Die Höhle von Kato Peristeras
Im UNESCO-Geopark Sitia auf Kreta liegt die Höhle von Kato Peristeras (Σπήλαιο Κάτω Περιστεράς). Sie ist ein schönes Ausflugsziel im Osten der Insel. Auf Englisch heißt sie Peristera Cave.
Kato Peristeras, eine Location auf Kreta aus der Steinzeit
Es ist heute kaum zu glauben. Die Höhle von Kato Peristeras war eine Wohnstätte im Kreta der Steinzeit. Hier haben Menschen gelebt, weit vor den Minoern und anderen frühen Griechen.
Interessant finde ich schon den Namen. Das griechische Wort Peristeri (περιστέρι) bedeutet auf Deutsch Taube. Das Wort kato (κάτω) heißt unten. Deshalb möchte ich Kato Peristeras mit untere Taubenhöhle übersetzen. Diese Tiere müssen hier früher so zahlreich vorgekommen sein, dass sie der Höhle ihren heutigen Namen eingebracht haben.

Der Eingang der Höhle liegt auf einer Höhe von 540 m über dem Meeresspiegel. Es geht ziemlich tief hinunter. Der tiefste bekannteste Punkt der Höhle liegt nur 63 m über dem Meer.
Trittst Du in die Höhle ein, stehst Du erst einmal in einer Art von Halle. Die ist ca. 80 m lang, in der größten Ausdehnung 35 m breit und zwischen 2 m und 12 m hoch. Ungefähr in der Mitte befindet sich ein großer Felsen. Bis hierhin kannst Du meiner Meinung nach auch ohne fachkundige Begleitung gehen. Ihr schließen sich mehrere Kammern an, die Du nur unter Beachtung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen und mit einer Führung betreten solltest.
Auch wenn es den Anschein hat, dass alles hier in Ordnung ist – es ist eine Höhle, die relativ weit abgelegen ist. Im April 2025 stürzte eine Frau in der Höhle, mit etwas Aufwand konnte sie gerettet werden. Zum Glück hatte das jemand mitbekommen und die Rettung gerufen. Passiert etwas und niemand ist da, wäre das nicht gut.
In einer der Kammern, die hier abgehen, liegen menschliche Knochen. Diese sind mit dem Grundgestein verbunden, was auf eine sehr hohes Alter schließen lässt. Sehr wahrscheinlich haben wir schon während der Jungsteinzeit Menschen gewohnt. Zuletzt nutzten die Menschen diese Höhle während der osmanischen Besatzung als Versteck.
So kommst Du zur Höhle
Um hierher zu finden, sind die Geokoordinaten hilfreich: 35.13249° N, 26.18998° E (WGS84).
Wenn Du dorthin möchtest, reist Du am besten mit dem Fahrzeug an. Du solltest ein geländegängiges Auto haben. Östlich des Dorfes Karydi (Καρύδι) gibt es einen Parkplatz. Einige Minuten zu Fuß entfernt liegt die Höhle auf einer Höhe von etwa 540 m über dem Meer.
Der UNESCO-Geopark Sitia
Die Höhle ist auf der Homepage des UNESCO-Geoparks genannt. Irgendwelche Informationen stehen aber nicht auf der Seite.
Die Gelegenheit möchte ich nutzen, um etwas zu diesem Park zu sagen. Der UNESCO-Geopark Sitia umfasst den ganzen Osten von Kreta. Seine Landschaft ist geprägt von Bergen, Schluchten und Höhlen. Hier findet man Gesteine und auch Fossilien aus alten Zeiten. Die menschlichen Überreste und der Höhle von Kato Peristeras sind nur ein Beispiel für diese hochinteressante Fundregion auf Kreta. Hier gibt es viele Wanderwege, die Dir beim Entdecken dieser Gegend helfen.
In Sitia gibt es einen zentralen Anlaufpunkt für den Geopark. Dort erhalten Besucher Karten und Infos zu Wanderwegen sowie zur Natur und Geschichte der Region. Das Geopark Info Center in Sitia ist meines Wissens aktuell geschlossen. Im südöstlich von Mochlos gelegenen Ort Mesa Mouliana gibt es ein Besucherzentrum des Geoparks. Ob es geöffnet ist und was man dort ggf. erfahren kann, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Von außen betrachtet handelt es sich um ein eher unscheinbares Holzgebäude, das direkt am Ortsrand liegt. Man kann es leicht übersehen.
Beim Geopark gibt es immer wieder besondere Aktivitäten. Im Sommer 2026 führte man die schon 6. Sommerschule durch. Hier kamen Lehrer, Akademiker und Forscher aus ganz Griechenland zusammen, in diesem Jahr widmete man sich der Paläontologie. Die Teilnehmer haben viel über Fossilien erfahren und gelernt, wie man sie für Bildung, Zusammenarbeit und Inspiration in ihren Berufen nutzen kann. Darüber hat die Gemeinde Sitia auf ihrer Homepage berichtet.
Höhlen in Griechenland
In Griechenland gibt es über 10.000 dokumentierte Höhlen. Das entnehme ich einer schon etwas älteren Publikation im Portal oryktosploutos.net. Sie besitzen einen großen geologischen Wert. Aber auch unter paläontologischen, historischen oder archäologischen oder ästhetischen Gesichtspunkten können sie sehr interessant sein.
Ab und zu schreibe ich im Hellas Blog über Höhlen. Klicke auf den Link und lass Dir alle Beiträge anzeigen. Vorstehend siehst Du die drei jüngsten Beiträge zum Thema.

