British Museum
Der Besuch des British Museum ist für mich ein Highlight in London. Es ist auf der ganzen Welt eines der größten und bedeutendsten Museen seiner Art. Lesern des Hellas Blogs ist natürlich das Thema der Elgin Marbles ein Begriff.
Hellas Kompakt: Das British Museum
Auf Deutsch heißt es übrigens offiziell das Britische Museum. Das hier sind die wichtigsten Informationen zu ihm:
- Museum: British Museum (London)
- Adresse: Great Russell St, London WC1B 3DG
- Öffnungszeiten: 10 Uhr bis 17 Uhr
- Eintritt: kein Eintritt, um eine Spende von 5 Pfund wird gebeten
- Gründung: 1753
- Herkunft der Objekte: aus der ganzen Welt
In diesem Beitrag erfährst Du mehr über das British Museum, seine Sammlungen und natürlich gebe ich Dir auch Tipps für Deinen Besuch. Dafür nutze ich seinen englischen Namen.
Tipps für den Besuch
Im August 2026 war ich in London und habe auch das British Museum besucht. Ich war nur wenige Tage in London und wollte das Museum auf jeden Fall besuchen.

Es war überhaupt kein Problem, in das Museum zu kommen. Es öffnet morgens um 10 Uhr und ich war kurz danach dort. Zunächst muss man durch die Sicherheitskontrolle. Wer sich vorab ein Zugangsticket online gebucht hat, kann eine Abkürzung nehmen. Das geht auch für vorangemeldete Reisegruppen oder Menschen mit Behinderung. Ich hatte kein solches Ticket, bin aber trotzdem zügig durchgekommen. Die Sicherheitskontrollen sind gut organisiert.
Bei der Sicherheitskontrolle ging es vor allem um den Inhalt der Taschen. Bestimmte Gegenstände dürfen nicht mit ins Museum gebracht werden. Dabei geht es nicht nur um sicherheitsrelevante Sachen. Auch Alkohol und bestimmte Speisen sind nicht erlaubt. Ich bin sehr schnell durchgekommen, das war überhaupt kein Problem.
Das Museum betritts Du dann durch den Haupteingang. Links kannst Du Deine Garderobe und größere Taschen abgeben. Sie dürfen nicht mit durch das Museum genommen werden.
Seinen Besuchern bietet das Britisch Museum ein kostenfreies WLAN an. Das habe ich als sehr angenehm empfunden.
Du kannst hier nicht alles sehen
Mir war klar, dass ich nicht alles im Museum sehen konnte. Dazu hätte ich mehrere Tage gebraucht. Aber in meinem Zeitplan für London waren nur einige Stunden für den Museumsbesuch vorgesehen. Deshalb habe ich mich bewusst für die Antikensammlung aus Griechenland und Rom entschieden. Ägypten und dem vorderen und mittleren Osten habe ich natürlich auch meine Aufwartung gemacht. Aber vieles andere habe ich nicht gesehen. Das war zeitlich einfach nicht drin.
Du kannst Dir auch so einen Schwerpunkt setzen, wenn Dich ein Themengebiet besonders interessiert.
Die Alternative ist, dass Du wirklich durch alle Räume gehst und Dich von einzelnen Stücken inspirieren lässt. Die Zeit, Dir bestimmte Teile der Sammlung intensiv anzusehen, wirst Du dann aber nicht haben.
Für mich steht aber eines fest: Ich werde wieder kommen. Allein schon dieses Museum lohnt den Besuch von London.
Über das British Museum
Die Gründung dieses Museums geht auf das Jahr 1753 zurück. Der Arzt und Naturforscher Hans Sloane hatte eine private Sammlung von über 71.000 Objekten aufgebaut. Darunter waren Münzen, Manuskripte und antike Stücke.

