Proteste gegen Windräder in Kosmas
Kosmas ist ein kleines Dorf auf der Peloponnes, und dort gibt es Proteste gegen Windräder, die auf den nahe gelegenen Bergen gebaut werden sollen. Im Namen der Klimawende soll unberührter Wald vier großen Windparks Weichen.

Nach meiner Meinung ist das hier ein furchtbares Beispiel für eine Fehlentwicklung. Um das „Klima zu retten“, wollen die Planer unberührten, schützenswerten Wald zerstören. Die für die Belange der Umwelt zuständigen Behörden scheinen das gebilligt zu haben
Intakte Natur wird für vier Windparks zerstört
Die Energiewende ist auch in Griechenland ein großes Thema. Es macht auch vor abgelegenen Gegenden nicht halt.

Aber das bringt nicht nur Vorteile. Der Plan ist, vier Windkraftanlagenparks in einer Lage von etwa 150 m über dem Ort zu bauen. Dort steht ein bisher unberührter Tannenwald, das Ökosystem ist intakt.
Die Arbeiten an den Windrädern bringen zwangsläufig einen massiven Eingriff in die Natur mit sich. Das gefällt nicht jedem. Anfang Januar gab es es eine Protestkundgebung der Einwohner.
Die Zeitung Efimerida ton Syntakton hat über die Hintergründe am 2. Januar berichtet. Der Plan ist, vier Windparks auf einer Fläche von 36.253 Quadratmetern zu errichten

Um den dafür benötigten Platz zu schaffen, macht man ganze vier Gipfel platt. Und das in bisher unberührter Natur.
Um ein so großen Projekt errichten zu können, braucht es Zufahrtstraßen. Es gibt schon eine, die aber nicht ausreicht. Auf einer Länge von 6,3 km verbreitert man die bestehende Zufahrtstraße von 4 m auf 10 m. Zusätzlich bauen sie eine weitere, 6,7 km lange Zufahrtstraße.
Der Wald, in dem man die vier Windparks und die Straßen bauen will, sind bisher unberührte Natur. Hunderte gesund Tannen und Zedern fallen der Axt und den Kettensägen zum Opfer. Bäume an den Seiten der Straßen müssen weichen, um die 68 m langen Windblätter transportieren zu können.

Die Arbeiten haben bereis begonnen. Bäume müssen weichen. Hänge und Gipfel werden eingeebnet.
In Kosmas gibt es Proteste gegen Windräder
Um Kosmas liegt das Berggebiet des südlichen Parnon. Es ist von der Natur geprägt. Der Mensch hat hier noch nicht so viel zerstört wie anderswo.

Sollte das Projekt realisiert werden, wäre dies nur der Anfang der Zerstörung des gesamten Berggebiets im südlichen Parnon zwischen den Dörfern Kosmas, Mari, Chouni und Peleta.
Hinweise zu den Bildern
Die Fotos in diesem Beitrag stammen von einer Leserin des Hellas Blog, die in der Region verwurzelt ist. Sie bat aber darum, ihren Namen hier nicht zu nennen.
Mit Einverständnis der Fotografin erkläre ich die in diesem Beitrag verwendeten Bilder für Public Domain. Und ich bedanke mich dafür, dass sie mich auf dieses wichtige Thema aufmerksam gemacht hat.
Die Energiewende
Die Energiewende ist auch in Griechenland notwendig. Darüber besteht Einigkeit. Aus diesem Grund schreibe ich in meinem Blog auch immer wieder Beiträge zum Thema. Dass jetzt Proteste gegen Windräder laut werden, finde ich gut. Denn hier kann man viel falsch machen. Leider sind die geplanbten Windparks bei Kosmas dafür ein Beispiel.
Meine Beiträge Im Hellas Blog über die Energiewende kennzeichne ich mit dem entsprechenden Tag. Klicke auf den Link, um Dir alle Beiträge anzeigen zu lassen.




