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	<title>Konstantinopel Archive - Hellas Blog</title>
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	<title>Konstantinopel Archive - Hellas Blog</title>
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		<title>Alexandros Papadiamantis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandros Papadiamantis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alexandros Papadiamantis lebte von 1851 bis 1911. Der Schriftsteller gilt als einer der großen Literaten Griechenlands. Seine Erzählung "Die Mörderin" ist fester Bestandteil des modernen griechischen Literaturkanons.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der griechische Schriftsteller Alexandros Papadiamantis gehört zu den ganz großen seiner Zunft. Seine Erzählung <em>Die Mörderin</em> ist heute ein fester Bestandteil des griechischen Literaturkanons. Auch wenn es einige seiner Werke in deutscher Übersetzung gibt, ist er bei uns wenig bekannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Jugend des Alexandros Papadiamantis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandros Papadiamantis (Ἀλέξανδρος Παπαδιαμάντης) kam am 4. März 1851 auf der Insel <a href="https://hellas.blog/tag/skiathos/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Skiathos</a> zur Welt. Dort starb er auch am 2. Januar 1911. Heute ist der Flughafen der Insel nach ihm benannt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="-Alexandros-Papadiamantis"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/01/Alexandros_Papadiamantis.jpg" alt="Alexandros Papadiamantis" class="wp-image-10412" style="width:400px;height:auto" title=" Alexandros Papadiamantis" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/01/Alexandros_Papadiamantis.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/01/Alexandros_Papadiamantis-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/01/Alexandros_Papadiamantis-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alexandros Papadiamantis</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Vater Adamantios Emmanouil war ein orthodoxer Priester. Die Mutter hieß Angeliki. Alexandros hatte noch acht Geschwister, von denen einige im Kindsalter starben. Der von Alexandros geführte Familienname Papadiamantis setzt sich einmal aus dem Beruf seines Vaters (&#8222;Papa&#8220;) und dessen Vornamen zusammen. Er wählte sich seinen Familiennamen, benutzte aber auch andere Pseudonyme. Beispiele sind Vyzantinos (Βυζαντινός = Der Byzantiner) oder Skeptikos (Σκεπτικός = Der Skeptiker).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandros ging auf Skiathos zur Volksschule. Danach verließ er die Insel, um auf Skopelos eine weiterführende Schule zu besuchen. In Chalkida ging er schließlich auf das Gymnasium. Nach einigen Schwierigkeiten legte der in Chalkida seine Prüfungen ab und besuchte ein Gymnasium in Piräus. In der Schulzeit unternahm er erste literarische Gehversuche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Vater hatte den Wunsch, dass Alexandros Priester wird. Das wollte er jedoch nicht. Ihm schwebte eher vor, ein Schriftsteller zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Student, Privatlehrer, Schriftsteller und Soldat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandros schrieb sich in Athen an der Universität ein. Zu dieser Zeit war übrigens auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georgios_Vizyinos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Georgios Vizyinos</a> an der Universität. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Studium schloss Alexandros nicht ab. Sein Plan war, sich voll und ganz der Schriftstellerei zu widmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Finanziell stand es nicht gut. Er lernte Englisch und Französisch. Auch war er als Privatlehrer tätig. Zu seinem Vater hatte er ein sehr angespanntes Verhältnis. Trotzdem musste er ihn immer wieder um Geld bitten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1878 veröffentlichte er eine erste Reihe von Artikeln. 1879 folgte mit <em>Die Migrantin</em> ein erster historischer Roman, der als Fortsetzungsroman in einer griechischen Zeitung in Konstantinopel erschien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hatte versucht, durch Aufrechterhaltung seines Status als Student die Einberufung zum Militär zu vermeiden. 