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Neue Windräder? Naxos sagt Nein!

Die Insel Naxos hat ein deutliches Nein gegen neue Windräder formuliert. Darüber berichtet ausführlich das Portal News 24/7.

Hellas Kompakt: Windräder und das Nein auf Naxos

Darum geht es

In Griechenland schreibt man die Energiewende groß. Es gibt einen neuen Sonderraumplanungsrahmen für erneuerbare Energien, der auch die Insel Naxos betrifft. Die geht dagegen vor. Und das hat Gründe.

ein fiktiver Windpark auf Naxos (fiktives Beispielbild)
ein fiktiver Windpark auf Naxos (Beispielbild)

Der neue räumliche Planungsrahmen für erneuerbare Energiequellen legt die Bedingungen für die Ansiedlung neuer Projekte im Bereich erneuerbarer Energien fest. Die Gemeinde Drymalia liegt danach in den Windeignungsgebieten. Das auf Naxos starke Reaktionen hervorgerufen.

Naxos und die umliegenden Inseln bilden die Gemeinde Naxos und Kleine Kykladen. Zusammen mit Amorgos bilden sie den Regionalbezirk Naxos. Und diese Gemeinde sagt jetzt Nein!

Bei einer kürzlich stattgefundenen Sitzung des Gemeinderats der Gemeinde Naxos und der Kleinen Kykladen wurde einstimmig beschlossen, den neuen Rahmen vor dem Staatsrat gerichtlich anzufechten. Der Staatsrat ist das oberste Verwaltungs- und Verfassungsgericht Griechenlands.

Die Gemeinde sieht in neuen großflächigen Windkraftanlagen eine Belastung für die Insel. Diese müsse verhindert werden.

Die neue Raumplanung

Die neue Raumplanung wurde mit Ministerialbeschluss YPEN/DNEP/89998/3072/2026 genehmigt und im Regierungsanzeiger D‘ 694/19.8.2026 veröffentlicht. Sie ersetzt den vorherigen Rahmen von 2008.

Dazu gehört unter anderem eine wichtige Regelung für Inseln. Die Errichtung neuer Windparks auf Inseln mit einer Fläche von weniger als 300 Quadratkilometern ist nicht erlaubt. Ausnahmen gibt es nur für kritische oder öffentliche Infrastruktur und aus Gründen der Sicherheit des Stromnetzes.

Für Inseln ist ein besonderes Umweltgenehmigungsverfahrens durchzuführen. Dazu gehört eine spezielle Landschaftsstudie. Diese muss die Größe des Windparks, die Beschaffenheit der Landschaft und die Auswirkungen auf die Aussicht untersuchen. Zusätzliche Untersuchungen sind für Berggebiete durchzuführen.

Naxos hat eine Fläche von etwa 430 Quadratkilometern. Damit fällt die Insel nicht unter die allgemeine Ausschlussregelung. Dies bedeutet aber nicht, dass die Inseln mit Windparks vollgestellt werden darf.

Eine Rolle spielt nämlich auch ein kürzlich erlassener Sonderraumplan für Tourismus. Naxos ist darin in die Kategorie B einstuft. Deshalb ist die Errichtung von neuen Windparks eigentlich ausgeschlossen.

Das gibt der Gemeinde Naxos starke juristische Argumente, ihr Nein gegen neue Windräder auf der Insel vor Gericht durchsetzen zu können.

Auf Naxos gibt es schon einen Windpark

Im Berggebiet von Koronos ist der Windpark am Standort „Ammomaxi“ mit einer installierten Leistung von 7,56 MW bereits in Betrieb. Die Produktionsgenehmigung wurde im Jahr 2002 erteilt. Auf Basis des alten Sonderraumplans von 2008 konnte er errichtet werden.

Naxos Stadt
die Chora von Naxos – ohne Windräder im Hintergrund

Es handelt sich um Windkraftanlagen von deutlich geringerer technologischer Dimension als die modernen Anlagen, die man heute errichten möchte.

Moderne Windkraftanlagen sind deutlich größer in Höhe, Rotordurchmesser und Bauteilabmessungen, was die Transport- und Installationsanforderungen im Vergleich zu Anlagen aus früheren Jahrzehnten erheblich verändert . Das ist natürlich mit einer höheren Energieerzeugungskapazität verbunden. Aber die Windräder sind weithin sichtbar.

