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Bei Lefkada liegt ein deutsches Schnellboot aus dem 2. Weltkrieg am Meeresgrund

Das Portal Forschung und Wissen hat Anfang September gemeldet, dass ein griechisches Tauchteam ein deutsches Schnellboot aus dem zweiten Weltkrieg zwischen Lefkada und Preveza in 96 m Tiefe gefunden hat.

Hellas Kompakt: Das bei Lefkada gefundene Schnellboot aus dem Weltkrieg

In Kürze möchte ich die wichtigsten Fakten zum Schnellboot aus dem zweiten Weltkrieg und seinem Fund im Meer bei Lefkada zusammenfassen:

  • Bootstyp: LS6
  • Herkunft: deutsche Kriegsmarine im 2. Weltkrieg
  • Ort: zwischen Preveza und Lefkada im Ionischen Meer. Die genaue Position bleibt geheim
  • gesunken: September 1943
  • entdeckt: 1. August 2026
  • Tiefe des Wracks: 96 m
  • Erhaltungszustand: nahezu perfekt

Das Wrack wird nicht geborgen, sondern bleibt am Meeresgrund.

Das Schnellboot vom Typ LS 6

In 96 m Tiefe haben Taucher ein Wrack gefunden, dass als ein Schnellboot vom Typ LS 6 identifiziert werden konnte.

Wrack eines LS 6 am Meeresgrund
Wrack eines LS 6 am Meeresgrund (Beispielbild)

Das bei Lefkada gefundene Schnellboot aus dem zweiten Weltkrieg ist insofern besonders, weil es aus Aluminium gefertigt ist. Es war ein experimentelles Kleinkampfschiff der deutschen Kriegsmarine im 2. Weltkrieg.

Das Boot war 12,5 m lang. Angetrieben wurde es durch Motoren für Flugzeuge. Es handelte sich um Junkers Jumo 205 Flugmotoren. Der Grund dafür ist, dass die eigentlich vorgesehenen Marine-Motoren nicht verfügbar waren.

Ursprünglich war das LS 6 als Torpedoträger und schneller Minenleger konzipiert. Die immer stärkeren U-Boote der Kriegsgegner führten jedoch dazu, dass das LS 6 für die Jagd nach Unterwasserbooten umgerüstet wurde. Es erhielt eine Vorrichtung zum Abwurf von Wasserbomben.

Allerdings wurde das LS 6 für diesen Zweck nicht im Mittelmeer eingesetzt. Denn zur Ortung brauchte es ein Begleitschiff (MR 7), das im Schwarzen Meer eingesetzt wurde. In den Ionischen Inseln wurde das LS 6 als Kleintransporter und schneller Aufklärer eingesetzt.

Das bei Lefkada gefundene Wrack

Kommen wir zu dem Schnellboot, das jetzt gefunden wurde. Ende September 1943 führte die britische Luftwaffe einen Angriff im Hafen von Igoumenitsa durch. Dabei erhielt dieses Boot Treffer.

Die Instandsetzung in Igoumenitsa war nicht möglich. Deshalb wollten die Deutschen das beschädigte Boot abschleppen. Auf dem Meer versagte aber die Aluminiumhülle, Wasser drang ein. Das LS 6 sank zwischen Preveza und der Insel Lefkada. Dort geriet es erst einmal in Vergessenheit.

In der Berliner Morgenpost habe ich einen gut recherchierten Bericht über das Wiederauffinden des Wracks gelesen.

Der Marinehistoriker Peter Schenk stieß 2013 im Militärarchiv Freiburg auf den Verlustbericht. Der griechische Historiker Georgos Karelas wertete alle Informationen aus. Schließlich konnte er die Stelle eingrenzen, an der das Boot versunken sein musste. Ein Tauchteam von der griechischen Firma AeganTec hat es am 1. August 2026 schließlich gefunden.

Das Wrack bleibt im Meer

Das Schiff wird nicht geborgen. Auch wenn es nahezu perfekt erhalten ist und ein ideales Stück für ein Museum wäre, will man es am Meeresgrund liegen lassen. Das Aluminium würde nach so langer Zeit im Salzwasser den Kontakt mit dem Sauerstoff im Freien nicht gut vertragen. Seine Erhaltung wäre zu teuer und aufwändig. Zudem genießt es als Unterwasser-Kulturerbe einen besonderen Schutz.

Das Tauchteam hat tausende Fotos vom Wrack gemacht. Nach denen soll ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Wracks entstehen, das Interessenten besichtigen können.

Wracks im Mittelmeer

Am Grunde des Mittelmeer ruhen viele Wracks aus dem 2. Weltkrieg und anderen Epochen. Jedes von ihnen kann eine besondere Geschichte erzählen. Jedes Wrack ist mit dem Schicksal von Menschen verbunden.

Dabei handelt es sich nicht nur um Wracks von Schiffen und Booten. Anfang Januar fand ein Fischer in seinem Netz Teile eines Flugzeugs aus dem 2. Weltkrieg.

Die meisten Funde im Meer sind jedoch Wracks von Schiffen. Darüber schreibe ich auch gerne im Blog.

Meine Beiträge Im Hellas Blog Schiffswracks kennzeichne ich mit dem entsprechenden Tag. Klicke auf den Link, um Dir alle Beiträge anzeigen zu lassen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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