1880/81 leistete er seinen Wehrdienst. Anschließend fand er eine Anstellung als Übersetzer und schrieb fleißig eigene Texte. Ein erster Erfolg war <em>Die Zigeunertochter</em>. Dieser historische Roman wurde sogar ins Italienische übersetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein vollständiger Durchbruch blieb ihm verwehrt. Sein Wunsch war, mit seinen Einnahmen als Autor seine Familie auf Skiathos unterstützen zu können. Daraus wurde nichts. Bis zu seinem Lebensende hielt der Schriftsteller kein eigenes, von ihm verfasstes Buch in der Hand hielt.  </p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Zurückhaltende</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandros Papadiamantis war in literarischen Kreisen durchaus anerkannt. Er war jedoch mit dem, was er erreicht hatte, nicht zufrieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa ab 1886 begann er, die Öffentlichkeit zu meiden. Alexandros zog es nicht in die Salons von Athen, zu den Literaten. Normale, eher einfache Menschen waren ihm viel angenehmer. Zudem begann die Religion zunehmend wichtiger zu werden. Auch wenn er nicht Priester geworden war, blieb ihm sein orthodoxes Christentum sehr wichtig. So betätigte er sich zum Beispiel als Kantor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1895 starb Alexandros Vater. Zwei Jahre später begab er sich für eine längere Zeit zurück nach Skiathos. Die Verbindung zu seiner Heimatinsel wurde wieder stärker. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1902 bis 1904 hielt er sich sogar für volle vier Jahre dort auf. Er war in dieser Zeit literarisch sehr produktiv, fertigte viele Übersetzungen und schrieb Erzählungen. 1903 erschien sein bekanntestes Werk, <em>Die Mörderin</em>.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Sein Lebensende</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Um Alexandros Gesundheit war es nicht gut bestellt. Er sprach zunehmend dem Alkohol zu und rutschte in einen echten Alkoholismus. Zudem litt er an Rheuma. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigungen war er literarisch auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Die meisten seiner Erzählungen wurden veröffentlicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings verstand er sich nicht auf die wirtschaftlichen Aspekte seines Berufs. Es gelang ihm nie, zu Wohlstand zu kommen. Auch legte er keinen Wert darauf, in die Gesellschaft integriert zu werden. Vielleicht gefiel er sich auch in der Rolle des armen und zugleich tiefreligiösen Schriftstellers, der zurückgezogen und asketisch lebte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1908 jährtes sich seine Tätigkeit als Schriftsteller zum 25. Male. Bewunderer seines Schaffens richteten aus diesem Grund eine Feier aus. Bezeichnend für Alexandros Charakter in dieser Zeit ist, dass er auf dieser Feier trotz Bitten nicht erschien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles war ihm vielleicht zu viel. Er brach seine Zelte in Athen ab und ging zurück nach Skiathos. Im Oktober 1910 erkrankte er an einer Lungenentzündung, von der er sich nicht mehr erholen sollte. In der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 1911 schloss Alexandros Papadiamantis für immer seine Augen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alexandros Papadiamantis literarisches Werk</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen dieses Beitrags kann ich nicht alles benennen, was aus der Feder dieses großen Schriftstellers geflossen ist. Er hat sowohl Romane als auch Erzählungen verfasst. Zudem gibt es religiöse Artikel und verschiedene andere Texte. Schließlich war er auch ein sehr fleißiger Übersetzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kenne die meisten seiner Texte nicht. An dieser Stelle möchte ich aber zumindest vier seiner Romane kurz vorstellen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Mörderin</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Sein bekanntestes Werk ist <em>Die Mörderin</em> (η φόνισσα). Es erschein erstmals 1903 als Fortsetzungsgeschichte in einer Athener Zeitung und gilt bis heute als eines der wichtigsten Werke der neugriechischen Prosa. Die Geschichte spielt auf Skiathos und handelt von einer Frau namens Frangojannou, die auch Chadoula genannt wird. Frangojannou ist um die 60 Jahre alt und Hebamme sowie Heilerin. Sie hält bei ihrer kranken, erst zwei Wochen alten Enkeltochter Wache. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Frangojannou denkt an ihr eigenes, sehr schweres Leben. Sie fühlte sich wie eine Sklavin, erst der Eltern, dann des Ehemannes und schließlich ihrer Kinder. Das Schicksal, als Mädchen geboren zu sein und solch ein Leben erleiden zu müssen, will sie ihr Enkelin ersparen. Schließlich erstickt Frangojannou ihre Enkelin.  Da das Kind sehr krank war, fällt kein Verdacht auf sie. Im weiteren Verlauf des Romans sterben vier weitere Mädchen durch ihre Hand. Schließlich wird sie doch verdächtig, versteckt sich, tötet ein weiteres Kind und flieht. Für Frangojannou nimmt die Sache kein gutes Ende. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandros schrieb mit <em>Die Mörderin</em> einen Thriller, der zugleich auch eine psychologische Novelle war. Für spannende Unterhaltung war also gesorgt. Und der Leser wurde mit einem echten sozialen Problem der Zeit konfrontiert: Die Armut der Landbevölkerung und die Tradition der Mitgift. Da eine bedeutende Mitgift unbedingte Pflicht war, übernahmen sich manche Familien und ruinierten sich. Die Tötung neugeborener Mädchen war kein unbekanntes Phänomen. Und die Ungerechtigkeit, die Frangojannou hinsichtlich ihrer Stellung als &#8222;Sklavin&#8220; ihrer Familie empfand, ist für den Leser ebenfalls nachzuvollziehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Weitere Romane</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandros erster Roman hieß <em>Die Migrantin</em> ((Η μετανάστις). Er erschein 1879 in Konstantinopel als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift Neologos. Die Geschichte dreht sich um eine junge Frau. Sie stammt aus einem kleinen Dorf auf der Insel Skiathos stammt und zeiht nach Athen zieht. Dort sucht sie ein besseres Leben. Es geht um die Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen sie in der großen Stadt konfrontiert ist. Das Werk beleuchtet Themen wie Migration, Heimatverlust, Identität und die oft harten Realitäten des Stadtlebens im 19. Jahrhundert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein zweiter Roman heißt <em>Die Kaufleute der Nationen</em> (Οι Έμποροι των Εθνών). Erstmals erschien er Ende 1882/Anfang 1883 als Fortsetzungsgeschichte. Die Geschichte spielt zwischen 1199 und 1207, als venezianische und genuesische Piraten die Kykladen erobern wollen. Ioannis aus Naxos, selbst Pirat, rettet den Venezianer Marco vor den Genuesern und nimmt ihn in seinem Haus auf. Dort lebt noch Ioannis Frau Augusta. Zwischen ihr und Marco entsteht eine Leidenschaft, die beiden fliehen nach Venedig. Natürlich war Ioannis davon alles andere als begeistert, und schließlich nimmt die Geschichte eine sehr dramatische Wendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Roman aus der Feder von Alexandros hieß <em>Das Zigeunermädchen</em> (Η Γυφτοπούλα). Die Geschichte erschien erstmals 1884 als Fortsetzungsgeschichte. Die Geschichte spielt 1453, kurz vor dem Fall von Konstantinopel. Es geht um ein junges Mädchen, das in Mystras nach seiner Identität sucht. </p>
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		<title>Bartholomäus I.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2025 05:25:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bartholomäus I. ist seit 1991 der 270. Ökumenische Patriarch von Konstantinopel und damit die wichtigste Autorität der Orthodoxen Kirche. Er kam am 29. Februar zur Welt. Seinen Geburtstag nehme ich zum Anlass, über diesen großen religiösen Führer zu schreiben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bartholomäus I. ist seit 1991 der 270. Ökumenische Patriarch von Konstantinopel und damit die wichtigste Autorität der Orthodoxen Kirche. Mit seiner charismatischen Führung hat er nicht nur die Geschicke der Kirche gelenkt, sondern auch zahlreiche diplomatische und ökumenische Initiativen vorangetrieben, die ihn zu einem bedeutenden Akteur im globalen religiösen Dialog machen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Frühes Leben und Ausbildung von Bartholomäus I.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bartholomäus I. kam am 29. Februar 1940 auf der Insel Imbros zur Welt. Sie gehört zur Türkei und heißt heute Gökçeada. Sein Name lautete Dimitrios Archontonis und er wuchs in einer tief gläubigen griechisch-orthodoxen Familie auf. Schon früh zeigte er großes Interesse an der Theologie und der Kirche. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Bartholomäus-I."><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Bartholomaeus-I.jpg" alt="Bartholomäus I." class="wp-image-10008" style="width:400px" title="Bartholomäus I." srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Bartholomaeus-I.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Bartholomaeus-I-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Bartholomaeus-I-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bartholomäus I.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dimitrios besuchte das Theologische Seminar von Chalki, das seit dem 19. Jahrhundert ein Zentrum der orthodoxen Theologie in der Türkei war. Während seiner Studienjahre in Chalki entwickelte er tiefe theologischen Kenntnisse. Auch zeigte sich früh schon seine außergewöhnliche Fähigkeit zur internationalen und interreligiösen Kommunikation. Er spricht fließend mehrere Sprachen: Griechisch, Türkisch, Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch und Latein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Abschluss seiner Studien in Chalki setzte Bartholomäus seine Ausbildung in Europa fort. In Deutschland besuchte er die theologischen Fakultät der Universität München. Und in Rom studierte er an der  Päpstlichen Universität Gregoriana.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1969 kehrte Bartholomäus nach Istanbul zurück. Dort diente er in verschiedenen kirchlichen Positionen. Bereits 1973 wurde er von Patriarch Athenagoras zum Bischof von Myra geweiht, einem der bedeutendsten Orte der frühchristlichen Geschichte. Seine Fähigkeiten als Theologe und als Vermittler von verschiedenen religiösen Strömungen im Osten und Westen erregten bald die Aufmerksamkeit der Kirchenleitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod von Patriarch Dimitrios I. im Jahr 1991 wurde Bartholomäus I. zum Ökumenischen Patriarchen gewählt. Seine Wahl markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Ökumenischen Patriarchats. Denn er konnte sich als Fürsprecher für die Orthodoxe Kirche im modernen globalen Kontext etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bartholomäus trat sein Amt in einer Zeit an, in der die Orthodoxe Kirche vor großen Herausforderungen stand. Das war einmal innerhalb der Türkei so, aber auch im Hinblick auf ihre Position in der Welt und ihre Beziehungen zu anderen christlichen Konfessionen sowie anderen Religionen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Patriarch Bartholomäus I. und der ökumenische Dialog</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Patriarch Bartholomäus I. wird vor allem für seinen Einsatz im ökumenischen Dialog und seine Bemühungen um die Einheit der Christen weltweit verehrt. Er strebte stets danach, Brücken zwischen den verschiedenen christlichen Kirchen zu bauen. Besonders hervorzuheben ist seine enge Zusammenarbeit mit dem Papst und der römisch-katholischen Kirche. Der historische Besuch von Papst Franziskus in der Türkei 2014 war ein bedeutender Moment im interreligiösen Dialog, der durch Bartholomäus‘ Engagement vorangetrieben wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem interreligiösen Dialog hat Bartholomäus I. auch in den Bereichen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit eine herausragende Rolle gespielt. Als „grüner Patriarch“ ist er weltweit bekannt für seine Bemühungen, den Schutz der Schöpfung und den Umweltschutz zu fördern. Unter seiner Führung hat das Patriarchat zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für ökologische Probleme zu schärfen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt machte Bartholomäus I. mit seiner Initiative für ein künftiges <a href="https://hellas.blog/bartholomaeus-ostern-aller-christen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gemeinsames Osterfest aller Christen</a> auf sein Anliegen aufmerksam. Ich wünsche ihm mit diesem Anliegen allen Erfolg. Das wäre ein Geschenk an die gesamte Christenheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herausforderungen und Visionen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz seines internationalen Ansehens steht Patriarch Bartholomäus I. immer wieder vor großen Herausforderungen. Besonders die