Geschichte

Am 28. Oktober 1940 kam der 2. Weltkrieg nach Griechenland

1940 wurde Griechenland durch ein Ultimatum Italiens in den 2. Weltkrieg hineingezogen. Der Ochi-Tag ist heute einer der wichtigsten weltlichen Feiertage in Griechenland. Im Kriegsmuseum Athen ist eine Szene aufgebaut, die ich aus Anlass des heutigen Tages vorstellen möchte. Das passt auch gut zum heurigen Jahresthema, in dem es um Ausstellungsstücke in Museen geht.

1940 war Epirus für Griechenland das entscheidende Kampfgebiet im Weltkrieg

Italien verlangte von Ioannis Metaxas, dem griechischen Diktator, eine faktische Unterwerfung. Das wies Metaxas zurück. Für das Geschehen am Ochi-Tag lest bitte meinen Beitrag darüber.

Frauen trugen schwere Lasten zu den Kämpfern
Frauen trugen schwere Lasten zu den Kämpfern

Unverzüglich begann Italien mit seinem bereits vorbereiteten Angriff. Am 28. Oktober 1940 wurde Griechenland gegen seinen Willen in den zweiten Weltkrieg hineingezogen.

Der Plan der Italiener war, vom bereits besetzten Albanien aus anzugreifen. Neue Truppen sollten in Epirus und den Ionischen Inseln landen. Das nächste Ziel war die Besetzung von Westmazedonien. Und der italienische Vormarsch sollte dann direkt nach Thessaloniki und Athen führen mit dem Ziel, beide große Städte zu besetzen. Damit wäre das Land erobert.

Italiens Angriff erfolgte also über die griechisch-albanische Grenze. Epirus wurde zum Kampfgebiet. Allerdings hatten die Italiener sich nicht ausreichend vorbereitet und selbst überschätzt.

Das Frontgebiet in Süditalien war etwa 150 km lang und lag in einem vollständig bergigen Gebiet. Hier gab es nur wenige Straßen, und die waren kaum ausgebaut. Für moderne Fahrzeuge war das Gebiet deshalb unzugänglich. Zudem teilte das Pindos-Gebirge das Einsatzgebiet in zwei Teile: Epirus und Westmakedonien. Die italienischen Kräfte konnten nicht verbunden operieren.

Die Griechen dagegen kannten das Gebiet und konnten in der Region operieren. Sie starteten einen Gegenangriff und zwangen die italienische Armee zum Rückzug. Bis Mitte Dezember waren griechische Truppen in fast ein Viertel des albanischen Territoriums vorgedrungen. Dort besetzten sie mehrere Städte. Das war ein Sieg.

Diorama im Kriegsmuseum Athen

Im Kriegsmuseum Athen steht ein Diorama, dass eine Szene der Kämpfe in Epirus in Lebensgröße zeigt.

Diorama im Kriegsmuseum Athen mit Szene der Kämpfe in Epirus
Diorama im Kriegsmuseum Athen mit Szene der Kämpfe in Epirus

Machst Du einen Rundgang durch das Kriegsmuseum in Athen, kommst Du gegen Ende zu dem Bereich, der den 2. Weltkrieg behandelt. Dort gibt es viele Bilder und auch ein großes Diorama. Es zeigt die Kämpfe in Epirus in Lebensgröße.

Soldaten bedienen ein Geschütz
Soldaten bedienen ein Geschütz

Die Soldaten kämpften hart für die Freiheit ihres Vaterlandes. Hierbei nahmen sie jede nur erdenkliche Entbehrung auf sich.

Die Wehrmacht griff ein, Griechenland musste kapitulieren

Im März 1941 startete Italien einen Gegenangriff, der weitgehend scheiterte. Mussolini bat den großen Verbündeten im Norden um Hilfe. Im April 1941 griff die Wehrmacht an.

Das war verheerend. Die griechischen Streitkräfte waren stark genug, um Italien die Stirn zu bieten. Aber die Wehrmacht war ein anderer Gegner.

Ab dem 12. April begann die griechische Armee ihren Rückzug aus Albanien. Man wollte nicht von den vorrückenden Deutschen umzingelt werden. Am 20. April 1941 kapitulierte Griechenland gegenüber Deutschland, drei Tage später dann gegenüber Italien. Offiziell war der griechisch-italienisch-deutsche Krieg damit beendet. Für Griechenland begann eine schwere Zeit, die mit unsäglichen Verbrechen an der Bevölkerung verbunden war.

Man kann nicht deutlich genug betonen, dass Griechenland den Achsenmächten die erste Niederlage im 2. Weltkrieg beigebracht hat. Damit hat es der Welt gezeigt, dass ein Sieg möglich ist. Auch führte der Balkanfeldzug der Wehrmacht dazu, dass der schon deutlich früher geplante Angriff auf die Sowjetunion erst am 22. Juni 1941 begann. Die mehrmonatige Verzögerung bedeutete, dass der Kampf um Moskau unter den harten Bedingungen des russischen Winters durchzuführen war. Damit konnte die Sowjetarmee umgehen, der Wehrmacht gelang es nicht.

Hier kam die Wende des Kriegs, die schließlich zur deutschen Niederlage und Kapitulation am 8. Mai 1945 führte. Man kann sagen, dass die Geschehnisse in Griechenland 1940 und 1941 den Weltkrieg entscheidend beeinflusst haben.

Das Kriegsmuseum in Athen

Wenn Du dieses Diorama sehen ,ächtest, dann besuche das Kriegsmuseum in Athen. Die nächst gelegene Metro Station ist Evangelismos.

  • Adresse: Rizari St 2-4, Athen
  • Eintrittspreis: 6 Euro (ermäßigt: 3 Euro)
  • Öffnungszeiten des Kriegsmuseums: 
    • 1. November bis 31. März:
      • Sonntag bis Freitag: 9:00 – 17:00 Uhr
      • Samstag: 9:00 Uhr – 22:00 Uhr
    • 1. April bis 31. Oktober:
      • Sonntag bis Freitag: 9:00 – 19:00 Uhr
      • Samstag: 9:00 Uhr – 22:00 Uhr

Mehr erfährst Du in meinem Beitrag über das Kriegsmuseum im Blog.

Der 2. Weltkrieg im Hellas Blog

Kein anderes Ereignis in der Menschheitsgeschichte war so furchtbar und verheerend wie der 2. Weltkrieg. Das betrifft nicht nur die beteiligten Armeen, sondern unendlich viele Zivilisten. Griechenland wurde in den Krieg hineingezogen. An den Menschen in Griechenland wurden viele, große und furchtbare Verbrechen begangen. Aber sie zeigten den Angreifern und Besatzern auch die Stirn. Ich komme nicht umhin, im Hellas Blog immer wieder über dieses Thema zu schreiben. Dies sind meine drei jüngsten Beiträge dazu.

Alle Beiträge Im Hellas Blog mit Bezug zum 2. Weltkrieg kennzeichne ich mit dem entsprechenden Tag. Klicke auf den Link, um sie Dir anzeigen zu lassen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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