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Panagia Theoskepasti am Skaros Rock: Gottes Ausblick auf die Caldera von Santorin

Wanderst du auf Santorin um den Skaros Rock, kommst du am Ende der Strecke zur Kapelle Panagia Theoskepasti (Ιερός Ναός Παναγίας Θεοσκέπαστης). Sie ist meist geschlossen. Aber von hier aus genießt du den schönsten Ausblick auf die Caldera und die gegenüberliegende Insel Thirasia, den ich auf Santorin kenne.

Wandere um den Skaros zur Panagia Theoskepasti

Als erstes möchte ich beschreiben, wie du zu dieser Kapelle kommst. Ein Teil der Leser möchte nichts anderes wissen, wie mir aus den Zugriffsdaten zum Blog bekannt ist. Also lege ich damit los.

Vom Skaros Rock her kommend: Blick auf die Panagia Theoskepasti
Vom Skaros Rock her kommend:
Blick auf die Panagia Theoskepasti

Der Skaros Rock liegt am Abhang der Caldera vor Imerovigli. Reist du mit dem Bus an, steigst du an der Bushaltestelle von Imerovigli aus. Du gehst in Richtung Meer. An einem Eiscafé (Confetti Desert) gehst du rechts vorbei zu dem Platz mit dem Gefallenendenkmal. An dem gehst du vorbei uns nimmst den Weg in Richtung Meer, wo es durch die Gassen runter geht. Du wirst dann die Treppen sehen, die runter zum Übergang auf den Skaros Rock führen.

Es kann aber sein, dass du von Fira aus zu Fuß kommen möchtest. Das ist kein Problem. Wenn du mit dem Rücken zum Meer stehst, hältst du dich immer links und gehst den Weg am Rand der Caldera entlang.

So kommst du zum Skaros Rock

Das ist zum Beispiel was für Leute, die ohnehin in Fira sind oder mit einem Kreuzfahrtschiff dort angelandet sind.

Skaros Rock
Skaros Rock

Wenn du dir nicht sicher bist, wie du gehen musst, dann frage im nächsten Café nach dem Weg nach Imerovigli.

Als ich zuletzt 2024 vor Ort war, bin ich mit dem Mietwagen gekommen. Einen Parkplatz zu finden ist zwar theoretisch kein Problem. Kurz vor dem Skaros gibt es einige davon. Praktisch waren die aber schon früh morgens alle besetzt. An der Straße zum anderen Rand der Insel gibt es zwei kostenlose Parkplätze. Von hier aus sind es 10 min zu Fuß bis zum Platz mit dem Gefallenendenkmal. Für mich war das prima.

Wichtig: Du brauchst festes Schuhwerk, Sonnenschutz und nimm dir auch etwas zu trinken mit. Letzteres bekommst du für recht hohe Preise natürlich auch in Imerovigli. Aber auf dem Skaros selbst gibt es nichts zu kaufen.

Wenn du dann am Skaros bist, hältst du dich auf der Seite links vom Berg. Es gibt einen Pfad oben und einen unten. Nimm den oberen und kehre über den unteren Pfad zurück. Das ist eine schöne Tour.

Auf der anderen Seite des Skaros Rock erreichst du dann die Kapelle Panagia Theoskepasti. Hier machst du eine Pause und genießt den Ausblick Gottes auf die Caldera von Santorin.

Die Geschichte dieser Kapelle

Auf verschiedenen Seiten gibt es die interessantesten Geschichten zu dieser Kapelle. Sie soll das letzte Überbleibsel der mittelalterlichen Bebauung sein, sagen die einen. Und die anderen sagen, sie sei uralt.

Die Wahrheit ist banal: Den mir bekannten Untersuchungen und belastbaren Dokumenten zu dieser Kapelle ist nicht zu entnehmen, wann sie gebaut wurde. Ich berichte, was sich belegen lässt.

