Griechenland

Griechische Haarmode wie bei Artemis

Mit der berühmten von Winckelmann gefundenen Artemis haben wir einen Eindruck, wie griechische Haarmode in der Antike wohl gewesen sein mag. Man kann das perfekt am Abguss der Statue sehen, die bemalt im Liebieghaus steht.

Artemis zeigt griechische Haarmode ihrer Zeit

Schauen wir auf den Hinterkopf der Artemis. Hier kannst Du deren Frisur gut sehen.

Die Frisur der Artemis
Die Frisur der Artemis

Die Frisur, die du hier zeigst, ist typisch für das späte 5. bis 4. Jahrhundert. v. Chr.. In Veröffentlichungen habe ich die Bezeichnung Krobylos (κρώβυλος, altgriechisch κρωβύλος) gefunden.

Das zentrale Merkmal dieser Frisur ist, dass das Haar auf dem Scheitel zu einer Art Knoten aufgerollt wurde. Der Knoten konnte sich auch am Hinterkopf befinden. Befestigt hat man es mit Haarspangen, die (auch) die Form einer Heuschrecke hatten. Die Haare an Stirn und Schläfe bleiben frei. Gerne hat man sie kunstvoll gelockt.

Bekannt ist diese Haarmode von Artemis, Athene oder auch Demeter. Man kann sagen, dass der Krobylos die Haartracht der Göttinnen war. Natürlich war er auch bei irdischen Damen sehr beliebt, die es den olympischen Vorbildern gleichtun wollten.

Damenfrisuren im antiken Griechenland

Ich fand bei meinen Recherchen diese Einteilung der antiken Damenfrisuren:

  • Krobylos: Haar ist nach oben oder am Hinterkopf zusammengebunden. Es wird von Spangen oder einem Band gehalten.
  • Sakkos: Die Dame trägt ein Haarnetz über ihren Haaren.
  • Stephane: Über dem Haar trägt die Dame eine vollständige Bedeckung aus Seide, Wolle oder einem anderen Material.

Es gibt auch eine größere Differenzierung in der Einteilung antiker Damenfrisuren. Entscheidend ist, dass die Damen Spangen, Diademe und die verschiedensten Stoffe einsetzten, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Bei world4info habe ich eine gute Einteilung dazu entdeckt.

Frisuren waren im antiken Griechenland ein Ausdrucksmittel, um Schönheit und Stil für jeden erkennbar zur Geltung zu bringen. Ich glaube, dass die Damen dieser Zeit sich in diesem Punkt nicht sehr von den Damen aller anderen Epochen unterschieden haben.

Zum Krobylos habe ich oben schon gesagt, was ich dazu weiß. Hier möchte ich kurz noch auf die beiden anderen Haarmoden eingehen.

Der Sakkos war das Haarnetz der Frauen. Er konnte schlicht aus Stoff bestehen oder reich verziert sein. Frauen nutzten den Sakkos im Alltag, um lange Haare zu bändigen. Bei Festen trugen sie schmuckvolle und schöne Exemplare. Der Sakkos zeigt, dass im alten Griechenland bei den Haaren praktische und modische Erwägungen gut zusammengingen.

Die Stephane war ein Diadem oder eine Art Krone, die Frauen auf dem Kopf trugen. Sie verlieh den Trägerinnen eine edle und fast göttliche Ausstrahlung. Beliebt war sie bei Göttinnen. Und auch bei Bräuten, die sich am Hochzeitstag wie eine Göttin fühlen wollten. Die Stephane konnte mit dem Krobylos verbunden sein, was besonders feierlich und elegant gewirkt hat.

Die griechischen Frisuren wie Krobylos, Sakkos und Stephane sind nicht nur historische Haartrachten. Sie sind sondern echte Symbole der antiken Kultur. Bis heute haben diese Frisuren eine inspirierende Wirkung.

Frisuren im Hellas Blog

Schon immer spielte die Haarmode für die Menschen eine wichtige Rolle, nicht nur in Griechenland. Ab und an mache ich im Hellas Blog einen Beitrag zum Thema Frisur.

Meine Beiträge Im Hellas Blog über Artemis kennzeichne ich mit dem entsprechenden Tag. Klicke auf den Link, um Dir alle Beiträge anzeigen zu lassen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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