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Griechenland: Rückgang der Besucherzahlen in Museen und antiken Stätten

Griechenland verzeichnet in diesem Jahr einen Rückgang der Besucherzahlen in Museen und archäologischen Stätten. Das ergibt sich aus einem Vergleich der Zahlen von April 2026 mit dem April 2025. Das entnehme ich den Daten von ELSTAT für April 2026. Der erste Monat der diesjährigen Touristensaison ist ein wichtiger Indikator.

Die Gesamtzahl der Besucher von Museen und archäologischen Stätten sank auf 1.991.905 Personen, gegenüber 2.061.039 im April 2025, was einem Rückgang von 3,4 % entspricht. Gleichzeitig gingen die Einnahmen um 3,5 % auf 24,65 Millionen Euro zurück, gegenüber 25,54 Millionen Euro im Vorjahr.

Museen verzeichneten in einer separaten Messung ein positives Ergebnis mit 675.567 Besuchern und einem Anstieg von 1,5 %. Die Besucherzahlen archäologischer Stätten gingen um 5,7 % auf 1.316.338 zurück.

Weniger Besucher auch auf der Akropolis

Interessant sind ein Blick auf die Zahlen in Athen und von Stätten außerhalb der Hauptstadt. Epidauros verzeichnete einen Rückgang von 20,3 % auf 65.336 Besucher, Mykene von 16,9 % auf 64.726, Mystras ebenfalls von 16,9 % und die archäologische Stätte von Delphi von 19,6 %. Im antiken Olympia sanken die Besucherzahlen um 15,3 %. Das ist viel.

In Athen ist der Rückgang nicht ganz so dramatisch. Den größten Anteil des Besucheraufkommenst verzeichnet die Akropolis von Athen. Dort sanken die Besucherzahlen um 5,5 %.

Die beiden bekanntesten Museen Athens verzeichneten einen Besucherrückgang. Das Akropolismuseum verlor 6,8 % seiner Besucherzahlen auf 185.558, das Nationale Archäologische Museum sogar 10,9 % auf 63.699.

Der parallele Anstieg der Gesamteinnahmen um 19,2 % in den vier Monaten ist ausschließlich auf die neue Preispolitik für Eintrittskarten zurückzuführen. Und ich vermute, dass hier auch der Grund für den Rückganz der Besucherzahlen liegt.

Das Ticket ist sehr teuer – eine enorme Belastung

Die Eintrittspreise sind teilweise dramatisch erhöht worden. Zudem war es früher üblich, dass die Tickets in der besucherschwachen Wintersaison stark ermäßigt waren. Das kam vor allem der griechischen Bevölkerung zu Gute. Kombitickets machten Besuche mehrere Stätten oder Museen preislich auch attraktiv, sie sind aber abgeschafft worden. Mit der neuen Preispolitik verfolgt das Kulturministerium eine kommerzielle Ausrichtung.

Konkret stieg der Preis in archäologischen Stätten und Museen mit über 200.000 Besuchern jährlich auf 20 Euro, bei 70.000 bis 200.000 Besuchern auf 15 Euro, bei 15.000 bis 75.000 Besuchern auf 10 Euro und bei unter 15.000 Besuchern auf 5 Euro. Ein Besuch der Akropolis von Athen kostet nun ganzjährig 30 Euro.

Es handelt sich hierbei um eine Reihe von Veränderungen, die bereits spürbar geworden sind und sich in Zahlen widerspiegeln. So warnen Mitarbeiter von Museen und archäologischen Stätten in verschiedenen griechischen Städten.

Das ist keine negative Entwicklung

Ich persönlich betrachte diese Entwicklung nicht so negativ. Ich sehe, dass mit den Einnahmen an den berühmten Stätten und Museen teure Erhaltungsmaßnahmen finanziert werden müssen. Und ich sehe auch, dass es im Land sehr viele kleine Museen gibt, die sich aus ihren Eintrittsgeldern heraus kaum finanzieren können. Oft kosten die Mitarbeiter schon mehr Gehalt als das, was über die Tickets erwirtschaftet wird.

Und gerade solche Museen hält man mit niedrigen Eintrittspreisen attraktiv. Der Besuch lohnt sich, auch wenn es nicht so viel zu sehen gibt.

Tourismus im Hellas Blog

Tourismus ist einer der wichtigsten griechischen Wirtschaftszweige. Und die meisten Leser des Hellas Blogs kommen auch als Touristen nach Griechenland. Da nehme ich mich selbst gar nicht aus. Deshalb behandele ich damit zusammenhängende Themen auch immer wieder im Blog.

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Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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