Reste der Burg auf dem Skaros Rock
Reste der Burg auf dem Skaros Rock

Fakt ist, dass der Skaros Rock im Mittelalter dicht bebaut war. Hier stand eine der fünf Burgen, von denen aus die Herrschaft über Santorin ausgeübt wurde. Die ursprüngliche Burg wurde 1207 fertiggestellt. Rundherum siedelten sich Menschen an. Es gab mehrere orthodoxe und katholische Kirchen. Faktisch war die Burg Roka soetwas wie die Hauptstadt von Santorin.

Zugang zur Panagia Theoskepasti vom Wanderpfad um den Skaros Rock
Zugang zur Panagia Theoskepasti vom Wanderpfad um den Skaros Rock

Mehrere Erdbeben bereiteten dem ein Ende. Den Anfang machte ein Vulkanausbruch im Jahr 1650, zwischen 1701 und 1711 gab es weitere seismische Aktivitäten. Ein Teil der Bebauung auf dem Felsen rutschte ins Meer. Noch vorhandene Gebäude hat ein Erdbeben dann 1817 zerstört. Und weiter vulkanische Aktivitäten mit Erdbeben zwischen 1866 und 1870 bereiteten den Siedlungsaktivitäten dann ein Ende.

Kein Beleg für das Alter dieser Kapelle

Es gibt keinen Beleg dafür, wie alt die Kapelle Panagia Theoskepasti am Skaros Rock ist.

Aus dem Jahr 1788 stammt eine Zeichnung, die Louis-François-Sébastien Fauvel angefertigt hat. Sie zeigt den Skaros Rock, wie er ihn damals gesehen hat. Der Standort der heutigen Kapelle lässt sich darauf allerdings nicht ausmachen. Deshalb kann ich aus dieser Zeichnung keinen Rückschluss darauf ziehen, ob hier damals schon eine Kapelle gebaut war oder nicht. Die Zeichnung befindet sich heute im Benaki Museum in Athen. Sie ist Teil der Thomas-Hope-Sammlung.

Elias Venezis

Eine Quelle jüngeren Datums ist Elias Venezis (Ηλίας Βενέζης). Der Schriftsteller hielt sich im Jahr 1956 auf Santorin auf, als um das große Erdbeben in diesem Jahr. In seinem Werk Die Gottbedeckte schrieb er:

Wir gingen weiter und betraten die Theoskepasti. Die Kapelle war sauber, kahl, nackt, wie alle griechischen Kapellen. Nur eine geschnitzte, uralte Ikonostase aus Holz. Und vor dem Heiligtum, unter der verfallenen Ikonostase, knieten die schwarz gekleideten Frauen, die wir von Weitem gesehen hatten, nackt auf den Steinplatten, mit gesenkten Köpfen, in ihr Gebet versunken, allein mit sich und mit Gott. Eine las die Troparionen aus der Synopsis, die anderen, die Analphabetinnen, murmelten mit ihr. Sie hatten die Lampen angezündet, draußen lag das Meer, die Gewässer waren alle andächtig und verlassen. Die Frauen beteten den Gottesdienst des Kleinen Parakleten.

„Ich ehre dich als Schutz und Zuflucht meines Lebens, o Jungfrau und Mutter Gottes, führe mich in deinen Hafen.“ „Errette deine Diener vor Gefahren, o Gottesgebärerin, denn wir alle suchen mit Gott Zuflucht bei dir.“

Sie hörten unsere Schritte, doch es war, als wären wir nicht da, und sie wandten sich nicht einmal uns zu. Immer dasselbe: zusammengekauert, kniend, in der Dunkelheit versunken, flehend.

Auch wir wurden von dem Geheimnis und der Hingabe ergriffen, wir wurden bald eins mit ihnen, auch wir beteten für das, was wir lieben, und für die Menschen.

Als wäre das Gebet beendet, erhoben sich die Frauen von den Tischen. Blass, aber mit tiefem Frieden im Gesicht, standen sie da. Sie umringten uns, erzählten uns ihre Geschichten, wir erzählten ihnen unsere. Die eine hatte ein Kind im Krieg verloren, die andere einen Sohn beim Militär, die dritte einen Sohn, der zur See fährt. Jedes Jahr geloben sie, die ganze Insel zu Fuß zu durchwandern und die Lampen in den Kapellen anzuzünden. So begannen sie auch dieses Jahr. Im Morgengrauen machten sie sich barfuß vom Turm auf den Weg, der Staub bedeckte ihre harten, abgenutzten Füße. Nun, nach der Gnade, nach den Theoskepasti, würden sie sich zu den anderen Kapellen im Westen begeben.

