-bei-basel-zwei-keltische-stater-aus-gold/</link>
					<comments>https://hellas.blog/hobby-archaeologen-finden-bei-basel-zwei-keltische-stater-aus-gold/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem Wald bei Basel haben schweizer Hobby-Archäologen zwei keltische Stater gefunden. Die Münzen sind aus Gold. Wir sehen an ihnen die tiefe kulturelle Verbindung der Kelten nach Griechenland.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/hobby-archaeologen-finden-bei-basel-zwei-keltische-stater-aus-gold/">Hobby-Archäologen finden bei Basel zwei keltische Stater aus Gold</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In einem Wald bei Basel haben schweizer Hobby-Archäologen zwei keltische Stater gefunden. Darüber erfahren wir mehr auf der Seite der <a href="https://www.archaeologie.bl.ch/entdecken/fundstelle/181/funkelndes-gold/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Archäologie Baselland</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keltische Stater in einem Wald bei Basel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fundort liegt etwa 5 km von der deutschen Grenze entfernt. Die nächste Großstadt ist Basel. Genau genommen hat man die Münzen in der Nähe von Arisdorf gefunden. Die Fundstelle nennt sich Bärenfels.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Fundstelle-Bärenfels"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen-Fundstelle-Baerenfels.jpg" alt="Fundstelle Bärenfels" class="wp-image-13604" style="width:400px" title="Fundstelle Bärenfels" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen-Fundstelle-Baerenfels.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen-Fundstelle-Baerenfels-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen-Fundstelle-Baerenfels-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fundstelle Bärenfels <br>(Bild mit freundlicher Erlaubnis der Archäologie Baselland)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fachleute meinen, dass die Münzen in der Mitte des 3. Jahrhunderts vor Christus gemacht wurde. Sie gehören damit zu den ältesten keltischen Münzen, die man je in der Schweiz gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Gegend hatte man <a href="https://www.archaeologie.bl.ch/entdecken/fundstelle/172/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">2023 einen Hort von 34 keltischen Silbermünzen</a> gefunden. Im Frühjahr 2025 fand eine Nachsuche statt. Die Experten waren erstaunt, zwei Goldmünzen zu finden. Dabei handelt es sich einmal um einen Stater. Und die andere Münze ist ein Viertelstater. Zu diesen Münzen schreibe ich weiter unten etwas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist der historische Kontext dieser Münzen. Forscher nehmen an, dass keltische Kämpfer sich als Söldner verdingt haben. Bezahlt hat man sie mit griechischen Münzen. Die nahmen sie mit nach Mitteleuropa. So kam das Münzwesen in die Gegenden unseres Kontinents nördlich der Alpen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Erklärungen als Sold für solche Münzen sind auch denkbar. Sie könnten diplomatische Geschenke sein, eine Mitgift oder zu politischen Zwecken eingesetzt worden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Gestaltung keltischer Münzen sieht man sehr deutlich das griechische Vorbild. Auf diesen beiden Münzen sehen wir den Kopf des Gottes Apollon. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie kommen keltische Stater in einen Wald bei Basel?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was sagt uns das über diese beiden Münzen? Die Kelten haben Goldmünzen sicherlich nicht für alltägliche Zahlungen genutzt. Dafür waren sie viel zu wertvoll. Sie könnten eine Grabbeigabe für einen Verstorbenen sein. Aber auch ein Opfer für eine Gottheit ist denkbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Opfer werden in Mooren oder Gewässern gefunden. Das ist auch bei diesen beiden Münzen der Fall. Bei Arisdorf gibt es mit Wasser gefüllte Dolinen. Eine Doline ist ein Sinkloch, auch Karstloch genannt. Solche Orte konnten bestimmten Gottheiten geweiht sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nahen Büechlihau befand sich in keltischer Zeit sehr wahrscheinlich ein Heiliger Hain. Aus diesem Grund kann es sein, dass es am Fundort auch einen gab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kelten