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	<title>Balkankriege Archive - Hellas Blog</title>
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	<title>Balkankriege Archive - Hellas Blog</title>
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		<title>Einreiseverbot für den albanischen Journalisten Artan Hoxha</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Balkankriege]]></category>
		<category><![CDATA[Epirus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Griechenland hat dem albanischen Journalisten Artan Hoxha das Einreiseverbot erteilt. Der Nationalist agiert offen für ein Großalbanien.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/einreiseverbot-artan-hoxha/">Einreiseverbot für den albanischen Journalisten Artan Hoxha</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Griechenland hat dem albanischen Journalisten Artan Hoxha das Einreiseverbot erteilt. Der Nationalist agiert offen für ein Großalbanien. Darüber <a href="https://www.newsbeast.gr/greece/arthro/12722831/i-ellada-apagorefse-tin-eisodo-ston-alvano-dimosiografo-artan-chotza-apeili-gia-tin-esoteriki-asfaleia" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berichtet Newsbeast</a> am 25. November.</p>



<h2 class="wp-block-heading">So kam es zum Einreiseverbot für Artan Hoxha</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sache hat natürlich eine Vorgeschichte. Niemand bekommt ohne Weiteres ein lebenslanges Einreiseverbot.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized" id="Artan-Hoxha-in-Griechenland"><img decoding="async" src="https://www.newsbeast.gr/image/s1382x878/fill/webp/file/files/1/2025/11/dhmosiografos1.jpg" alt="Artan Hoxha in Griechenland" style="width:400px" title="Artan Hoxha in Griechenland"/><figcaption class="wp-element-caption">Artan Hoxha in Griechenland<br>(Bildquelle: neawsbeast.gr)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.epiruspost.gr/kakavia-persona-non-grata-stin-ellada-o-alvanos-dimo/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Epirus Post berichtet über einen Vorfall in Konitsa</a>. Dort beschwerte Hoxha sich öffentlichkeitswirksam über das Fehlen einer albanischen Flagge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sehen ihn mit dem Handzeichen des Albanischen Doppeladlers auf der Brust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Adler ist das nationale Symbol Albaniens. Du kannst ihn auf der Fahne sehen, und er ist eng mit der Geschichte des Landes verbunden. Der Adler steht für die Freiheit und Souveränität Albaniens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier kommen wir zum Knackpunkt. Ihn innerhalb Albaniens zu nutzen oder als Zeichen der Verbundenheit von Albanern untereinander, empfinde ich als völlig in Ordnung. Das kann man wohl mit dem Schwenken der albanischen Fahne gleichsetzen. Nicht jeder hat sie zur Hand, und dann behilft man sich eben mit einer Geste wie dieser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Balkan ist es recht üblich, die Fahne des jeweiligen Landes über historischen Monumenten wehen zu lassen. Selbstverständlich weht über den Ruinen von Butrint heute die Fahne Albaniens, und da gehört sie auch hin. Und ebenso selbstverständlich weht die griechische Fahne in Konitsa, wie wir es auf dem Foto sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Region zu fordern, dass über einen historischen Monument im <em>Land X</em> die Fahne des benachbarten <em>Landes Y</em> wehen soll, hat eine eindeutige Aussage. Es besagt, dass dieses Monument und seine Gegens eigentlich zum <em>Land Y</em> gehören und nicht zum <em>Land X</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Artan Hoxha setzte sich hier öffentlichkeitswirksam für eine Annektierung griechischer Landstriche an Albanien ein. Das ist so förderlich für das friedliche Zusammenleben der Völker auf dem Balkan, als wenn Griechen sich für die Loslösung von Nord-Epirus von Albanien und seine Angliederung an Griechenland einsetzen würden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das muss sich kein Land bieten lassen. Und ein Einreiseverbot ist deshalb völlig richtig. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Albaner und Griechen auf beiden Seiten der Grenze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Albaner leben in Griechenland. Griechen leben in Albanien. Das ist das Ergebnis einer sehr langen Geschichte. Kastoria ist hierfür ein schönes Beispiel, wie ich <a href="https://hellas.blog/postkarte-kastoria-1900/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">anhand eines alten Fotos zeigen</a> konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das moderne Albanien konnte erst nach dem 2. Balkankrieg unabhängig vom Osmanischen Reich werden. Das war eine Folge des 2. Balkankriegs. Der Norden des Epirus kam nicht offiziell nach Griechenland, blieb aber von Albanien autonom. Im Zuge des 1. Weltkriegs besetzte Italien das Gebiet. Man begründete das mit strategischen Notwendigkeiten in Hinblick auf die Salonikifront. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Griechenland verfolgte seine Ansprüche auf Nord-Epirus weiter. Allerdings musste es die heutige Grenze nach der Niederlage in Kleinasien wohl oder übel akzeptieren. Seit dem gilt die heutige Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ändern zu wollen, ist im heutigen Europa völliger Unsinn. Zu beiden Seiten der Grenzen leben sowohl Albaner als auch Griechen. Auch wenn Albanien noch kein Mitglied der Europäischen Union ist, ist das doch für die nähere Zukunft zu erwarten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt überhaupt keine Notwendigkeit oder Legitimation, die Grenzen jetzt verschieben zu wollen. Wer sowas fordert, will das Friedensprojekt Europa torpedieren. Deshalb finde ich das Einreiseverbot für Artan Hoxha in Griechenland gut. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/einreiseverbot-artan-hoxha/">Einreiseverbot für den albanischen Journalisten Artan Hoxha</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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		<title>Postkarte von Kastoria aus dem Jahr 1900</title>
