Geschichte

So könnten die sieben Weltwunder der Antike ausgesehen haben

Sieben Weltwunder der Antike sind heute bekannt, aber wie haben sie ausgesehen? Die Menschen der Antike haben diese Bauwerke nicht als Weltwunder bezeichnet. Für sie waren das die Sehenswürdigkeiten ihrer Zeit.

Was waren Weltwunder?

Genau genommen nannten sie diese Bauwerke ἑπτὰ θεάματα τῆς οἰκουμένης. Das bedeutet die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten (Erde).

Die sieben Weltwunder der Antike
Die 7 Weltwunder der Antike
(Bild durch KI generiert)

Wie genau diese Wunderwerke zu ihrer Zeit ausgesehen haben, wissen wir nicht. Die Werke gibt es – bis auf die große Pyramide von Gizeh – nicht mehr.

Wenn es je detailgetreue Bilder gegeben haben sollte, sind diese verloren gegangen.

Wir wissen hauptsächlich aus Beschreibungen, wie die sieben Weltwunder der Antike ausgesehen haben könnten. Einzig die Pyramiden von Gizeh ist bis heute erhalten geblieben. Alle anderen Werke gibt es nicht mehr.

Die Zahl der Weltwunder war auf sieben begrenzt. Diese Zahl galt in der Antike als vollkommen. Und als vollkommen galten auch die Werke. Ursprünglich gehörten übrigens die Stadtmauern von Babylon zu den Weltwundern. Diese waren aber schon in der Antike zerstört. Stattdessen kam der Leuchtturm von Alexandria in die Liste.

Wie die sieben Weltwunder ausgesehen haben, wissen wir nicht wirklich. Aber das Bild zu diesem Blog gibt dazu doch eine ungefähre Vorstellung.

Das waren die sieben Weltwunder der Antike

Nicht alle Weltwunder waren griechisch. Das kann sowohl für die Pyramide von Gizeh als auch die Hängenden Gärten von Babylon klar verneint werden. Aber die Griechen der Antike kamen auf die Idee, eine Liste der Weltwunder aufzustellen. Und wie diese sieben Weltwunder der Antike ausgesehen haben, wussten die Menschen ihrer Zeit vor allem aus Erzählungen.

Die Pyramiden von Gizeh

Die große Pyramide des Cheops war glatt verkleidet mit feinpoliertem, weißem Tura-Kalkstein. Der reflektierte die Sonne sehr stark, so dass die Pyramide hell strahlte. Ihre Verkleidung ist archäologisch belegt. Erhalten geblieben sind zum Beispiel Verblendsteine. Ein goldener „Gipfelstein“ wird in der Populärliteratur oft erwähnt. In den mir bekannten Quellen ist er aber nicht belegt. 

Es gibt noch zwei weitere Pyramiden. Die des Chephren gilt als „mittlere“ Pyramide und und die des Mykerinos ist die „kleine“ Pyramide. Daneben steht noch das Grab von Chentkaus I., die am Ende der 4. Dynastie Ägypten als Königin regierte. Das war aber keine „richtige“ Pyramide und wurde in Der Antike wohl auch nicht als solche angesehen.

Hängende Gärten von Babylon

Ihre Existenz ist umstritten. Es gibt sogar die These, dass sie im assyrischen Ninive zu verorten ist. Einigkeit besteht aber, dass es sie gab. Vorstellen dürfen wir uns sie als große, terrassierte Gartenanlage mit aufwändiger Bewässerung. 

Zeusstatue von Olympia

Sie war kein Bauwerk, sondern ein Kunstwerk. Gefertigt von Phidias dürfen wir sie uns als ein sitzendes Kultbild des griechischen Gottes Zeus vorstellen. Sie war etwa 12 m hoch und wohl aus Elfenbein und Gold gefertigt. Pausanias berichtet, dass die Statue mit Öl gepflegt worden ist.

Artemistempel von Ephesos

Dieses Bauwerk muss ein wirklich monumentaler Tempel gewesen sein. Der Tempeltyp war ein Dipteros im Ionischen Stil. Gebaut hat man den Tempel mit Marmor. Er hatte 127 Säulen, die eine Höhe von 18 bis 19 m hatten. Das Bauwerk war sehr üppig verziert und muss seine Besucher wahnsinnig beeindruckt haben.

Mausoleum von Halikarnassos

Hier ließ König Mausolos II. sich ein Grabmal errichten. Es war keine Pyramide wie in Ägypten, sondern eher ein hausartiges Gebäude mit einem pyramidenähnlichen Dach. Und das muss richtig etwas hergemacht haben. Es hatte einen hohen Sockel, um den 36 Säulen angeordnet waren. Darüber war ein pyramidenförmiges Dach mit 24 Stufen. Und als Krönung soll eine Quadriga oben drauf gestanden haben. Hoch war das Mausoleum stolze 45 m. Die Reste des Podiums gibt es heute noch. Die Maße weichen leicht von den antiken Quellen ab, bestätigen aber prinzipiell, was wir über das Mausoleum wissen.. 

Koloss von Rhodos

An der Einfahrt zum Hafen von Rhodos stand eine imposante Statue des Gottes Helios. Sie war etwa 32–33 m hoch. Berichte, dass die Hafeneinfahrt unter den Beinen der Statue hindurchging, kann die Forschung nicht bestätigen. Wahrscheinlich hohe Bronze-Statue des Helios; gängige Forschung verwirft die „Hafeneinfahrt-Pose“. Möglicherweise stand sie bei der Akropolis von Rhodos oder im Bereich Mandráki. Wir dürfen uns den Gott stehend vorstellen, mit Mantel und Strahlenkrone. 

Leuchtturm von Alexandria

Man bezeichnet ihn auch mit dem griechischen Wort für Leuchtturm als Pharos. Es war ein dreigeteilter Turm. Unten war er quadratisch, in der Mitte oktogonal und oben zylindrisch. Insgesamt dürfte er etwas über 100 m hoch gewesen sein. An der Spitze gab es Spiegel, die bei Tag das Sonnenlicht reflektierten und auf das Meer blinkten. bei Nacht brannte hier ein Feuer, das weithin zu sehen war. Von Bildern auf antiken Münzen wissen wir, dass an den Ecken des Gebäudes Figuren standen. Und auf dem Dach mag eine Statue gestanden haben. Im Osthafen von Alexandria hat man Steine des Leuchtturms gefunden, welche die bisherigen Informationen zu Lage und Größe des Gebäudes stützen. Für mehr Informationen lies den Artikel zum Pharos von Alexandria in diesem Blog.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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