und ihr Bezug zu Griechenland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stater gilt als die wohl wichtigste Münze des antiken Griechenland. Der Name kann mit <em>derjenige, der wiegt</em> übersetzt werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized" id="2-keltische-Goldstater"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen.jpg" alt="2 keltische Goldstater" class="wp-image-13605" style="width:400px" title="2 keltische Goldstater" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2026/01/Schweiz-Basel-2-keltische-Goldmuenzen-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2 keltische Goldstater <br>(Bild mit freundlicher Erlaubnis der Archäologie Baselland)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das erinnert an die ursprüngliche Funktion von Münzen hin. Sie waren genormte Gewichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kamen nun die Kelten und Griechen zusammen? Kelten waren in Europa weit verbreitet. Die auf Delos gefundene <a href="https://hellas.blog/kaempfender-gallier-athen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statue des verwundeten Galliers</a> ist heute im Archäologischen Nationalmuseum Athen zu sehen. Dieses Kunstwerk lässt erahnen, welchen hohen Respekt die antiken Griechen vor keltischen Kämpfern gehabt haben müssen. Und das kommt nicht von ungefähr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kelten waren nicht einfach nur irgendwelche Barbaren, sie waren in Griechenland respektierte Krieger. So kam es auch, dass Kelten als Söldner an der Seite griechischer Feldherren kämpften. Die Entlohnung erfolgte in Münzen, deren Zweck die Kelten schnell verstanden haben. So kam es, dass sie auch in ihren Heimatgebieten nördlich und weltlich der Alpen eigene Münzen prägten und verwendeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei haben die Kelten sich an den griechischen Vorbildern orientiert. Die griechischen Münzen hatten einen anerkannten Wert. Und wenn die Kelten selbst Münzen herstellten, dann haben die Menschen sie nur dann als gleichwertig angesehen, wenn Form, Prägung, Material und Gewicht den griechischen Vorbildern entsprachen. Das erklärt, weshalb wir auf den bei Basel gefundenen Goldstatern den Kopf des Apollon sehen und ein griechisches Pferdegespann. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ab März kannst du die Münzen sehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Keltische Stater, die auch noch bei Basel gefunden werden, sind etwas ganz Besonderes. Die Archäologie Baselland und das Historische Museum Basel haben beschlossen, sie in die laufende Ausstellung Schatzfunde zu integrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab März sind die beiden Goldstater in einer Sondervitrine in der <a href="https://maps.app.goo.gl/MfKsCAAT1xrRsJZL8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Barfüßerkirche in Basel</a> zu sehen. Zusammen mit ihnen werden auch Silbermünzen vom gleichen Fundort gezeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte informiere Dich vor Deinem Besuch auf der Homepage des <a href="https://www.hmb.ch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Historischen Museums Basel</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Danksagung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte mich bei der Archäologie Baselland herzlich für die Unterstützung zu diesem Beitrag bedanken. Sie hat mir Fotos der Münzen und des Fundorts zur Verfügung gestellt und mir erlaubt, die Bilder im Hellas Blog zu verwenden. Über diese nette Unterstützung meines Hobby-Blogs freue ich mich sehr. Danke!</p>
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		<title>Kämpfender Gallier</title>