		<link>https://hellas.blog/postkarte-kastoria-1900/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[1900]]></category>
		<category><![CDATA[Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[alte Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Balkankriege]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresthema 2025]]></category>
		<category><![CDATA[Kastoria]]></category>
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		<category><![CDATA[Osmanisches Reich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine alte Postkarte zeigt Kastoria im Jahr 1900. Ein interessantes Detail ist, dass auf ihr steht, dass Kastoria zu Albanien gehört. Zu der Zeit gehörte der Ort noch zum Osmanischen Reich. Kastoria kam als Folge der Balkankriege zu Griechenland, nicht zu Albanien. Diese Postkarte ist damit ein interessantes Zeitdokument. Denn derjenige, der sie hergestellt hat, wünschte sich wohl eine andere Landeszugehörigkeit für Kastoria.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des heurigen Jahresthemas nehme ich Euch mit nach <a href="https://hellas.blog/kastoria/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kastoria</a> im Jahr 1900. Ich habe eine für französisch sprechende Touristen hergestellte Postkarte aus diesem Jahr. Auf der sehe ich ein interessantes Detail. Das stelle ich Euch heute vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Postkarte von Kastoria aus dem Jahr 1900</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst einmal möchte ich Euch die Aufnahme zeigen, um die es geht.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Postkarte-von-Kastoria-(1900)"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="451" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/06/Kastoria-1900.jpg" alt="Postkarte von Kastoria (1900)" class="wp-image-11468" style="width:400px" title="Postkarte von Kastoria (1900)" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/06/Kastoria-1900.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/06/Kastoria-1900-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2025/06/Kastoria-1900-768x433.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Postkarte von Kastoria (1900)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Druckort selbst steht nicht auf der Karte. Unten aber lesen wir einen Text in französischer Sprache:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>KASTORIE (Albanie)</em> und daneben steht <em>Prés du lac</em>. Letzteres kann man mit &#8222;am See&#8220; übersetzen. Dass der Ort in der Nähe des Kastoria-Sees liegt, ist bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das interessantere Detail ist der Landesname Albanie, also Albanien. Denn zu diesem Land gehörte Kastoria nie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entstanden ist die Postkarte um das Jahr 1900. Damals gehörte Albanien noch zum Osmanischen Reich. Das galt auch für Kastoria. Zwar nahmen auch Kämpfer von hier am griechischen Freiheitskampf teil. Im Ergebnis kam diese Region dann aber erst einmal nicht zum neu gegründeten griechischen Staat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was folgte, waren Jahrzehnte der Unruhe. Es gab Bestrebungen sowohl von Bulgaren, Griechen als auch Albanern, den Ort dem jeweiligen Nationalstaat zuzuführen. Die Entscheidung fiel am 11. November 1912. Da wurde Kastoria befreit und kam zu Griechenland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer lebte um 1900 in Kastoria?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass so viele Mächte um Kastoria gerungen haben, ist kein Zufall. Es gibt eine <a href="http://www.promacedonia.org/vk/vk_2_43.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">bulgarische Untersuchung</a> dazu, wie die Bevölkerung von Kastoria sich um 1900 zusammensetzte. Hier lebten 3.000 Griechen, 1.600 Türken, 750 Juden, 300 Albaner, 300 Slawen (die als Bulgaren angesehen wurden) und 240 Roma. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Kastoria zu Griechenland kam, wurden die Türken und Bulgaren aus der Stadt vertrieben. Schrecklich war das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im 2. Weltkrieg. Anfang der 1940er Jahre lebte etwa 1.000 jüdische Menschen im Ort. Sie wurden von den Deutschen deportiert, nur 30 von ihnen überlebten den Holocaust. Und von diesen 30 kehrte lediglich ein Jude nach Kastoria zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Postkarte blicken wir also auf ein Kastoria, das es schon ein halbes Jahrhundert später nicht mehr geben sollte. Das betrifft nicht nur die Gebäude, die wir sehen. Es betrifft auch die Menschen, die in ihnen leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Jahresthema 2025 sind alte Fotos aus Griechenland. Ich finde, dass diese Postkarte uns vor Augen führt, wie es früher war. Sehen wir Kastoria heute, sollten wir auch an die Stadt und ihre Menschen im Jahr 1900 denken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/postkarte-kastoria-1900/">Postkarte von Kastoria aus dem Jahr 1900</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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		<title>Der Uhrturm von Edirne im Jahr 1913</title>
		<link>https://hellas.blog/uhrturm-edirne-1913/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[1913]]></category>
		<category><![CDATA[Adrianopel]]></category>
		<category><![CDATA[alte Fotos]]></category>
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		<category><![CDATA[Jahresthema 2025]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinasiatische Katastrophe]]></category>
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		<category><![CDATA[Osmanisches Reich]]></category>
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		<category><![CDATA[Turm]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag von Lausanne]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag von Sèvres]]></category>