Yassas, ohne Umweltverträglichkeitsstudien, ohne Artenschutz und ohne Rücksicht auf die Bewohner sollen im gesamten Land Windparks entstehen.
Die Regierung will weitere 5.514 Windräder in Naturschutzgebieten (»Natura 2000«-Gebieten) genehmigen und finanziell fördern.
Um bestimmte wirtschaftliche Interessen zu bedienen, mehr Investitionen ins Land kommen („Wachstum“ heißt das Zauberwort), wurde in mitten der Ausgangsbeschränkungen der Corona-Pandemie ein neues Umweltgesetz durch gepeitscht.
Am 5. Mai 2020 verabschiedete das griechische Parlament eine Gesetzesnovelle unter dem Titel „Modernisierung der Umweltgesetzgebung“. Dafür stimmten geschlossen die 158 Abgeordneten der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia unter Premierminister Kyriakos Mitsotakis.
Etwa 170 Umweltschutzorganisationen, Institutionen und die gesamte Opposition stellten sich gegen dieses Gesetz. Die Gesetzesnovelle ebnet den Weg, damit in Naturschutzgebieten Windparks, Hotelanlagen gebaut sowie nach Erdgas gebohrt und Steinbrüche errichtet werden könnten.
Alle Teile für die Windräder werden im Ausland gefertigt, in Deutschland oder Spanien etwa, eine griechische Industrie für den Bau der riesigen Windkrafträder gibt es bisher nicht. Statt den Ausbau der Windparks auf die Bedürfnisse der Inseln zu beschränken würden Gebirge zum Billigpreis in Produktionsstätten für Exportenergie und Kapitalgewinn umgewidmet. Die Inseln werden Teil eines gigantischen Netzes, der fast vollständig privatisierten Energieversorgung.
Kritiker argumentieren, dass es umweltverträglicher und auch ökonomisch günstiger wäre, erst die bestehenden Parks zu modernisieren und neue Anlagen nur außerhalb von Schutzgebieten zu errichten.
Die Dimensionen des Projektes gehen über die Eigenversorgung der Inseln weit hinaus. Sogar über die Griechenlands.
Und man darf nicht vergessen, dass zu jedem Windrotor eine Piste führt, zum Aufbau und zur Wartung. Die Zerstörung der Landschaft ist enorm, und die Inselbewohner werden nicht gefragt.
in diesem Fall ist es jedoch so, dass sämtliche griechischen Umweltverbände (darunter Greenpeace und WWF) die Menschen in allen europäischen Ländern dazu aufgefordert haben, dagegen zu protestieren.
‚Dagegen‘ heißt gegen ein neu eingebrachtes ‚Umweltgesetz‘, das dafür sorgt, dass bereits ausgewiesene europäische Schutzgebiete (Natura 2000) aus diesem Schutz genommen werden, um dort in Zukunft Investitionen zu tätigen.
Dazu gehören vor allem Investitionen zur Stromerzeugung, dazu gehört leider auch, dass erstmals in geschützten Meeresbereichen nach Erdgas und Öl geforscht werden kann. Außerdem werden so Großprojekte wie große Hotelanlagen (in derzeit ausgewiesenem Naturschutzgebiet!) ermöglicht.
Eine weitere Klausel in diesem Gesetz sorgt dafür, dass es kein Einspruchsrecht gegen diese Investitionen auf lokaler Ebene mehr gibt.
Und dass die Griechen mit der Stromerzeugung eine Menge Geld verdienen, ist sicherlich auch nur ein Wunschtraum. Verdienen werden vor allem die großen Energiekonzerne.
Die ND-Regierung von Mitsotakis sollte lieber medizinisches und pflegerisches Personal und Lehrer auf die Inseln schicken, um die Grundbedürfnisse der Inseln zu befriedigen.
Griechenland: Mit Windkraft zur „Batterie Europas“
https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/griechenland-mit-windkraft-zur-batterie-europas/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlbHRzcGllZ2VsLzNhZjdhNTY0LTM3ZWQtNDcyOC1iYzU3LTExNWQ1NzI4OGE3NQ
Griechenland: Ökostrom gegen Umweltsschutz?
https://www.youtube.com/watch?v=LdZ-VgsW_Tk
Ta Leme, kv