politische Lage in der Türkei und die Schwierigkeiten der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Istanbul erfordern viel diplomatisches Geschick. Doch der Patriarch hat sich nie davon abhalten lassen, eine klare Haltung zu wichtigen Themen wie Religionsfreiheit, Menschenrechten und der Bewahrung des kulturellen Erbes der orthodoxen Kirche zu vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bartholomäus I. wird nicht nur als religiöser Führer, sondern auch als Visionär geschätzt, der die Orthodoxe Kirche in das 21. Jahrhundert geführt hat. Seine Werke und seine Botschaften über die Bedeutung der Ökumene, des Friedens und der Gerechtigkeit werden noch lange nach seiner Amtszeit nachhallen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bartholomäus I. ist eine der ganz großen Persönlichkeiten des Christentums</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bartholomäus I. ist meiner Meinung nach eine Persönlichkeit, die das Christentum sehr prägt und ihm viel Gutes tut. Das gilt nicht nur für die Orthodoxe Kirche. Das gilt nicht nur in religiöser oder weltpolitischer Hinsicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Türkei war er teils sehr schlimmen Anfeindungen ausgesetzt, die hin bis zu Morddrohungen gingen. Auch musste er strafrechtliche Vorwürfe über sich ergehen lassen. Nichtsdestotrotz sieht er die Realitäten in der Türkei und ihm ist ein gutes Verhältnis zur muslimischen Mehrheitsbevölkerung sehr wichtig. Die orthodoxe Kirche empfindet er als Teil der heutigen Türkei und nicht als etwas anderes. Dort, wo die Türkei die orthodoxen Christen nicht gerecht behandelt, spricht er das allerdings auch deutlich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ökumenischer Patriarch und Führer der griechisch-orthodoxen Christen weltweit setzt er sich für den interreligiösen Dialog, den Umweltschutz und die Bewahrung des Glaubens in einer zunehmend globalisierten Welt ein. Mit seiner einzigartigen Mischung aus spiritueller Weisheit, diplomatischem Geschick und sozialer Verantwortung bleibt Bartholomäus I. eine der zentralen Figuren in der modernen orthodoxen Kirche und auf der internationalen Bühne.</p>
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		<title>Basileios II.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Mar 2024 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Theophano]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Basileios II war 62 Jahre lang Kaiser in Konstantinopel und gilt als einer der fähigsten Kaiser von Byzanz.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Basileios II. (Βασίλειος Β&#8216;) herrschte länger als jeder andere römische Kaiser: insgesamt 62 Jahre. Zwar galt er als fähiger Feldherr. Aber als Kaiser vermochte er das Reich von <a href="https://hellas.blog/byzanz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Byzanz</a> nicht nachhaltig zu prägen und zu stabilisieren. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="450" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/03/Basileios-II.jpg" alt="Basileios II" class="wp-image-7020" style="width:auto;height:400px" title="Basileios II" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/03/Basileios-II.jpg 450w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/03/Basileios-II-169x300.jpg 169w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption class="wp-element-caption">Basileios II in einer Buchmalerei aus dem 11. Jahrhundert</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Basileios II. wurde im Jahr 958 als Sohn von Kaiser Romanos II. und Theophano geboren. Er entstammte der Makedonischen Dynastie und starb am 15. Dezember 1025 in Konstantinopel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod seines Vaters 963 kam er zunächst unter die Vormundschaft seines Großvaters Nikephoros II. Phokas, der ebenfalls Kaiser war. Basileios II. bestieg den Thron im Alter von nur 18 Jahren, nachdem sein Vater gestorben war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen beschrieben Basileios als einen kräftigen Mann, der auf seinem Pferd großen Eindruck zu machen vermochte. Ein guter Redner war er wohl nicht. Es wird berichtet, dass er die Angewohnheit hatte, mit dem Finger in seinem Schnurrbart zu drehen wenn er über etwas nachdachte oder wütend war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während seiner Herrschaft