		<link>https://hellas.blog/kaempfender-gallier-athen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Feb 2024 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der kämpfende Gallier: Diese wunderbare Statue steht im Archäologischen Nationalmuseum Athen. Sie erzählt eine dramatische Geschichte.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Diese Statue nennt man kämpfender Gallier. Sie ist im <a href="https://hellas.blog/archaologisches-nationalmuseum-athen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Archäologischen Nationalmuseum</a> in <a href="https://hellas.blog/athen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Athen</a> zu sehen. Die Statue ist 93 cm hoch, die Inventarnummer wird mit 247 angegeben. Gefunden hat man ihn auf Delos (altgriechisch Δῆλος, neugriechisch Δήλος), der heiligen Insel des antiken Griechenland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der kämpfende Gallier</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue des kämpfenden Galliers gilt als typisches Beispiel einer späthellenistischen Skulptur mit Merkmalen der Schule von Pergamon.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="524" height="675" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Die-Statue-des-kaempfenden-Galliers.jpg" alt="Statue des kämpfenden Galliers" class="wp-image-4567" style="width:300px" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Die-Statue-des-kaempfenden-Galliers.jpg 524w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Die-Statue-des-kaempfenden-Galliers-233x300.jpg 233w" sizes="(max-width: 524px) 100vw, 524px" /><figcaption class="wp-element-caption">Statue des kämpfenden Galliers</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gefunden hat man den Helm in der Agora der Italiener auf Delos. Der verwundete Krieger ist auf sein rechtes Knie gefallen. Im rechten Oberschenkel sieht man ein Loch, in dem einst eine Pfeilspitze gesteckt haben mag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Auf dem Boden neben dem Gallier legt sein Helm, auf den ich unten eingehe. Mit dem linken Arm verteidigt der Kämpfer sich gegen seinen Feind. Die Skulptur ist auf einer Plinthe fixiert, die den Untergrund darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich empfinde den Helm als eine ganz besondere Symbolik. Der Kämpfer hat ihn nicht mehr auf, und er ist verwundet zu Boden gegangen. Die gesamte Körperhaltung und auch sein Gesicht zeigen, dass es hier um jemanden geht, der keinesfalls aufgegeben hat. Noch wehrt er sich, wo andere doch schon längst aufgegeben hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Gallier in dieser Haltung darzustellen, ist in einer von Kämpfen und Auseinandersetzungen geprägten Zeit ein Zeichen des Respekts. Die Griechen glaubten zudem, sie seien die Zivilisation, allen anderen überlegen ist. Daran änderten die Römer auch nichts, als sie Griechenland in ihr Imperium einverleibten. Sie waren klug genug sich als „gleichwertig“ zu deklarieren und Griechenland im Übrigen zu unterwerfen. Indem der Künstler Griechen und Römern einen „unterlegenen“ Barbaren in dieser Pose zeigte, ermahnte er sie zum Heldentum auf dem Schlachtfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird auch sehr deutlich an dem Gesichtsausdruck des Galliers. Auch wenn der Marmorkopf beschädigt ist, kann man den Blick des Galliers noch sehr gut nachvollziehen. Da ist niemand, der Angst hat oder aufgeben würde. Das ist ein Kämpfer, der so lange weitermacht bis er besiegt (also tot) ist oder aber den Gegner niedergerungen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vermutlich hat der Bildhauer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Agasias_(Sohn_des_Menophilos)">Agasias</a> die Statue um 100 v.Chr. gefertigt. Agasias stammte aus Ephesos, war aber vor allem in Delos tätig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Galatische Helm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein interessantes Detail der Statue ist der Galatische Helm, der auf dem Boden neben der Statue zu sehen ist.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="694" height="694" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Der-Galatische-Helm-des-kaempfenden-Galliers.jpg" alt="Der galatische Helm neben der Statue des kämpfenden Galliers" class="wp-image-4572" style="width:400px;height:undefinedpx" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Der-Galatische-Helm-des-kaempfenden-Galliers.jpg 694w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Der-Galatische-Helm-des-kaempfenden-Galliers-300x300.