		<category><![CDATA[Πύργος Ρολογιού]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Bild zu diesem Beitrag zeigt den Uhrturm der heutigen Stadt Edirne im Jahr 1913. Das Bild entstand in einer Zeit der Spannungen. Auch wenn Edirne nicht zu Griechenland gehört, erzählt dieses Foto eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Daher greife ich es im Hellas Blog auf.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/uhrturm-edirne-1913/">Der Uhrturm von Edirne im Jahr 1913</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Bild zu diesem Beitrag zeigt den Uhrturm der Stadt <a href="https://maps.app.goo.gl/M1nzmYeGaBGNTgrB8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Edirne</a> im Jahr 1913. Inzwischen ist er abgerissen. Heutige Besucher dieser türkischen Stadt sehen ihn nicht mehr. Beim heurigen Jahresthema des Hellas Blog geht es um <a href="https://hellas.blog/tag/alte-fotos/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">alte Fotos</a>. Auch wenn Edirne nicht zu Griechenland gehört, erzählt dieses Foto eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Daher greife ich es im Hellas Blog auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Bild aus Edirne vom Uhrturm im Jahr 1913</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Foto entstand in der Stadt Edirne, die auf Griechisch Adrianoupoli (Αδριανούπολη) und auf Bulgarisch Odrin (Одрин) heißt. In der deutschen Sprache verwendete man das Wort Adrianopel für sie.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Der-Uhrturm-von-Edirne-/-Adrianopel-im-Jahr-1913"><img decoding="async" width="800" height="800" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Edirne-Uhrturm-1913.jpg" alt="Der Uhrturm von Edirne / Adrianopel im Jahr 1913" class="wp-image-10191" style="width:400px;height:auto" title="Der Uhrturm von Edirne / Adrianopel im Jahr 1913" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Edirne-Uhrturm-1913.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Edirne-Uhrturm-1913-300x300.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Edirne-Uhrturm-1913-150x150.jpg 150w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/12/Edirne-Uhrturm-1913-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Uhrturm von Edirne / Adrianopel im Jahr 1913</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst  möchte ich einmal auf das Foto selbst eingehen. Wir sehen eine gepflasterte Straße, auf deren beiden Seiten Stadthäuser stehen. In der Mitte der Straße fließt ein Rinnsal. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Straße gehen Menschen, teils transportieren sie Waren auf ihren Schultern. Fahrzeuge oder Tiere für den Lastentransport sehen wir nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der linken Seite des Fotos sehen wir einen Baum ohne Blätter. Vermutlich ist das Bild im Winter entstanden. Dazu passt auch die warme Kleidung der Menschen auf dem Bild. Soweit ich es erkennen kann, sehen wir ausschließlich Männer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Häusern rechts und links der Straße fällt ein interessantes Architekturmerkmal auf. Bei zweistöckigen Häusern hat das obere Stockwerk einen Vorbau mit Fenstern. Diese sind schlecht einzusehen. Man kann aber gut aus ihnen herausschauen und bekommt alles mit, was auf der Straße passiert. Das war die Domäne der moslemischen Frauen in der osmanischen Gesellschaft. Sie verließen ihre Häuser nur im Ausnahmefall. Das mag es auch bei Angehörigen anderer Religionen gegeben haben. Im Osmanischen Reich galten zumindest in der Mehrheitsbevölkerung klare Regeln: Männer draußen, Frauen drinnen. Eine ähnliche Architektur von Wohngebäuden aus dieser Zeit sehen wir auch in Nordgriechenland, zum Beispiel in <a href="https://hellas.blog/komotini/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Komotini</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welchem Volk die Männer auf dem Foto angehören, kann ich nicht sagen. In Edirne spiegelte sich zu dieser Zeit die Völkervielfalt des Osmanischen Reichs auf dem Balkan wieder. Hier lebten Türken, Griechen, Bulgaren und Angehörige vieler anderer Völker. Leider herrschten im Jahr 1913 schlimme Spannungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon berichte ich weiter unten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Makedonische Turm wird zum Uhrturm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich sehen wir im Hintergrund einen Uhrturm. Der steht auf einem der vier Türme der Stadtmauer, welche in Antike und byzantinischer Zeit die Stadt schützte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Edirne war Hauptstadt des byzantinischen Themas Makedonien. Ein Thema war eine militärische Verwaltungseinheit des byzantinischen Reichs, wobei der Befehlshaber auch zivile Aufgaben hatte. Da der Turm aus dieser Zeit noch stand, bezeichneten die Menschen der Stadt ihn als den Makedonischen Turm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit war er das höchste Gebäude der Stadt. 1867 ließ der damalige Gouverneur von Edirne den Turm mit Holzböden und Uhren aus Frankreich ausstatten. So erhielt der Makedonische Turm die Funktion eines Uhrturms. Das war am Ende des 19. Jahrhunderts der Weg, in einer Stadt eine allgemein gültige Uhrzeit festzulegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1894 stürzte das Bauwerk ein. Aus Stein- und Ziegelresten errichtete man einen neuen Turm, den wir auf dem Foto sehen. Die Uhren waren in den runden Nischen angebracht, die wir an den Fassaden sehen. Während des 1. Weltkriegs waren hier italienische Soldaten einquartiert, die einen großen Teil der Uhren stahlen. 1926 hat man die Uhren erneuert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1953 gab es ein Erdbeben, das den Turm schwer beschädigt hat. Die Risse an den Wänden ließen sich nicht reparieren. Es bestand auch kein Bedarf für einen Uhrturm mehr, denn inzwischen waren Taschen- oder Armbanduhren sehr verbreitet. Daher hat man die drei Stockwerke des Turmaufbaus am 6. Juli 1953 gesprengt und abgerissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Foto zu diesem Abschnitt seht Ihr ein Bild des makedonischen Turms, wie er heute noch zu sehen ist. Unterhalb davon befinden sich Steine und Mauern. 