Diese Sammlung wollte er bereits zu seinen Lebzeiten dem britischen König Georg II verkaufen. Der war jedoch nicht interessiert. Da Sloane verhindern wollte, dass seine Sammlung nach seinem Tod aufgelöst oder ins Ausland verkauft wird, ging er einen anderen Weg.
Das Testament des Hans Sloane
Er machte ein sehr präzises Testament, in dem er seine Sammlung der britischen Nation vermachte. Das war aber eine Bedingung geknüpft, über die das britische Parlament zu entscheiden hatte. Seinen beiden Töchtern sollte ein Betrag von 20.000 Pfund gezahlt werden. Der Wert der Sammlung wurde damals auf 100.000 Pfund geschätzt, dieses Angebot war also ein Schnäppchen. Für den Fall, dass das Parlament ablehnt, sollten ausländischen Akademien Kaufangebote gemacht werden. Die Sammlung hätte nach St. Petersburg, Berlin oder Paris gehen können. Das setzte das Parlament unter Druck, denn ein Verkauf ins Ausland wäre von der britischen Öffentlichkeit damals als ein sehr beschämender Vorgang empfunden worden.
Im Parlament gab es eine breite Zustimmung zum Ankauf der Sammlung. Nur stellten sich zwei Probleme, die gelöst werden mussten. Zum einen hatte der Staat nicht genügend Geld, um die geforderten 20.000 Pfund zahlen zu können. Und die Sammlung musste ja auch irgendwo untergebracht werden.
Man war kreativ, und bekanntlich sind die Briten leidenschaftliche Spieler. Also nahm das Parlament an und verabschiedete ein Gesetz zur Gründung eines nationalen Museums. Das war im Jahr 1753. Um es zu finanzieren, organisierte es eine öffentliche staatliche Lotterie. Daran beteiligten sich so viele Menschen, dass schließlich etwa 300.000 Pfund zusammenkamen.
Die Töchter konnten ausgezahlt werden. Man erwarb das historische Montagu House in London als Ausstellungsort und richtete dort das Museum ein. Und aus den verbleibenden Mitteln richtete man einen Fonds ein, um das Museum dauerhaft finanzieren zu können.
So entstand das British Museum als erstes freies, nationales und öffentliches Museum der Welt. Am 15. Januar 1759 öffnete es im Montagu House offiziell seine Pforten.
Seit 1753 ist das Museum gewachsen
Sloanes Sammlung ist seitdem auf etwa 8 Millionen Objekte angewachsen. Der Stein von Rosette hatte man als Kriegsbeute Napoleon Bonaparte abgejagt. Und die von Lord Elgin nach Großbritannien verbrachten Elgin-Marbles sind bis heute ein Streitpunkt mit Griechenland, das die Originale gerne in Athen sehen würde.
Seit 1753 ist die Sammlung gewachsen. Aus allen Teilen des British Empire gelangten Stücke hierher. Deswegen riss man das Montagu House schon 1823 ab und errichtete ein wesentlich größeres Gebäude, dessen Architektur vom klassischen Griechenland inspiriert ist. Bedeutende Erweiterungen folgten, zum bespiel die hoch aufragende Kuppel des Runden Lesesaals im Jahr 1857.

Der Lesesaal befindet sich im Innenhof des Museums. Er wird heute von einer gigantischen Glaskuppel überragt. Das ist der Queen Elizabeth II Great Court. Im Jahr 2000 wurde er offiziell eröffnet und zu Ehren der mittlerweile verstorbenen Monarchin nach ihr benannt. Mit einer Fläche von etwa zwei Hektar ist der Queen Elizabeth II Great Court die größte überdachte Fläche in Europa.
Was ist im British Museum zu sehen?
Die Sammlung des Museums enthält Artefakte aus der ganzen Welt. Man präsentiert sie in diesen Abteilungen:
- Altes Ägypten und Sudan
- Griechenland und Rom
- Mittlerer Osten
- Großbritannien, Europa und Vorgeschichte
- Asien
- Afrika, Ozeanien und Amerika
- Geld und Medaillen
- Drucke und Zeichnungen
Bei meinem Besuch habe ich nicht alles gesehen. Ich hatte ein Zeitfenster von 3 ½ Stunden, das ist nicht viel. Mein Schwerpunkt lag auf der Antike im östlichen Mittelmeerraum und den umliegenden Gebieten. Natürlich habe ich mich vor allem für die Artefakte interessiert, die Lord Elgin einst aus Griechenland mitgenommen hatte.
Altes Ägypten und Sudan
Diese Sammlung umfasst mehr als 100.000 Artefakte, die meisten davon können aber nicht gezeigt werden.

Ich habe den Stein von Rosette als das von Besuchern meistumlagerte Artefakt wahrgenommen. Aber natürlich sind noch viel mehr und beeindruckendere Stücke zu sehen.