Sie holten ihre Lebensmittel aus ihrem kleinen Beutel: Weizenbrot, die winzigen Tomaten von Santorin, frittierten Fisch aus dem Schleppnetz. Sie pumpten Wasser aus der kleinen Zisterne – Regenwasser – und boten uns Wasser und Brot an. Wir wollten ihnen nicht das nehmen, was sie selbst nur knapp hatten: Brot und Wasser. Sie bestanden darauf, dass wir es annahmen, und sahen uns flehend an, als baten sie uns um einen Gefallen.

„Nun hat uns der Gottbedeckte vereint“, sagten sie.

Auch wenn es sich um ein Stück Literatur handelt, darf diese Quelle als authentisch gelten.

Was du über Panagia Theoskepasti noch wissen musst

Die Panagia Theoskepasti ist das einzige nicht zerstörte Gebäude am Skaros Rock, das heute noch genutzt wird. Ausgrabungen haben freilich die Reste vieler anderer Bauten finden können. Aber im historischen Bereich des Skaros gibt es kein anderes derartiges Gebäude.

Kurz möchte ich noch auf den Namen zu sprechen kommen. Die Panagia ist Maria, die Gottesmutter. Der Beiname Theoskepasti kann mit „die von Gott Beschirmte“ oder „die von Gott Beschützte“ übersetzt werden.

Der Festtag dieser Kirche ist am 26. Dezember.

Eine wunderbare Aussicht, ein toller Fotospot

Auch wenn ich das genaue Alter dieser Kapelle nicht klären kann, möchte ich höchst subjektiv doch etwas anderes für geklärt befinden. Ich kenne keinen anderen Aussichtspunkt auf Santorin, der einen so schönen Blick auf die Caldera bietet wie dieses Gotteshaus.

Blick auf Thirasia
Blick auf Thirasia

Ich habe den Ausblick auf die benachbarte Insel Thirasia fotografiert. Schau dir das Bild an. Hier kannst du wirklich deine Seele baumeln lassen. Diese Kapelle ist in jeder Hinsicht ein toller Fotospot.

Dach und Kuppel der Panagia Theoskepasti
Dach und Kuppel der Panagia Theoskepasti

Du hast auch eine sehr gute Aussicht auf Oia, das sich als „schönste Aussicht“ überhaupt gut zu vermarkten weiß. Alles Unsinn, wenn du mich fragst. In Oia hast du eine gute Aussicht auf andere Touristen und und dichtes Gedränge. Man muss das sicherlich mal gesehen haben. Auch wenn die Stadt sehr schön ist…. der touristische Rummel dort ist es nicht.

Erweiterung für Agios Nikolaos

Auch wenn man nicht weiß, wie alt die Kapelle ist, ist es definitiv kein moderner Bau. Sie befindet sich in einem sehr guten Zustand und wird gut gepflegt.

Erweiterung um eine Kapelle des Agios Nikolaos
Erweiterung um eine Kapelle des Agios Nikolaos

Man hat sie um einen Anbau erweitert. Die angebaute Kapelle ist Agios Nikolaos geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer.

Das Innere der Panagia Theoskepasti

Als ich dort war, war die Kapelle geschlossen. Das ist sie meist. Leider kommt es aufgrund des starken Tourismus immer wieder zu unangemessenen Verhaltensweisen. Deshalb kann ich verstehen, dass die Kapelle ohne Aufsicht nicht geöffnet ist.

Das Innere der Panagia Theoskepasti
Das Innere der Panagia Theoskepasti

Durch die Fenster kann man einen Blick in das Innere des Gotteshauses werfen. Man sieht, dass es gut in Schuss und gepflegt ist. Nach wie vor ist diese Kapelle ein Ort des Glaubens und für die Gemeinde sehr wichtig.

Bitte denke daran, wenn du die Kapelle besuchst und verhalte dich entsprechend.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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