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Geier und andere Tiere wurden vergiftet

Kathimerini berichtete am 12. März, dass im Dadia-Lefkimi-Soufli Nationalpark zwei Geier und ein Wolf vergiftet worden sind. Die Organisation OFYPEKA schreibt auf ihrer Seite, dass es sogar viel schlimmer ist: 11 Geier sind tot. Neben diesen Tieren hat man inzwischen einen Marder, zwei Habichte, vier Krähen und fünf Füchse gefunden. Das ist eine sehr schlimme Nachricht.

Die Geier wurden im Nationalpark vergiftet

Dass im Dadia-Lefkimi-Soufli Nationalpark so viele Mönchsgeier vergiftet wurden, ist eine Katastrophe. In diesem Gebiet haben diese Tiere als einzigem Ort auf dem Balkan eine größere Kolonie. Es soll sich um 36 bis 47 Paare handeln. Der Verlust von 11 Tieren bedroht den Fortbestand der Art.

Dadia-Lefkimi-Soufli Nationalpark
Dadia-Lefkimi-Soufli Nationalpark

Der Vorfall ereignete sich mitten in der Brutzeit der seltenen Greifvögel und sorgt bei Naturschützern für große Sorge. Nur wenige Tage zuvor hatten Experten neue künstliche Nester im Park installiert, um die bedrohte Population der Mönchsgeier zu stabilisieren. Diese Maßnahme wurde von der griechischen Naturschutzorganisation OFYPEKA umgesetzt und ist Teil eines umfassenden Programms zum Schutz der Geier nach dem verheerenden Waldbrand von 2023.

Der Vorfall wurde bekannt, nachdem Polizeibeamte während einer Patrouille einen toten Greifvogel entdeckten. Daraufhin wurden Mitarbeiter der Parkverwaltung informiert, die sofort zum Fundort eilten.

Das Gift hat viele Tiere getötet

Gemeinsam mit einer Spezialeinheit zur Suche nach Giftködern wurde das Gebiet gründlich untersucht. Ein Mönchsgeier ein Wolf wurden tot aufgefunden.

Toter Geier im Nationalpark
Toter Geier im Nationalpark
(Bildquelle: OFYPEKA)

Ein zweiter Geier lebte noch, zeigte jedoch deutliche Vergiftungssymptome und musste akut tierärztlich behandelt werden. Später fanden die Ranger heraus, dass noch viel mehr Tiere dem Gift zum Opfer gefallen waren.

Vor Ort entnahmen Fachleute Proben für toxikologische Untersuchungen. Analysen sollen klären, welche Giftstoffe eingesetzt wurden. Gleichzeitig leiten die zuständigen Behörden Ermittlungen ein, um die Hintergründe des Vorfalls zu klären und mögliche Täter zu identifizieren. In den kommenden Tagen wird das Gebiet weiter durchsucht, um weitere vergiftete Köder oder tote Tiere zu finden. Ziel ist es, zusätzliche Verluste in der Tierwelt zu verhindern.

Der überlebende Geier wurde sofort in eine Tierklinik gebracht. Dort erhält er intensive Pflege, damit er sich von der Vergiftung erholen kann. Wenn sich sein Zustand stabilisiert, soll er wieder in die Natur entlassen werden.

Die Geier waren ausgewachsene Tiere und befanden sich in der Brutzeit, weshalb sie möglicherweise Nester mit Eiern bewachten. Dieser Vorfall zeigt deutlich, dass illegale Giftköder weiterhin eine der größten Bedrohungen für die Wildtiere in Griechenland darstellen. Der Bestand an Mönchsgeiern ist durch dieses Verbrechen akut bedroht.

Giftköder sind eine Gefahr

Am 11. März hatte ich das Thema Giftköder in Griechenland im Blog angesprochen. Ich hatte nicht gedacht, dass es schon am nächsten Tag ein so schlimmes Ereignis mit drei betroffenen Tieren gibt.

Leider ist es kein Einzelfall. Am 16. März hat man 157 Giftköder an den Hängen des Grammos gefunden. Der Grammos ist ein Berg im Pindos, der an der Grenze zu Albanien liegt. Auch hier sollten gezielt Geier getötet werden.

In Mitteleuropa wissen viele nichts davon. Soweit ich es sehe, hat das Thema es kaum in die Aufmerksamkeit deutscher Medien geschafft. Immerhin berichten Fotopedia und die Griechenland Zeitung.

Die meisten Berichte über Griechenland betreffen den Tourismus und die Politik. Gerade für Touristen gibt es auch wahnsinnig viel schöne Seiten zu entdecken. Dass Giftköder jetzt viele Geier vergiftet haben, zeigt die dunkle Seite des Landes. Die gibt es leider auch.

Gegenüber dem Zustand noch vor 20 Jahren hat sich etwas geändert: Das Bewusstsein nimmt zu, dass Tierschutz wichtig ist.

Inzwischen gehen staatliche Einrichtungen ernsthaft gegen Giftköder vor. In Griechenland findet im Hinblick auf Tierschutz ein Umdenken statt, das ich ausdrücklich anerkennen möchte. Dass jetzt so viele Geier und andere Tiere vergiftet wurden, ist ein starker Hinweis darauf, dass noch viel zu tun ist.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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