Seit Gründung des British Museums im Jahr 1753 sind ägyptische Antiquitäten Teil der Sammlung. Die heute vorhandenen Objekte stammen aus allen Epochen und vielen bedeutenden Stätten in Ägypten und dem Sudan.
Griechenland und Rom
Das British Museum besitzt mehr als 100.000 Objekte aus dem antiken Kulturraum der Griechen und Römer. Die ältesten, die ich gesehen habe, stammen aus der Bronzezeit. Die jüngsten Artefakte dieser Sammlung stammen aus der Spätantike, aus der Zeit des aufkommenden Christentums.

Die griechischen Objekte stammen aus der gesamten griechischen Welt der Antike, nicht nur aus dem heutigen Griechenland. Fundstücke stammen auch aus Vorder- und Mittelasien, Nordafrika, Zypern oder Italien. Toll fand ich zum Beispiel die Sammlung etruskischer Objekte.

Berühmt und umstritten sind die Elgin Marbles. Im British Museum habe ich den Fries des Parthenon im Original ansehen können.

Eine tolle Kopie gibt es im Akropolis-Museum in Athen, die habe ich mir im November 2025 angeschaut. Mit nur einigen Monaten Abstand habe ich jetzt die echten Artefakte ansehen können. Das war toll!
Naher und Mittlerer Osten
Zu sehen sind Artefakte aus allen großen (und kleinen) Zivilisationen aus Vorder- und Mittelasien: Mesopotamien, Persien, die Arabische Halbinsel, Anatolien und vieles mehr.

Die wohl größte Sammlung mesopotamischer Altertümer außerhalb des Irak befindet sich im British Museum. Es soll sich um etwa 330.000 Objekte handeln.

Aus den Bildern seht Ihr, dass nicht nur kleinere oder mittelgroße Artefakte zu sehen sind. Ganze Gebäude oder Gebäudeteile sind vom Ursprungsort in das Britisch Museum gebracht worden. In den königlichen Palastanlagen des antiken Assyrien zu stehen, fand ich sehr beeindruckend.
Großbritannien, Europa und Vorgeschichte
Diese Sammlung reicht von der Steinzeit vor ca. 3,4 Millionen Jahre bis heute. Die Sammlung steinzeitlicher Artefakte ist dabei nicht auf Europa oder die britischen Inseln beschränkt. Hier sind auch Funde vom Anbeginn der Menschheit in Afrika zu sehen.
Wer an der frühen Geschichte Europas jenseits von Rom und Griechenland interessiert ist, wird hier fündig. Besonders faszinierend fand ich viele Artefakte der britischen Inseln. Aber auch aus allen anderen Ländern Europas sind Funde in diese Sammlung gelangt.
Asien
Mit über 75.000 Objekten zeichnet das British Museum die Kultur des gesamten asiatischen Kontinents von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart nach. Hier merkt man meiner Meinung nach besonders, dass Großbritannien einst eine Kolonialmacht war. Viele Objekte aus Indien wurden einst von Kolonialbeamten gesammelt.

Aus dem Iran sind viele interessante Exponate nach London gelangt. Hier hatte ich ein Erlebnis, von dem ich Euch berichten möchte. Ich habe mir ein Stück sehr genau angesehen. Auf einmal sprach mich ein Herr an. Er sagte mir, dass er genau vom Fundort her stamme und hat mir berichtet, was man vor Ort von der alten Geschichte noch mitbekommt. Er kann nicht mehr im Iran leben und war glücklich, ein Stück aus seiner alten Heimat auch in der neuen Heimat in London sehen zu können.
Ich bin mir bewusst, dass es auch Stimmen gibt, die eine Rückgabe von Exponaten an ihre Herkunftsländer fordern. Mit hat dieser Herr bewusst gemacht, dass dieses Thema wirklich viele Facetten hat.