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Der-Galatische-Helm-des-kaempfenden-Galliers-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 694px) 100vw, 694px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der galatische Helm neben der Statue des kämpfenden Galliers</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Galater (Γαλάται) sind die Nachfahren der 20.000 Kelten, die 278 v. Chr. von König <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikomedes_I." target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nikomedes I. von Bithynien</a> angeworben wurden. Die Hälfte von ihnen waren Krieger, die Nikomedes halfen sich im Machtkampf gegen seinen Bruder zu behaupten. Danach ließen sie sich im Gebiet um Gordion und Ancyra (Ankara) nieder, das die Menschen später nach ihnen Galatien genannt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kelten blieben kriegerisch aktiv und konnten nur mühsam befriedet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Galater sind auch im Neuen Testament erwähnt, und zwar im <a href="https://www.schlachterbibel.de/de/bibel/galater/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brief des Paulus an die Galater</a>. Sie behielten ihre angestammte Kultur bei, waren aber hellenisiert. Nach um 400 n.Ch. ist durch den Kirchenvater Hieronymus die Existenz keltisch sprechender Völker in Galatien belegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Helm hat keine abstehende Krempe, er erinnert mich von der Form her an einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piloshelm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pilos-Helm</a>. An ihm fallen mir Ausstülpungen auf, die sich an seinen Seiten befanden. Ich denke, dass hier etwas angebracht werden konnte. Meine Vermutung ist, dass es sich um einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCgelhelm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flügelhelm</a> handelt. Solche kennen wir von den Galliern, populär ist der Helm des Asterix.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Material der Statue stammt von Paros</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Künstler hat die Staue aus parischem Marmor gefertigt , das Material stammt also von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paros" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Insel Paros</a>. In der Antike hat man den Marmor auf der Kykladeninsel Paros in deren nördlichem Gebirge abgebaut. Das Material war für Skulpturen und auch als Baumaterial sehr geschätzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den für Statuen genutzten Marmor haben die Menschen unterirdisch abgebaut, in so genannten Nymphen-Grotten. Die berühmtest aus diesem Marmor gefertigte Statue ist wohl die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Venus_von_Milo" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Venus von Milo</a>. In gewisser Weise ist der kämpfende Gallier also deren Bruder.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fund der Statue auf Delos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Man hat diese Statue auf der Insel <a href="https://goo.gl/maps/to8VxHJAL6GqoQN36" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Delos</a> gefunden, und zwar in mehreren Fragmenten. Die Skulptur selbst wurde auf der Agora der Italiener gefunden, der linke Arm im Heiligen See. Der Fundort des Kopfes ist nicht bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefunden hat diese Skulptur der französische Archäologe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Reinach" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salomon Reinach</a>. Sie kam am 3. August 1882 allerdings nicht vollständig ans Tageslicht, sondern zerbrochen in mehrere Teile. Reinachs erster Bericht nennt zwei Fragmente. Das erste und größte umfasst die Fußleiste, den rechten Unterschenkel, das zweite den Rest der Statue. Auf der nebenstehenden Grafik habe ich diese Bereiche mit 1 und 2 gekennzeichnet. Möglicherweise war der Sockel selbst auch zerbrochen. Ich habe aber auf meinen Fotos keine Bruchspur gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salomon Reinach hat seine Funde auf Delos in <a href="https://www.persee.fr/doc/bch_0007-4217_1884_num_8_1_4104" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Band 8 des Bulletin de correspondance hellénique von 1884</a> publiziert. Dieser Band ist inzwischen digitalisiert im Netz verfügbar, klickt einfach auf den vorstehenden Link. Hier seht Ihr auf Seite 179 eine Zeichnung der Skulptur, die den kämpfenden Gallier als Torso zeigt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vier vorhandene Fragmente</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fragmente 