Nutzt keine Esel auf Santorini!
Manch Tourist nutzt Esel, um auf Santorini oder Thirasia große Höhenunterschiede zu bewältigen. Meine Bitte: Lasst das!
Eine Kleinigkeit: In diesem Beitrag ist von Eseln die Rede. Tatsächlich sind auf Santorini viele Maultiere im Einsatz, keine Esel. Maultiere sind Mischlinge zwischen Esel und Pferd. Egal ob Esel und Maultier: Es sind fühlende Wesen, die unter einer nicht tiergerechten Verwendung leiden.
Esel zum Touristentransport auf Santorini
Der Kölner Stadtanzeiger berichtete Ende Mai 2026, dass die Regel für Esel zum Personentransport auf Santorini verschärft würden. Das ist nicht richtig. Die Änderungen, von denen in diesem Artikel die Rede ist, gelten schon seit einigen Jahren.

Ich habe es selbst vor vielen Jahren erstmals auf Thirasia gesehen, der kleinen Schwesterinsel von Santorin. Damals ist das erste Foto zu diesem Beitrag entstanden.
Es stammt von 2010. Damals hatte ich eine Rundfahrt auf der Caldera gemacht. 2022 habe ich die Rundfahrt erneut gemacht und dasselbe gesehen – aber nicht fotografiert. Und 2024 habe ich gesehen, wie Esel die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen vom Hafen unterhalb von Fira hochgeschleppt haben.
Der Kölner Stadtanzeiger berichtet, dass „neu“ sei, dass transportierte Personen maximal 100 Kilo wiegen dürfen. Neu ist das nicht. Diese Regel gilt schon seit Oktober 2018. Die Recherche war nicht gut. Aber die Zeitung spricht ein wirklich wichtiges Thema an.
PETA organisiert schon lange Protest gegen den Einsatz von Eseln (bzw. meist Maultieren) zum Transport von Touristen auf Santorin. Jetzt kam es zu einem Zwischenfall: Drei Aktivistinnen von PETA wollten an der Treppe vom Hafen hoch nach Fira protestieren. Eselsführer haben das mit Gewalt verhindert. Dazu unten mehr.
Die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz von Eseln und Maultieren
Damals hat das griechische Landwirtschaftsministerium offiziell festgelegt, dass Esel und Maultiere nicht mehr mit Lasten von mehr als 20% ihres eigenen Körpergewichts belastet werden dürfen. Außerdem gibt es eine absolute Last: 100 kg. Mehr darf ein Esel nicht schleppen.

Diese Regeln sind aus mehreren Gründen nur Augenwischerei für den Tierschutz. Ich habe auf Santorini weder 2022 noch 2024 Personenwagen gesehen, mit denen das Gewicht eines dicken Touristen überprüft wird, ehe er einen Esel besteigt.
Was ich in beiden Jahren aber gesehen habe, waren Personen auf den Eseln, die ganz sicher mehr als 100 kg. Gesetzliche Bestimmungen, deren Einhaltung niemand kontrolliert, sind nichts wert.
Die Tierschutzorganisation PETA hat vor längerer Zeit eine Petition zum Schutz der Esel gestartet. Die läuft schon etwas länger, ich habe im Oktober 2023 darüber berichtet. Bisher sind etwas mehr als 60.000 Unterstützungen zusammengekommen. Bewirkt hat PETA damit bisher nichts.
Die Entscheidung über den Schutz von Eseln und Maultieren liegt bei den Touristen auf Santorini. Dazu habe ich nur eine Bitte: Wird Dir auf Santorini der Ritt auf einem Esel angeboten, dann sag nein!
PETA protestiert, Aktivisten verhindern das
Am 4. September 2026 wollte PETA in Fira gegen den Einsatz von Eseln protestieren. Darüber berichtet die griechische Zeitung Protothema.
Das haben die Eselsführer mit Gewalt verhindert. Die Zeitung schreibt, dass sie Transparente zerstört, Leute von PETA die Treppe hinunter gestoßen und und einer der Frauen ins Gesicht geschlagen haben.
PETA plant jetzt, gegen den Einsatz von Eseln Klage zu erheben. Die Organisation schlägt vor, anstelle von Eseln Exoskelette einzusetzen. Mit deren Hilfe können die Touristen ohne eigene Anstrengung den Weg nach oben laufen.
Hinweis auf frühere Fassungen
Diesen Beitrag habe ich erstmals am 01.06.2026 veröffentlicht. Am 05.09.2026 habe ich ihn aktualisiert.
