Odeon des Herodes Atticus: Die Pläne zur Renovierung werden konkret
Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni hat bekannt gegeben, wie die Pläne zur Renovierung des Atticus Odeon in Athen genau aussehen. Darüber berichtete Naftemporiki in einem ausführlichen Artikel am 23. Februar.
So sehen die Pläne der Renovierung des Odeon von Herodes Atticus konkret aus
Im Oktober 2025 hat man das Odeon geschlossen. In den nächsten drei Jahren ist es wegen der Renovierung nicht zugänglich.

(November 2025)
Hat man ein sehr altes Bauwerk, das aktuell aber noch in Nutzung ist, stellen sich immer zwei Herausforderungen. Einmal müssen alle Maßnahmen zum Erhalt des Bauwerks den international anerkannten Prinzipien zum Erhalt von Denkmälern entsprechen. Will man das Denkmal allerdings auch für irgend einen Zweck nutzen, muss es baulich den entsprechenden Anforderungen entsprechen.
Das sind die beiden Aspekte, die man bei der Renovierung des Odeons des Herodes Atticus in Einklang bringen muss. Herodes Atticus schenkte das Theater im Jahr 161 n.Chr. seiner Heimatstadt Athen, um damit an seine verstorbene Frau zu erinnern. Es ist also fast 1.900 Jahre alt. Und heute finden in diesem Theater Konzerte und Aufführungen statt. Das ist eine wunderbare, einzigartige Kulisse. Aber sowohl die Bedürfnisse der Zuschauer als auch die der Künstler und Bühnentechniker fordern einem Gebäude einiges ab.
Verantwortlich für die Erhaltungsmaßnahmen ist das griechische Kulturministerium. Sein Ziel sind die vollständige Restaurierung der Bausubstanz sowie die Modernisierung der betrieblichen Infrastruktur – und dafür braucht es erst einmal Pläne.
Das Odeon hat Probleme an der Bausubstanz, die dringend angegangen werden müssen. Die Kulturministerin Lina Mendoni beschrieb die Situation so: Es zeigt Schäden, hauptsächlich am oberen Bogen der Fassade, Masseverlust und Steinrisse, kleinere Verformungen sowie lokale Verfallsphänomene. Bioerosion wird ebenfalls beobachtet, durch das Wachstum von Mikroorganismen an Stellen, an denen Hohlräume entstehen und Wasser stagniert, durch die Entwicklung des Wurzelsystems, hauptsächlich an den Gelenken, aber auch durch das Scheitern früherer Eingriffe.
Die Quadratur des Kreises
Nunmehr sind die Studien bekannt geworden, die sich mit der Umsetzung der Herausforderungen befassen. Die Pläne zur Renovierung des Atticus Odeon werden jetzt konkret.

(Bildquelle: Naftemporiki)
Die Grundidee der nunmehr vorgelegten Pläne besteht nicht nur im Erhalt der noch vorhandenen Substanz. Auch will man verloren gegangene Bauteile rekonstruieren und ergänzen. So möchte man dem Odeon die erforderliche bauliche Substanz zurück geben. Die fehlt heute.
In vergangenen Renovierungen sind Baumaterialen verwendet worden, die sich als ungeeignet erwiesen haben. Sie müssen entfernt werden. Bauspalten sind zu füllen, entstandene Verformungen der Bausubstanz sind zu korrigieren.
Besonders interessant finde ich, dass bis heute verdeckte Teile des Odeons freigelegt werden sollen. Das betrifft vor allem die Mosaikböden.
Dann nimmt man sich eines Themas an, das wegen der Konzerte im Odeon unumgänglich ist: Die Schalllast. Das Wort wird manchem Leser neu sein. Aber es ist so, dass besonders lauter Schall eine physische Wirkung hat. Die müssen für das gesamte Odeon neu bewertet werden. Denn die Konzerte sollen das Gebäude nicht beschädigen.
Dann geht es um Wasser, insbesondere um Regenwasser. Das kann heute teilweise nicht abfließen und versickert im Odeon. Also will man die Ableitung des Regenwassers vollständig erneuern. Die elektrischen Netze, der Brandschutz und die Ableitung des Brauchwassers sind ebenfalls ein Thema.
Die Renovierungsarbeiten dauern mindestens drei Jahre
Bisher heißt es, dass die Renovierungsarbeiten auf drei Jahre geplant sind. Ich finde, das ist ein sehr ambitionierter Zeitplan. Sollte es länger dauern, finde ich das nicht schlimm. Denn es geht um den Erhalt eins tollen Bauwerks für die Zukunft.