Artefakte aus China oder Drucke und Gemälde aus Japan hat das Museum im 20. Jahrhundert erworben, und zwar durch den Ankauf kompletter Sammlungen.
Afrika, Ozeanien und Amerika
Dass Objekte aus Afrika, Ozeanien und Amerika in einer gemeinsamen Sammlung zusammengefasst sind, möchte ich ebenfalls dem britischen Kolonialerbe zuschrieben. Jede von ihnen wäre eine eigenständige Sammlung wert.
Diese Sammlung soll über 350.000 Objekte umfassen. Jedenfalls erzählt sie von den Menschen auf diesen Kontinenten, und zwar über einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden. Mir hat der Raum mit Stücken aus der islamischen Welt wirklich gut gefallen.
Geld und Medaillen
Das British Museum hat eine der besten und umfassendsten numismatischen Sammlungen auf der ganzen Welt. Sie soll über eine Millionen Objekte umfassen: Münzen, Medaillen, Marken und Papiergeld.

Es gibt einen Raum, in dem die Geschichte des Geldes von den allerersten Münzen und deren Vorläufern bis zu modernen Zahlmitteln nachgezeichnet wurde. Selbst wenn Du Dich für Münzen nicht so sehr interessierst: Der Besuch dieses Raums lohnt sich. Hier begreift man, welch große Geschichte sich hinter den Zahlungsmitteln verbirgt, die jeder von uns in der Brieftasche hat.
Drucke und Zeichnungen
Diese Sammlung umfasst etwa 50.000 Zeichnungen und über zwei Millionen Drucke. Gegründet im Jahr 1808 hat sich diese Sammlung zu einer der wichtigsten auf der ganzen Welt entwickelt. Hier gibt es Werke aller bedeutenden europäischen Künstler wie Leonardo da Vinci, Michelangelo, Rubens, Goya und anderen.
Weitere Abteilungen des British Museum
Dieses Museum ist viel mehr als nur seine Sammlungen. So habe ich auch viele Exponate aus der Neuzeit gesehen, mit denen ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Aber nach der Grundidee des British Museum gehören die doch hierher.

So gibt es eine eigene Abteilung für Naturschutz und wissenschaftliche Forschung. Sie hat die unterschiedlichsten Fachgebiete. Es geht dabei einerseits um Grundlagenforschung zur Konservierung, aber auch um Techniken zur Analyse und Datierung von Artefakten.
Groß ist auch die Bibliothek des Museums. Sie ist mit dessen Gründung im Jahr 1753 ins Leben gerufen worden und umfasst über 350.000 Bücher, Zeitschriften und Broschüren. Sie decken alle Bereiche dessen ab, was im British Museum gesammelt wird.
Was musst Du für Deinen Besuch wissen?
Hier sind die wichtigsten Informationen für Deinen Besuch im British Museum:
- Adresse: Great Russell St, London WC1B 3DG
- Homepage: britishmuseum.org
- Öffnung des Museums:
- Das Museum ist ganzjährig geöffnet.
Geschlossen: 24.12. bis 26.12.
- Öffnungszeit: täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr
- (Freitag: bis 20.30 Uhr – nicht am Karfreitag)
- Abweichende Zeiten sind bei Sonderveranstaltungen möglich.
- Das Museum ist ganzjährig geöffnet.
- Tickets & Preise:
- Der Eintritt ist frei.
- Es wird empfohlen, vorab ein kostenloses Ticket online zu buchen.
- Das Museum freut sich über eine Spende von 5 Pfund.
So kommst Du zum Museum
Für die Planung der Anfahrt zum Britisch Museum beachte:
- Pkw: Das Museum bietet keine Parkmöglichkeiten. In der Nähe gibt es Parkhäuser.
- Öffentliche Verkehrsmittel:
- Diese Bus-Haltestellen befinden sich in fußläufiger Entfernung zum Museum: British Museum, New Oxford Street, Tottenham Court Road oder Southampton Row
- Die U-Bahn – London Underground – fährt diese nächstgelegenen Stationen an: Tottenham Court Road, Holborn, Russell Square oder Goodge Street
Weitere Hinweise für Deinen Besuch
Beachte, dass es beim Einlass eine Sicherheitskontrolle gibt. Taschen größer als 40 cm * 40 cm * 50 cm und schwerer als 8 kg sind nicht erlaubt. Ebenso sind bestimmte andere Gegenstände nicht erlaubt. Näheres dazu erfährst Du in den Besucherhinweisen des Museums.
Im Museum gibt es ein für die Besucher kostenloses WLAN.
Für Hinweise zu aktuellen Themen oder Sonderausstellungen schau bitte auf der Homepage des Museums vorbei.
Das British Museum im Hellas Blog
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