2004 hat das Edirne-Museum hier Ausgrabungen durchgeführt. Dabei haben die Archäologen Fundamente des römischen Kastells und Stadtmauern aus dieser Zeit ausgegraben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Mai 2017 ist der Makedonische Turm als Kulturdenkmal registriert worden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Spannungen des Jahres 1913 in Edirne</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Berichte ich vom Uhrturm im Jahr 1913, muss ich auch von den Menschen berichten, die damals in Edirne gelebt haben. Die Balkankriege haben der Stadt und ihren Menschen übel mitgespielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 1. Balkankrieg nahm Bulgarien die Stadt nach einer viermonatigen Belagerung am 26. März 1913 ein. Da ich vermute, dass das Foto im Winter entstanden ist, muss das wohl während der Belagerung gewesen sein. In Ostthrakien gab es zahlreiche Konflikte. Viele Bulgaren, die als Untertanen des Osmanischen Reichts dort lebten, suchten in Edirne Zuflucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 1913 kam es zum 2. Balkankrieg. Der Türkei gelang es, die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt zurückzuerobern. Das war für die Bulgaren sehr übel. Viele wurden getötet, viele vertrieben. Kirchen und andere Gebäude der Bulgarischen Minderheit haben die Eroberer zerstört. Später konnte ein Teil der bulgarischen Menschen nach Edirne zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Edirne gab es aber keine Ruhe. Hier lebten auch viele Griechen. Nach Ende des 1. Weltkriegs kam die Stadt durch den&nbsp;Vertrag von Sèvres&nbsp;zu Griechenland. Im Anschluss an den gescheiterten Kleinasienfeldzug und die Kleinasiatische Katastrophe war das vorbei. Mit dem&nbsp;Vertrag von Lausanne&nbsp;kam Edirne wieder zur Türkei. Zu diesem Staat gehört sie seitdem.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/uhrturm-edirne-1913/">Der Uhrturm von Edirne im Jahr 1913</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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		<title>2 Euro Münze feiert die Vereinigung von Kreta mit Griechenland</title>
		<link>https://hellas.blog/muenze-kreta-griechenland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2013 gab Griechenland eine 2 Euro Gedenkmünze heraus, mit der es die Vereinigung von Kreta mit dem Mutterland vor 100 Jahren feierte. Im Hellas Blog stelle ich diese Münze vor.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/muenze-kreta-griechenland/">2 Euro Münze feiert die Vereinigung von Kreta mit Griechenland</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">am 1. Oktober 2013 gab Griechenland eine 2 Euro Münze heraus, die an den 100. Jahrestag der Vereinigung von Kreta mit Griechenland erinnert. Bis dahin hatte die <a href="https://hellas.blog/osmanische-herrschaft-ueber-griechenland/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">osmanische Herrschaft</a> über diesen Teil Griechenlands noch angedauert. Das Jubiläum dieses Tages nähert sich. Denn die Angliederung Kretas an den griechischen Staat wurde zum 1. Dezember 1913 vollzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder hatten die Kreter versucht, die osmanische Herrschaft abzuschütteln. 1866 scheiterte die Rebellion mit sehr vielen Opfern im Kloster Arkadi. Knapp 50 Jahre später ging der Traum der damaligen Freiheitskämpfer dann doch in Erfüllung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Rebellion begann 1905 in Theriso, einem Ort in der Nähe von Chania. Anführer war kein geringerer als Eleftherios Venizelos. Das Motto der Rebellen war <em>Vereinigung oder Tod</em>. Diesen Satz hatten sie auf die griechische Fahne gestickt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rebellen hatten so ihr eigenes Leben mit Griechenland und der Freiheit ihrer Insel verwoben. Es gab kein Zurück mehr, nur den Erfolg. Das ist die Haltung, mit der sich Griechen im Ergebnis immer durchsetzen konnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So war es auch auf Kreta. Die Rebellen hatten Glück, die Balkankriege erwiesen sich eine Hilfe. Der Londoner Vertrag vom 30. Mai 1913 regelte Gebietsabtretungen des Osmanischen Reichs an Griechenland und andere Staaten. Kreta kam frei und wurde ein Teil Griechenlands. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Freiheitskampf der Kreter kann ich im Rahmen der Vorstellung dieser Münze nicht behandeln. Darauf komme ich in späteren Beiträgen für den Hellas Blog aber immer wieder mal zu sprechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gedenkmünze für den 1. Dezember 1913</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nunmehr möchte ich zu der Münze kommen, die Griechenland zur Feier der Vereinigung von Kreta mit Griechenland herausgegeben hat.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/07/2-Euro-Muenze-2013-100-Jahre-Vereinigigung-Kreta-mit-Griechenland.jpg" alt="2 Euro Münze Griechenland zur Vereinigung mit Kreta" class="wp-image-8599" style="width:400px" title="2 Euro Münze Griechenland zur Vereinigung mit Kreta" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/07/2-Euro-Muenze-2013-100-Jahre-Vereinigigung-Kreta-mit-Griechenland.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/07/2-Euro-Muenze-2013-100-Jahre-Vereinigigung-Kreta-mit-Griechenland-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/07/2-Euro-Muenze-2013-100-Jahre-Vereinigigung-Kreta-mit-Griechenland-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2 Euro Münze aus Griechenland:<br>100. Jahrestag der Vereinigung Kretas mit Griechenland</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Münze ist am 1. Oktober 2013 erschienen. In diesem Jahr ist noch die <a href="https://hellas.blog/2-euro-griechenland-platonische-akademie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Münze zum Jubiläum der Platonischen Akademie</a> erschienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Mitte dieser Münze sehen wir die stolzen Freiheitskämpfer Kretas. Sie halten die griechische Flagge in ihrer Hand. Dieses Bild steht symbolisch für den Kampf der Kreter für das Ende der osmanischen Herrschaft und die Vereinigung der Insel mit Kreta.