1 und 2 hat Salomon Reinach nach Mykonos überführen in das provisorische Museum von Mykonos überführen, ebenso wie das in der Nähe gefundene Basisfragment, das den Namen von Agasias, dem Sohn des Menophilos, trägt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="733" height="646" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Fragmente-des-kaempfenden-Galliers.jpg" alt="Die Fragmente des kämpfenden Galliers" class="wp-image-4571" style="width:400px;height:undefinedpx" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Fragmente-des-kaempfenden-Galliers.jpg 733w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Fragmente-des-kaempfenden-Galliers-300x264.jpg 300w" sizes="(max-width: 733px) 100vw, 733px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Fragmente des kämpfenden Galliers:
1: unteres Teil der Stautue
2: Torso
3: linker Arm
4: Kopf
5: rechter Fuß (fehlt)
6: Hinterkopf (fehlt)
7: rechter Unterarm (fehlt)
8: linker Unterarm (fehlt)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Teile der Statue hat man dann von Mykonos in das Archäologische Nationalmuseum von Athen gebracht, wo sie seit 1887 ausgestellt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 1906 geht die Fundgeschichte weiter. Der französische Archäologe Gabriel Leroux findet im Heiligen See auf Delos einen linken Arm. In der Grafik habe ich diesen Bereich der Skulptur mit der Ziffer 3 versehen. Den Arm hat man im Delos-Museum deponiert, dort aber zunächst nicht weiter beachtet. Erst später kam die Idee auf, dass der kämpfende Gallier seinen linken Arm zurückbekommen könnte. 1950 hat ihn ein Bildhauer an den Torso angebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Kopf des Kriegers habe ich mit der Nummer 4 versehen. Aufgetaucht ist der irgendwann in den 1890er Jahren, wer ihn gefunden hat ist (mir) nicht bekannt. Bezeichnet wurde er zuerst als „Kopf von Mykonos“, was möglicherweise eine Ablenkung von den Findern bedeutet, die mit dem illegalen Antikenhandel Geld verdienten. 1905 ging er jedenfalls an das Delos-Museum. Die Idee, dass es sich um den Kopf des Galliers handeln könnte, kam schnell auf. Mit einem Abguss des Kopfes hat man 1972 eine Probemontage auf die Statue vorgenommen. Das Ergebnis überzeugte, so dass der Kopf 1973 nach Athen kam und heute auf der Statue des kämpfenden Galliers zu sehen ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">(mindestens) vier fehlende Fragmente</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue ist bis heute nicht vollständig. Mindestens zwei Teile fehlen. Im Bild habe ich mit 5 den linken Fuß und mit 6 den Hinterkopf markiert. Am auffälligsten sind der rechte (7) und der linke (8) Unterarm, die fehlen. Es gibt weitere kleine Fehlstellen (zum Beispiel an Nase und Lippen), die ich nicht mit Ziffern markiert habe. Schön wäre, wenn einige weitere Fragmente auftauchen und dem Gallier zugeordnet werden könnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Gallier erzählt vom heiligen Delos und seinem Untergang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Delos gab es in der Antike ein wichtiges Heiligtum des Apollon. Delos war alles Griechen heilig. 1990 ist Delos sogar zum <a href="https://hellas.blog/tag/unesco/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNESCO</a> <a href="https://hellas.blog/tag/weltkulturerbe/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltkulturerbe</a> ernannt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gallier ist ein herausragendes Kunstwerk, das sieht man trotz der vielen Schäden an der Statue noch heute. Seine Körperhaltung und der Gesichtsausdruck faszinieren und berühren den Betrachter. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Gallier: ein wertvolles Geschenk an Delos</h3>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="694" height="694" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Das-Gesicht-des-kaempfenden-Galliers.jpg" alt="Das Gesicht des kämpfenden Galliers" class="wp-image-4565" style="width:400px;height:undefinedpx" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Das-Gesicht-des-kaempfenden-Galliers.jpg 694w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Das-Gesicht-des-kaempfenden-Galliers-300x300.