Die Energiewende im Hellas Blog

Die Energiewende findet auch in Griechenland statt. Aber neue Orte für die Erzeugung von Strom aus Wind oder Sonne sind nicht konfliktfrei zu finden. Deshalb schreibe ich auch darüber im Hellas Blog.

Meine Beiträge über die Energiewende kennzeichne ich mit einem entsprechenden Schlagwort. Klicke auf den Link, um Dir alle Beiträge anzeigen zu lassen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

Ein Kommentar zu „Neue Windräder? Naxos sagt Nein!“

  • kokkinos vrachos

    Kalimera, auch auf den Kleinen Kyjkladeninseln Amorgos, Kinsaros und Levitha plant der griechische Staat Windparks. Die ND-Regierung behauptet einfach, dass die Inseln Kinaros und Levitha unbewohnt sind…

    Ohne Umweltverträglichkeitsstudien, ohne Artenschutz und ohne Rücksicht auf die Bewohner sollen im gesamten Land Windparks entstehen.

    Die Regierung will weitere 5.514 Windräder in Naturschutzgebieten (»Natura 2000«-Gebieten) genehmigen und finanziell fördern.

    Um bestimmte wirtschaftliche Interessen zu bedienen, mehr Investitionen ins Land kommen („Wachstum“ heißt das Zauberwort), wurde in mitten der Ausgangsbeschränkungen der Corona-Pandemie ein neues Umweltgesetz durch gepeitscht.

    Am 5. Mai 2020 verabschiedete das griechische Parlament eine Gesetzesnovelle unter dem Titel „Modernisierung der Umweltgesetzgebung“. Dafür stimmten geschlossen die 158 Abgeordneten der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) unter Premierminister Kyriakos Mitsotakis.

    Etwa 170 Umweltschutzorganisationen, Institutionen und die gesamte Opposition stellten sich gegen dieses Gesetz. Die Gesetzesnovelle ebnet den Weg, damit in Naturschutzgebieten Windparks, Hotelanlagen gebaut sowie nach Erdgas gebohrt und Steinbrüche errichtet werden könnten.

    Alle Teile für die Windräder werden im Ausland gefertigt, in Deutschland oder Spanien etwa, eine griechische Industrie für den Bau der riesigen Windkrafträder gibt es bisher nicht. Statt den Ausbau der Windparks auf die Bedürfnisse der Inseln zu beschränken würden Gebirge zum Billigpreis in Produktionsstätten für Exportenergie und Kapitalgewinn umgewidmet. Die Inseln werden Teil eines gigantischen Netzes, der fast vollständig privatisierten Energieversorgung.

    Die Dimensionen des Projektes gehen über die Eigenversorgung der Inseln weit hinaus. Sogar über die Griechenlands. Und man darf nicht vergessen, dass zu jedem Windrotor eine Piste führt, zum Aufbau und zur Wartung. Die Zerstörung der Landschaft ist enorm, und die Inselbewohner werden nicht gefragt.
    in diesem Fall ist es jedoch so, dass sämtliche griechischen Umweltverbände (darunter Greenpeace und WWF) die Menschen in allen europäischen Ländern dazu aufgefordert haben, dagegen zu protestieren.

    ‚Dagegen‘ heißt gegen ein neu eingebrachtes ‚Umweltgesetz‘, das dafür sorgt, dass bereits ausgewiesene europäische Schutzgebiete (Natura 2000) aus diesem Schutz genommen werden, um dort in Zukunft Investitionen zu tätigen.
    Dazu gehören vor allem Investitionen zur Stromerzeugung, dazu gehört leider auch, dass erstmals in geschützten Meeresbereichen nach Erdgas und Öl geforscht werden kann. Außerdem werden so Großprojekte wie große Hotelanlagen (in derzeit ausgewiesenem Naturschutzgebiet!) ermöglicht.

    Und dass Griechenland mit der Stromerzeugung eine Menge Geld verdienen, ist sicherlich auch nur ein Wunschtraum. Verdienen werden vor allem die großen globalen Energiekonzerne.

    Kritiker argumen­tieren, dass es umweltverträglicher und auch ökonomisch günstiger wäre, erst die bestehenden Parks zu modernisieren und neue Anlagen nur außerhalb von Schutzgebieten zu errichten.

    Die ND-Regierung von Mitsotakis sollte lieber medizinisches und pflegerisches Personal und Lehrer auf die Inseln schicken, um die Grundbedürfnisse der Inseln zu befriedigen.

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