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drüber lesen wir den Schriftzug <em>ΕΛΛΙΝΙΚΗ ΔΗΜΟΚΡΑΤΙΑ</em>. Das ist der Staatsname der Griechischen Republik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechts davon, unterhalb der Fahnenspitze, sehen wir ein Symbol. Es ist die Palmette, das Symbol für die Prägeanstalt in&nbsp;<a href="https://maps.app.goo.gl/RtivvZBTiRK2vrqw6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chalandri</a>&nbsp;bei Athen. Unter ihr stehen die Jahreszahlen 1913 und 2013. Damit ist klar, dass es um das 100. Jubiläum geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb davon steht auf einem Blatt das sehr kleine Kürzel&nbsp;<em>ΣTAM</em>. Es steht für Georgios Stamatopoulos, der diese Münze gestaltet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb des Bildes steht, worum es bei der Münze geht. Wir lesen <em>100&nbsp;ΧΡΟΝΙΑ ΑΠΟ ΤΗΝ ΕΝΩΣΗ ΤΗΣ ΚΡΗΤΗΣ ΜΕ ΤΗΝ ΕΛΛΑΔΑ</em>. Das bedeutet <em>100 Jahre seit der Vereinigung von Kreta mit Griechenland</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund um die nationale Seite sehen wir noch die 12 Sterne der Europaflagge. Dieses Stilelement findest Du auf allen nationalen Seiten der 2 Euro Münzen, also nicht nur in Griechenland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auflage und Wert der Münze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Zentralbank hat die Münze in einer Prägeauflage bis 750.000 Stück freigegeben. Davon sind 754.000 Stück Umlaufmünzen. Die kann jeder von uns theoretisch an der Kasse als Wechselgeld herausbekommen. 7.500 Stück der Prägeauflage sind in Spiegelglanz für den Sammlermarkt geprägt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich hat die Notenbank weitere 4.000 Stück in Polierter Platte hergestellt. Das ist ein anderes und hochwertigeres Herstellungsverfahren für Münzen. Diese Exemplare sind ausschließlich für Sammlungen hergestellt worden und nicht für den Umlauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du mich nach dem Wert der Münze fragst, so ist das für die Umlaufmünzen sehr einfach: 2 Euro. Kaufst Du die Münze bei einem Händler, wirst Du 4 oder 5 Euro zahlen müssen. Ein etwas höherer Preis ist bei Münzen in Spiegelglanz angemessen. Mehr als 10 Euro solltest Du einem Händler nicht bezahlen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders sieht es mit den Münzen aus, die in Polierter Platte hergestellt wurden. Einen angemessenen Preis kann ich Dir nicht sagen. Ich habe mehrere Angebote im dreistelligen Bereich gesehen. Das finde ich etwas viel. Wenn Du zwischen 60 Euro und 80 Euro für die Münze zahlst, sollte der Wert stabil bleiben. Bitte erwarte keine Wertsteigerung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/muenze-kreta-griechenland/">2 Euro Münze feiert die Vereinigung von Kreta mit Griechenland</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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		<title>Vasilis Rotas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[1. Weltkrieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Athen]]></category>
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		<category><![CDATA[Chiliomodi]]></category>
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		<category><![CDATA[EAM]]></category>
		<category><![CDATA[Eirini Nikolaou (Uni Ioannina)]]></category>
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		<category><![CDATA[Kleinasienfeldzug]]></category>
		<category><![CDATA[Vasilis Rotas]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vasilis Rotas (Βασίλης Ρώτας) kam am 5. Mai 1889 in Chiliomodi zur Welt, einem kleinen Ort auf der Peloponnes südlich</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/vasilis-rotas/">Vasilis Rotas</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Vasilis Rotas (Βασίλης Ρώτας) kam am 5. Mai 1889 in Chiliomodi zur Welt, einem kleinen Ort auf der Peloponnes südlich von Korinth. Er starb am 30. Mai 1977 in Athen. Rotas war ein griechischer Dichter, Schriftsteller, Übersetzer, Offizier und Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg. In Deutschland ist er kaum bekannt, was ich schade finde. Daher berichte ich heute ein wenig von ihm.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized" id="Vasilis-Rotas"><img decoding="async" width="400" height="400" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/08/Vasilis-Rotas.jpg" alt="Vasilis Rotas" class="wp-image-8914" style="width:400px" title="Vasilis Rotas" srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/08/Vasilis-Rotas.jpg 400w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/08/Vasilis-Rotas-300x300.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/08/Vasilis-Rotas-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vasilis Rotas</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Rotas ging erst in Korinth zur Schule, seinen Abschluss machte er am <a href="https://maps.app.goo.gl/zVceooTefN1xNZXEA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Varvakeio-Gymnasium</a> in Athen. Es folgte dann der Militärdienst. 1910 wurde er auf Korfu zum Offizier ausgebildet und er kämpfte anschließend in den <a href="https://hellas.blog/tag/balkankriege/">Balkankriegen</a>. Während des 1. Weltkriegs diente er im IV. Armeekorps in Kavala, das von den Deutschen gefangen genommen wurde und sich bis nach Kriegsende in Görlitz aufhielt. Nach seiner Rückkehr nach Griechenland nahm er am Kleinasienfeldzug teil. Schließlich diente er seinem Land noch 1921 bis 1922 als Militärattache in der griechischen Botschaft in Berlin. 