führte Basileios II. erfolgreich Kriege gegen verschiedene Feinde des Byzantinischen Reiches. Besonders bekannt ist seine militärische Kampagne gegen das Bulgarische Reich. Er führte einen langwierigen Krieg gegen den bulgarischen Zar Samuil, der fast vier Jahrzehnte dauerte. Basileios II. erlangte schließlich im Jahr 1018 einen entscheidenden Sieg über die Bulgaren und eroberte das Bulgarische Reich. Sein Beiname &#8222;Bulgaroktonos&#8220; (Βουλγαροκτόνος, Bulgarentöter) zeugt von diesem Erfolg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeit seines Lebens blieb Basileios unverheiratet. Er sah seine Lebensaufgabe darin, das Imperium zu führen und hatte kein Interesse an einer eigenen Familie. Es wird beschrieben, dass er sehr asketisch gelebt habe. Für Prunk und Zeremonien des Hofes hatte Basileios wenig übrig. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Beliebt bei Soldaten und Bauern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meiste Zeit verbrachte er bei der Armee und zog gemeinsam mit ihr in die Kämpfe. Das unterschied ihn von anderen Kaisern, die ihre Befehle vom Hof aus gaben und deren Ausführungen ihren hohen Offizieren überließen. Basileios aß das selbe Essen wie seine Soldaten und bevorzugte eher einfache Unterkünfte. Das alles machte ihn bei der Armee sehr beliebt. Er sorgte für die Kinder getöteter Offiziere, sie hatten Unterkunft, Ausbildung und vor allem Nahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei den Bauern war Basileios beliebt. Er hatte ihre wichtige Rolle für die Ernährung des Reiches und die Versorgung seiner Streitkräfte erkannt. Der Besitz kleiner Höfe wurde besonders geschützt, auch verringerte er die Abgabenlast für die Bauern. Das führte zu Wachstum und Wohlstand. Trotz der permanenten Kriege war unter Basileios Herrschaft die Versorgung des Reichs mit Nahrung gesichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann sagen, dass Basileios II. eine gute Hand für ökonomische Fragen hatte. Er führte Maßnahmen zur Stärkung der byzantinischen Wirtschaft ein und verbesserte die Verwaltung des Reiches. Unter seiner Herrschaft erlebte das Byzantinische Reich eine Zeit des wirtschaftlichen Wohlstands und des kulturellen Aufblühens. Leider gelang es ihm nicht, die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen auch nachhaltig abzusichern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die letzten Jahre</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1016 griffen die Truppen von Byzanz die Krim an und beendeten so die permanenten Konflikte mit den Chasaren. Basileios kehrte im Triumph nach Konstantinopel zurück und holte zu einem weiteren Schlag im Osten aus. Jetzt eroberte er die Gebiete, auf denen heute Armenien und Georgien liegen. Die Bergregion sah Basileios als Verteidigungslinie gegen anströmende Völker aus dem Inneren Asiens und befestigte sie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Zeit eroberten andere byzantinische Truppen Teile Süditaliens von den Langobarden. Jetzt begann Basileios, die Eroberung von Sizilien vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kam es jedoch nicht mehr. Basileios II. starb im Jahr 1025.  Er bleib ohne direkte Nachkommen. Da er keine männlichen Erben hatte, folgte ihm sein jüngerer Bruder Konstantinos VIII. auf den Thron. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Basileios Nachwirken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Basileios II. wird oft als einer der fähigsten und erfolgreichsten Kaiser des Byzantinischen Reiches angesehen. Seine militärischen Erfolge und Reformen trugen zur Stärkung und Konsolidierung des Reiches bei. Ich denke, dass auch die eine oder andere innenpolitische Reform Byzanz sehr gut getan hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Problem des Reiches waren die großen Adelsfamilien, die einen erheblichen Einfluss auf die Politik des Reiches hatten. Seine Nachfolger hatten es schwerer, da sie das Reich oft an allen seinen Grenzen verteidigen mussten. </p>
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		<title>Athena Promachos aus Lego</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Akropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Athen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kap Sounion]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantinopel]]></category>