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Das-Gesicht-des-kaempfenden-Galliers-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 694px) 100vw, 694px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Gesicht des kämpfenden Galliers</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss sehr viel Geld gekostet haben, diese Statue fertigen und nach Delos bringen zu lassen. Derjenige, der das veranlasst hat, wollte die Insel um ein wirklich besonderes Kunstwerk bereichern. Ob es sich um ein Weihegeschenk oder ein eher weltliches Element handelt, habe ich nicht herausfinden können. Die mir bekannten Quellen geben darüber nicht viel her. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte des Galliers im heiligen Delos ist damit vielleicht zu Ende erzählt. Ich meine, dass der Gallier aber auch ein wichtiges Zeugnis des gewaltsamen Untergangs von Delos ist, dem jede Heiligkeit abhanden kam. Und dieser Teil seiner Geschichte ist wirklich spannend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Fragmente der Statue hat Salomon Reinach auf der Agora der Italiener gefunden. Der linke Arm dagegen ist dort ans Tageslicht gekommen, wo sich in der Antike der Heilige See befand. Der Heilige See lag in einer kreisförmigen Senke, die heute trocken gelegt ist um die Ausbreitung von Malaria Mücken zu verhindern. Der See hatte in für das antike Delos eine hohe Bedeutung, viele wichtige Bauten waren nach ihm ausgerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Arm dort gefunden wurde, wo in der Antike der See war, dann muss er irgendwie von der Statue abgetrennt worden und in den See gelangt sein. Ich vermute, dass diese Geschichte in Zusammenhang mit dem Untergang von Delos zu erzählen ist. Andere Schäden an der Statue bestätigen mich in dieser Vermutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Delos verließ sich für seine Sicherheit sehr darauf, dass es ein für alle Griechen heiliger Ort war. Mit gewissen Aufs und Abs ging das auch lange Zeit gut, auch wenn Delos in starker Abhängigkeit von Athen stand und dadurch auch Nachteile hatte. Im 1. Jahrhundert vor Christus kam das Römische Reich als neuer Spieler in der Ägäis hinzu. Delos und seine Bewohner standen auf der Seite Roms.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Untergang von Delos</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 89 v. Chr. Und 63 v. Chr. führte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mithridates_VI._(Pontos)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mithridates VI.</a> einen Krieg gegen Rom. Ihm ging es um die Vorherrschaft in der Ägäis und dem Schwarzen Meer. 88 v. Chr. nahm er Delos ein. Pausanias berichtet von dem, was geschah als die Truppen des Mithridates auf der Insel landeten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">…fuhr, weil Delos unbefestigt war und seine Bewohner keine Waffen besaßen, … und tötete die sich dort aufhaltenden Fremden und tötete die Delier selbst, raubte viel Geld und alle Weihgeschenke, schleppte dazu Frauen und Kinder in die Sklaverei ab und zerstörte Delos selbst von Grund auf.</p>
<cite>Pausanias, Griechenland, Buch III, 23, 4</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Pausanias berichtet in diesem Zusammenhang auch, dass ein Holzbild des Apollon ins Meer geworfen wurde. Das bedeutet, dass die Plünderer zerstört haben, was sie nicht mitnehmen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rom befreite Delos bald wieder. Aber 69 v. Chr. eroberte ein Verbündeter des Mithridates die Insel erneut und zerstörte sie vollends. Danach haben die Menschen Delos zwar wieder aufgebaut und jetzt auch befestigt. Von den Eroberungen und Zerstörungen konnte die Stadt sich aber nicht erholen. Im 2. Jahrhundert n. Chr. war Delos weitgehend verlassen und aufgegeben.