1926 ging er im Rang eines Oberst in den Ruhestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1920 heiratete Vasilis Rotas seine Jugendfreundin Katerini Giannakopoulou. Mit ihr hatte er drei Kinder. Renos (1922-2012) wurde Arzt, Maroula (1925-1996) war Schauspielerin und Nikiforos (1925-1996) war Komponist. In späteren Jahren lebte er mit Voula Damianakou zusammen, die beiden heirateten jedoch nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vasilis Rotas der Autor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Gedichte veröffentlichte Rotas im Jahr 1908, da war er noch Schüler. Mit seinem Literarischen Schaffen leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der griechischen Sprache. Er bevorzugte das Dimotiki (die Volkssprache) gegenüber dem offiziellen Katharevousa. Das Griechisch der Katharevousa war noch die offizielle Amtssprache des Staates Griechenland und galt als &#8222;die reine&#8220; Sprache der Griechen. Praktisch haben die Menschen sie jedoch in ihrem Alltag nicht gesprochen, und viele hatten auch ihre Schwierigkeiten damit. Dimotiki ist erst seit 1976 die offizielle Sprache der Griechischen Republik. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefangenschaft in Görlitz erlebte Rotas als angenehm. Hier hat er seinen ersten Gedichtband geschrieben und bereitete dessen Veröffentlichung vor. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vasilis Rotas hat sich auch große Verdienste als Übersetzer erworben. So hat er das Gesamtwerk von William Shakespeare vom Englischen ins Griechische übersetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gründete Rotas 1930 das Volkstheater in Athen. Als sich 1937 die Diktatur unter Metaxas durchsetzte, wurde es geschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den ästhetischen Strömungen seiner  Zeit war Rotas nicht sehr beeinflusst. Ihm ging es um die Traditionen der griechischen Folklore, um Volksmärchen und Schattentheater. Die historischen Dramen Shakespeares waren prägend, aber auch die antiken griechischen Tragödien. Und in seiner Dichtung scheint auch immer wieder ein &#8211; ich möchte sagen &#8211; fröhliches, geradezu kindliches Element durch. Viele seiner Gedichte sind vertont worden, unter anderem von Mikis Theodorakis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Widerstand gegen die Besatzung im 2. Weltkrieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im 2. Weltkrieg wurde Griechenland von Deutschland, Italien und Bulgarien besetzt. Rotas schloss sich der Nationalen Befreiungsfront Griechenlands an, die unter ihrem Kürzel EAM bekannt ist. Er ist der Schöpfer der Hymne dieser Bewegung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das kam so: Im Winter 1943 machte Rotas sich in Athen zusammen mit dem Bildhauer Memos Makris auf den Weg zu einer Untergrundversammlung, die eine Schriftsteller- und Künstlerorganisation heimlich im Zentrum der griechischen Hauptstadt abhielt. Rotas begann &#8211; für Makris völlig überraschend &#8211; auf dem Weg damit, Verse im Rhythmus eines schnellen Schrittes zu singen. Makris fragte seinen Begleiter, was für ein Lied das sei. Rotas entgegnete, dass er dies nicht wisse. Es werde gerade in seinem Kopf geboren. Schließlich kamen sie bei der Versammlung an, deren Eröffnung sich verzögerte. Makris informierte die Teilnehmer, dass Rotas ein neues Lied habe. Der musste es daraufhin vorsingen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Drei Buchstaben allein erhellen unsere griechische Generation<br>und zeigen uns den hellen Weg zur Freiheit.<br><br>Sie sind die Lichter unseres Kampfes und das Volk folgt ihnen treu,<br>jung, alt, alle zusammen rufen: es lebe, es lebe, es lebe die EAM.<br><br>Die EAM rettete uns vor dem Hunger wird uns wieder vor der Sklaverei retten<br>und hat ein Programm der Volksdemokratie; hurra, hurra, hurra für die EAM.<br><br>Sie hat unser ganzes Volk geeint, sie hat die EPON und die ELAS,<br>und sie hat ein Programm der Herrschaft des Volkes; lang lebe die EAM.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Hierbei handelt es um eine eigene Übersetzung. Fehler bitte ich zu entschuldigen. Den Text der Hymne der EAM habe ich <a href="https://lyricstranslate.com/de/%CF%8D%CE%BC%CE%BD%CE%BF%CF%82-%CF%84%CE%BF%CF%85-%CE%B5%CE%B1%CE%BC-hymn-eam.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier gefunden</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anwesenden nahmen den Text mit Begeisterung auf. Binnen kürzester Zeit verbreitete er sich unter den Anhängern der EAM. Rotas selbst organisierte in den Partisanengebieten Theateraufführungen. Nicht als aktiver Kämpfer, sondern als Kulturschaffender unterstützte er das Freie Griechenland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Evrexe &#8211; ein Lied von Vasilis Rotas</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe nur einige Gedichte von Rotas gelesen. Leider ist mein Griechisch nicht gut, so dass ich mit den Übersetzungen sehr kämpfen muss. Mein Eindruck ist, dass die Dichtung von Vasilis Rotas etwas heimeliges, fast schon kindliches hat. Ein Beispiel dafür ist Evrexe (Έβρεξε), das Eirini Nikolaou vertont hat. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Anschauen des auf YouTube veröffentlichten Liedes.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://youtu.be/JGnI5H0rwnc?si=liIOcsVxqdhkOqSW" title="Έβρεξε. Ποίηση: Βασίλης Ρώτας. Μελοποίηση: Ειρήνη Νικολάου" width="800" height="450" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/JGnI5H0rwnc?feature=oembed" consent-required="4837" consent-by="services" consent-id="4838" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/JGnI5H0rwnc?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Evrexe (Έβρεξε) von Vasils Rotas &#8211; vertont von Eirini Nokolaou<br>(Quelle: YouTube)</figcaption></figure>
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		<title>2 Euro Münze zur Angliederung von Thrakien an Griechenland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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		<category><![CDATA[2020]]></category>
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		<category><![CDATA[Bulgarien]]></category>
		<category><![CDATA[Drachme]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkmünze]]></category>