		<category><![CDATA[Promachos]]></category>
		<category><![CDATA[Vierter Kreuzzug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Figur der Athena Promachos war ein sehr großes Standbild der Athene.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Athena Promachos war ein auffälliges Denkmal für die Stadtgöttin. Im <a href="https://hellas.blog/akropolis-lego/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Modell der Akropolis aus Lego</a> ist sie nachgebaut. Ihr könnt es im <a href="https://hellas.blog/akropolismuseum/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Akropolis-Museum</a> in Athen sehen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Akropolis_in_Lego_im_Akropolis-Museum_Athena_Promachos.jpg" alt="Das Modell der Athena Promachos im Akropolis-Museum" class="wp-image-1148" style="width:300px;height:167px" width="300" height="167" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Akropolis_in_Lego_im_Akropolis-Museum_Athena_Promachos.jpg 600w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2022/11/Akropolis_in_Lego_im_Akropolis-Museum_Athena_Promachos-300x167.jpg 300w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Modell der Athena Promachos aus Lego</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Einer meiner Leser wollte wissen, wo denn die Statue der Athene im Lego-Modell der Akropolis sei. Er sah sie nicht auf dem Foto. Da ich ihn schon länger kenne (wir trafen uns vor einigen Jahren in Eisenach), ließ mir das keine Ruhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war auf dem von mir geposteten Bild recht gut versteckt. Zum Glück habe ich noch eine Detailaufnahme, die ich hiermit nachreiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Standbild ist übrigens die Athena Promachos. Das Original war ein sehr großes Standbild aus Bronze. Gefertigt hat es der Bildhauer Phidias.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihm entnehme ich auch, dass Athen die Statue wohl aus der Beute finanziert hat, die Athen in der Schlacht von Marathon machen konnte. Andere nennen die Schlacht am Eurymedon als Quell der Beute. Das Standbild hat man vor 450 v.Chr. aufgestellt. Die Bauzeit hat in etwas 9 Jahre gedauert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All das weiß man, weil sich etwas erhalten hat, was es in ähnlicher Form heute auch noch bei Bau- und Kunstprojekten gibt: Abrechnungsurkunden. Die lassen sich zwar nicht zu 100% dem Standbild der Athena Promachos zuordnen. Aber eine andere monumentale Bronzestatue der Athene hat man in dieser Zeit nicht errichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Ausmaße der Statue der Athena Promachos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Basis dieses Standbilds ist aus Marmor gefertigt. Sie war 5,5 mal 5,6 Meter groß und ist zum Teil noch erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lego-Athena auf dem Bild hält in ihrer rechten Hand Speer und Schild, herabgesenkt gen Boden. Tatsächlich war der Schild an ihr Bein gelehnt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Standbild war insgesamt sehr hoch, Helmbusch und Speer waren noch von der See bei <a href="https://hellas.blog/kap-sounion-bei-sonnenuntergang/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kap Sounion</a> her zu sehen. Daraus schließe ich, dass die Statue größer als der <a href="https://hellas.blog/der-parthenon-die-ewige-baustelle-aus-lego/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Parthenon</a> gewesen sein dürfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Statue wurde im Jahr 1203 zerstört</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statue hat sehr lange existiert. Über 9 Jahrhunderte stand sie auf der Akropolis. Im Jahr 465 schaffte man sie nach Konstantinopel. Während des vierten Kreuzzuges haben die Einwohner von Konstantinopel sie zerstört, und zwar im Jahr 1203. Kreuzfahrer belagerten Konstantinopel. Aufgebrachte Christen in der Stadt glaubten, die heidnische Göttin würde die Kreuzfahrer anlocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch Zerstörung des Standbilds wollten sie die Gefahr abwenden. Wie sie im folgenden Jahr bitter erfahren mussten, nützte ihnen die Zerstörung des Standbilds der Athena Promachos nichts. Doch das ist eine andere, wirklich furchtbare Geschichte.</p>
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