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><img decoding="async" width="361" height="351" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Fehlstelle-am-Schaedel-des-kaempfenden-Galliers.jpg" alt="Fehlstelle am Schädel des kämpfenden Galliers" class="wp-image-4568" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Fehlstelle-am-Schaedel-des-kaempfenden-Galliers.jpg 361w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2023/09/Fehlstelle-am-Schaedel-des-kaempfenden-Galliers-300x292.jpg 300w" sizes="(max-width: 361px) 100vw, 361px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fehlstelle am Schädel des kämpfenden Galliers</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beschädigungen an der Statue passen sehr gut zu solchen Zerstörungen, wie die antiken Quelle sie beschreiben. Die Statue selbst ist zerbrochen. Der Hinterkopf fehlt, hier findet sich eine Art glatter Schnitt. Wurde er durch einen Schwerthieb abgeschlagen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Vermutung ist, dass die Schäden an der Statue bei den Verwüstungen im 1. Jahrhundert vor Christus entstanden sind. Jemand hat sie erst zerstört und dann einzelne Teile wie z.B. den linken Arm in den See geworfen. Die eigentliche Statue war dazu wohl zu groß und schwer, diese Anstrengung wollten die Plünderer vermutlich nicht auf sich nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn dem so ist, dann ist der kämpfende Gallier zugleich auch ein wichtiger Zeitzeuge des Untergangs von Delos. Betrachtest Du die Schäden an der Statue, kannst Du erahnen, was damals auf der Insel passiert sein muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Roland über die Statue des kämpfenden Galliers</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue des kämpfenden Galliers fasziniert mich, weil der Gallier trotz aller Beschädigungen noch sehr lebendig rüberkommt. Für mich ist das ein Meisterwerk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Veröffentlichungen bezeichnen die Statue gelegentlich als den &#8222;verwundeten Gallier&#8220;, was ihr meiner Meinung nach nicht gerecht wird. Das mag einer (an sich ehrenwerten) pazifistischen Grundhaltung entsprechen, die den verwundeten Menschen höher schätzt als dem Kämpfer, der trotz schwerster Wunden einfach nicht aufgibt. Diese heutige moralische Sichtweise lässt aber die Einstellung der Antike völlig außen vor und sie verweigert dem Gallier zudem den Respekt, der ihm in der Antike gezollt wird. Ich finde das nicht richtig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Andere Darstellungen von Galliern in der Antike</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gallier sind in der Antike mehrmals in kämpfenden oder sterbenden Haltungen dargestellt worden. Wir kennen den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbender_Gallier" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sterbenden Gallier</a> (Kapitolinisches Museum, Rom), den <a href="https://www.daskreativeuniversum.de/gallier-ludovisi" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gallier Ludovisi</a> (Museo Nazionale Romano, Rom) oder den <a href="http://lupa.at/19910" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sterbenden Gallier in Venedig</a> (Museo Archeologico Nazionale, Venedig). Im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel gibt es eine weitere Statue eines sterbenden Galliers, die einen ganz ähnlichen Helm auf hat wie wir ihn in beim Gallier in Athen sehen. Allen Darstellungen ist gemein, dass sie dem antiken Publikum den Gallier in der Schlussphase seines Lebens als Vorbild vorhielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So eine Skulptur fertigen zu lassen war sehr teuer. Dass so etwas aus Sicht derjenigen, die Helden auf dem Schlachtfeld brauchten, notwendig war, führt mich zu einer Erkenntnis. Zu viele Zeitgenossen entsprachen nicht dem heroischen Ideal, dass die Feldherren und Strategen brauchten um ihre Kriege führen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn man dem Wert eines Menschenlebens in der Antike nicht die Bedeutung beigemessen hat, die uns im Europa des beginnenden 21. Jahrhunderts selbstverständlich erscheint, waren die Menschen damals in ihrer großen Mehrheit wohl nicht anders als heute. Sie wollten leben und sich nicht auf den Schlachtfeldern ihrer Zeit opfern. Auch das lehrt uns die Skulptur des kämpfenden Galliers, wenngleich das von dem Auftraggeber dieser Arbeit wohl nicht beabsichtigt gewesen sein dürfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue des kämpfenden Galliers erzählt heute eine dramatische Geschichte aus der Antike. Es geht um die kriegerischen Gallier, die den vermeintlich zivilisierteren Griechen als Vorbild vorgehalten wurden. Und vor allem sehen wir an der Statue Spuren des Untergangs von Delos. Allein schon diese Statue lohnt den Besuch des Archäologischen Nationalmuseums in Athen.</p>
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