		<category><![CDATA[Georgios Stamatopoulos]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresthema 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Münze]]></category>
		<category><![CDATA[Osmanisches Reich]]></category>
		<category><![CDATA[Periferia Ostmakedonien und Thrakien]]></category>
		<category><![CDATA[Thrakien]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag von Sèvres]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Griechenland hat am 16. Juli 2020 eine 2 Euro Münze herausgegeben, die an den 100. Jahrestag der Vereinigung mit Thrakien erinnert. Diese Münze stelle ich heute im Rahmen des Jahresthemas 2024 vor.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Juli 2020 erschien eine griechische 2 Euro Münze, die an den 100. Jahrestag der Angliederung von Thrakien mit Griechenland erinnerte. Genau genommen handelte es sich um Westthrakien. Das ist der östliche Teil der heutigen <a href="https://hellas.blog/tag/periferia-ostmakedonien-und-thrakien/">Region Ostmakedonien und Thrakien</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2 Euro Münze zu Thrakien und Griechenland von 2020</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Jahresthemas 2024 geht es um 2 Euro Münzen aus Griechenland. Sie betreffen wichtige Persönlichkeiten oder große Ereignisse in der Vergangenheit. Das trifft auch hier zu.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="450" src="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/2-Euro-2020-100.-Jahrestag-Thrakien.jpg" alt="2 Euro Gedenkmünze von 2020: 100. Jahrestag der Vereinigung von Thrakien und Griechenland " class="wp-image-7245" style="width:400px" title="2 Euro Gedenkmünze von 2020: 100. Jahrestag der Vereinigung von Thrakien und Griechenland " srcset="https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/2-Euro-2020-100.-Jahrestag-Thrakien.jpg 800w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/2-Euro-2020-100.-Jahrestag-Thrakien-300x169.jpg 300w, https://hellas.blog/wp-content/uploads/2024/04/2-Euro-2020-100.-Jahrestag-Thrakien-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2 Euro Gedenkmünze von 2020:<br>100. Jahrestag der Vereinigung Thrakiens mit Griechenland</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Münze, um die es heute geht, ist am 16. Juli 2020 erschienen. Man hat sie mit einer Auflage von 750.000 Stück ausgegeben. Das Material der Münze ist aus Kupfer, Nickel und Messing. Gestaltet hat diese Münze übrigens Georgios Stamatopoulos (Γεώργιος Σταματόπουλος). Links unterhalb der Füße des Greifs sehen wir seine Initialen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Motiv der Münze sehen wir eine alte Drachme-Münze. Sie zeigt einen Greif, der nach links zum Sprung ansetzt. Mich erinnert das Motiv an die <a href="https://nat.museum-digital.de/object/1083228" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Drachme aus der thrakischen Stadt Abdera</a>. Ich habe nicht herausfinden können, ob genau diese Münze das Vorbild für unsere 2 Euro Gedenkmünze war, oder eine andere Prägung aus dem antiken Thrakien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Motiv herum lesen wir einen Schriftzug. Hier steht: <em>100 ΧΡΟΝΙΑ ΑΠΟ ΤΗΝ ΕΝΣΩΜΑΤΩΣΗ ΤΗ΅Σ ΘΡΑΚΗΣ</em>. Das möchte ich mit <em>100 Jahren seit der Eingliederung von Thrakien übersetzen</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unten steht <em>ΕΛΛΙΝΙΚΗ ΔΗΜΟΚΡΑΤΙΑ 2020</em>. Das ist der Staatsname der Griechischen Republik, gefolgt vom Ausgabejahr 2020. Links vor der <em>100</em> sehen wir die Palmette, das Symbol für die Prägeanstalt in&nbsp;<a href="https://maps.app.goo.gl/RtivvZBTiRK2vrqw6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chalandri</a>&nbsp;bei Athen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund um die nationale Seite sehen wir noch die 12 Sterne der Europaflagge. Dieses Stilelement findest Du auf allen nationalen Seiten der 2 Euro Münzen, also nicht nur in Griechenland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der historische Hintergrund der Gedenkmünze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das historische Gebiet Thrakiens ist heute unter Bulgarien (Norden), der Türkei (Osten) und Griechenland (Westen aufgeteilt). Die heutigen Grenzen sind das Ergebnis des 1. Weltkriegs. Thrakien war allerdings auch davor schon umstritten. Die 2 Euro Münze betrifft die Vereinigung von Thrakien mit dem restlichen Griechenland und erzählt insofern eine spannende Geschichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ende des 1. Weltkriegs hatten die Verlierer-Staaten an Verhandlungen in Vororten von Paris teilzunehmen, an deren Ende Verträge zu unterzeichnen waren. Die Verhandlungen, welche für Griechenland relevant waren, fanden in <a href="https://maps.app.goo.gl/Nxz4qhFzgP1DX8vx7">Sèvres</a> statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesen Pariser Vorortverträgen wollte man einen völkerrechtliche Schlussstrich unter den 1. Weltkrieg ziehen. Zudem hatten die Verlierer vertraglich zu bestätigen, was die Siegermächte als Folge aus dem Kriegsergebnis ableiteten.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Griechenland gehörte zu den Siegermächten, profitierte also vom Ergebnis des Krieges. Bulgarien und das Osmanische Reich dagegen zählten zu den Verlierern. Die künftige Ordnung auf dem Balkan und das künftige Schicksal des Osmanischen Reiches en die Siegermächte im Vertrag von Sèvres&nbsp;geregelt. Genau genommen handelt es sich um acht Verträge, die am 10. August 1920 unterzeichnet worden sind. Ein Vertrag regelte die Angliederung Westthrakiens an Griechenland. Ein zweiter Vertrag betraf den Schutz der nationalen Minderheiten in den neu zu Griechenland gekommenen Gebieten. In den betroffenen Gebieten lebten Menschen verschiedenster Nationalitäten. Für die war bitter, dass in Sévres auch ein &#8222;Bevölkerungsaustausch&#8220; beschlossen wurde. Das meint letzten Endes nichts anderes als die Vertreibung eines Teils der Bevölkerung in einen der Nachbarstaaten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was musst Du zur Gedenkmünze zu Thrakien noch wissen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Münze ist in einer Auflage von 750.000 Stück ausgegeben worden. 9000 Stück davon hat man für den Sammlermarkt hergestellt. Von der 2 Euro Gedenkmünze zum 100. Jahrestages der Angliederung von Thrakien sind 5000 Stück in Spiegelglanz und 2000 Stück in Polierter Platte gemacht worden. Der Rest sind Umlaufmünzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun stellt sich für den einen oder die andere noch die Frage nach dem Wert dieser Münze. Für die Umlaufmünzen ist das recht einfach zu beantworten: 2 Euro. Allerdings bekommt man sie nur selten noch an der Kasse herausgegeben. Beim Händler wirst Du zwischen 4 Euro und 6 Euro für diese Münze zahlen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Preise für Spiegelglanz sind deutlich höher, und für Polierte Platte musst Du noch mal tiefer in die Geldbörse greifen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/2-euro-muenze-griechenland-thrakien/">2 Euro Münze zur Angliederung von Thrakien an Griechenland</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
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		<title>Parade zum Unabhängigkeitstag auf Lesvos</title>
		<link>https://hellas.blog/lesvos-november-8/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roland Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Nov 2023 16:25:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Balkankriege]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Lesvos]]></category>
		<category><![CDATA[Mytilini (Lesvos)]]></category>
		<category><![CDATA[Osmanisches Reich]]></category>
		<category><![CDATA[Parade]]></category>
		<category><![CDATA[Pavlos Kountouriotis]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeitstag]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag von Lausanne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. November 1912 gelang es den Griechen, die Insel Lesvos von der Herrschaft der Osmanen zu befreien. Dieses Datum gilt seit dem als Unabhängigkeitstag der Insel. Das wird in jedem Jahr mit einer großen Parade in der Inselhauptstadt Mytilini gefeiert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hellas.blog/lesvos-november-8/">Parade zum Unabhängigkeitstag auf Lesvos</a> erschien zuerst auf <a href="https://hellas.blog">Hellas Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr am 8. November feiert man auf <a href="https://hellas.blog/lesvos/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lesvos</a> den Unabhängigkeitstag. Das Datum bezieht sich auf den 8. November 1912. An diesem Tag gelang es den Griechen, die Insel Lesvos von der Herrschaft der Osmanen zu befreien. Dieses Datum gilt seit dem als Unabhängigkeitstag der Insel. Das wird in jedem Jahr mit einer großen Parade in der Inselhauptstadt Mytilini gefeiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr war eine Freundin des Hellas Blog vor Ort und hat mir einige Videos von der Parade zukommen lassen. Ich habe sie zusammengestellt und in den <a href="https://www.youtube.com/channel/UCtveyDDBvK-Ow5o5JObdsLA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">YouTube Kanal des Hellas Blog</a> hochgeladen. Viel Spaß beim Anschauen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://youtu.be/hXZDFVne4RE" title="Parade zum Unabhängigkeitstag in Mytilini auf Lesvos am 8  November 2023" width="800" height="450" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/hXZDFVne4RE?feature=oembed" consent-required="4837" consent-by="services" consent-id="4838" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/hXZDFVne4RE?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Parade in Mytilini am 8. November 2023<br>(Videos: Helga Psoroukis)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist am 8. November 1912 passiert?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1912 tobten die Balkankriege, Griechenland und die Türkei standen sich gegenüber. In diesem Zusammenhang tauchte die griechische Flotte unter dem Kommando des Admirals Pavlos Kountouriotis am frühen Morgen des 8. November 1912 am Hafen von Mytilini auf. Die Insel Lesvos gehörte bis dahin zum Osmanischen Reich. Kountouriotis übergab den Osmanen ein Ultimatum, dem sie nachkamen. Ab 12.30 Uhr begannen die griechischen Matrosen auszuschiffen. Die Osmanen übergaben den Griechen die Insel, es kam zu keinem Blutvergießen. Der 8. November wird in Gedenken an dieses Ereignis seit dem als eigener Unabhängigkeitstag auf Lesvos gefeiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Metropolitankirche <a href="https://maps.app.goo.gl/JJgtRfbWdniZiMVz6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agios Athanasios</a> fand ein Gottesdienst statt, bei der der Metropolit von Mytilene, Kyrill, mit allen Anwesenden &#8222;Christus ist auferstanden&#8220; sang. Die griechischen Behörden erklärten die Vereinigung mit dem griechischen Staat und erklärten die Gleichheit aller Einwohner, egal ob Christen oder Muslime. Völkerrechtlich war die griechische Besetzung von Lesvos nur vorläufig. Der endgültige und offizielle Anschluss an Griechenland kam erst durch den Vertrag von Lausanne im Jahr 1923 zustande.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der 8. November ist der Unabhängigkeitstag auf Lesvos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der Insel verlief nach 1912 nicht ruhig. In Folge der Kleinasiatischen Katastrophe mussten die muslimischen Inselbewohner Lesvos verlassen, zahlreiche griechische Flüchtlinge aus Kleinasien kamen auf die Insel. Viele von ihnen konnten ihre alte Heimat vom anderen Ufer aus sehen: Die Muslime waren auf dem Festland, die Griechen auf der Insel, beide in Sichtweite. Nur konnten sie zunächst nicht mehr dorthin. Ein letztes mal ist Lesvos noch von einer fremden Macht besetzt worden: 1941 durch die Wehrmacht. Am 10. September 1944 wurde die Insel abermals befreit, aber das ist eine andere Geschichte.</p>
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