Archäologisches Nationalmuseum: Stand der Erweiterung
Athens Archäologisches Nationalmuseum bekommt eine Erweiterung. Eines der bedeutendsten Museen seiner Art auf der Welt bekommt deutlich mehr Ausstellungsfläche. Deshalb wird es vorübergehend geschlossen. Die Ausstellungsstücke will man auslagern.
Der Zeitpunkt und die Dauer der Schließung sind noch nicht bekannt gegeben worden. Ich gehe davon aus, dass das Museum noch in 2026 seine Pforten schließen wird. Wann es wieder öffnet, steht ebenfalls noch nicht fest. Bei Bauarbeiten an so alten Gebäuden kann man das schlecht prognostizieren. Ich rechne aber nicht damit, dass es noch in diesem Jahr wieder besucht werden kann.

Sein Bau stammt von Ludwig Lange, Panagiotis Kalkos und Ernst Ziller. 1874 ist der Hauptflügel eingeweiht worden. 1881 und 1885 folgten die beiden Seitenflügel.
Die letzte große Erweiterung folgte 2009. Damals hat man das Museum um rund 24.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitert, was Platz für weitere 2000 Exponate geschaffen hat.
Jetzt will man das Museum noch einmal deutlich erweitern.
Am 15. Februar 2023 verkündete der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis in einer feierlichen Veranstaltung, dass David Chipperfield Architekten den Zuschlag für den großen Umbau bekommen.
Als ich zuletzt im November 2025 dort war, habe ich von Arbeiten für den neuen Vorbau nichts gesehen. Das soll sich 2026 ändern.
Archäologisches Nationalmuseum: Erweiterung durch Vorbau

Vor dem Museum läuft die Straße des 28. Oktober. Zwischen dem Gebäude und der Straße liegt ein kleiner Park. An dessen Stelle entsteht ein Vorbau, der zwei Stockwerke in die Tiefe geht. Dessen Dach wird bepflanzt, den Park heben die Architekten also gewissermaßen an. Der Zugang wird etwas abgesenkt, die Besucher werden so kanalisiert. Dieses Konzept kennen wir vom vom Centre Pompidou in Paris. Ich denke, dass hier etwas ganz besonderes entsteht.
David Chipperfield Architekten haben auf ihrer Homepage mehrere Bilder ihres Entwurfs veröffentlicht.
Eine treibende Kraft hinter dem Vorhaben ist der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Ihm geht es um mehr als nur darum, dieses Vorzeigestück eines öffentlichen Bauwerks aufzupeppen.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Erweiterung des Museums und über die Vorhaben der Regierung. Sie hat das Archäologische Nationalmuseum und andere Museen durch ein neues Gesetz in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts umgewandelt. Es bekommt eine größere Unabhängigkeit als bisher. Das bedeutet aber auch eine größere Eigenverantwortung: Das Museum ist in höherem Maße als bisher dazu verpflichtet, eigene Finanzquellen zu erschließen. Das heißt auch, dass die Verantwortlichen Spenden akquirieren müssen. Zudem hat bekommt die Regierung einen größeren Einfluss auf die Leitungen der Museen. Es ändert sich also einiges.
Ich bin mal gespannt, wie schnell der Umbau wirklich entsteht. Inzwischen steht fest, dass das Museum eine Zeit lang wegen der Arbeiten geschlossen wird. Die Entwürfe gefallen mir auf jeden Fall sehr gut.
Stand der Baumaßnahmen (November 2025)
Zuletzt war ich im November 2025 im Archäologischen Nationalmuseum. Im Außenbereich sieht man noch nichts von Bauarbeiten wegen der geplanten Erweiterung. Das hatte ich zunächst erwartet, wird hier doch sehr viel umgestaltet.
Allerdings passiert im Inneren des Museum sehr viel. Für den Besucher hat das zur Folge, dass nicht alle Säle zugänglich sind. Nicht alle Artefakte können angeschaut werden. Allerdings ist das meiste zu sehen und die Belästigung durch den Baulärm hält sich in Grenzen.
Zwischenlager für die Museumsstücke
Die anstehenden Arbeiten können das bestehende Gebäude beeinträchtigen. Deshalb will man die Exponate in Lager bringen. Kathimerini berichtet, dass die Suche nach Lagern bald abgeschlossen werden kann.
Das Lager Karaiskakis in Chaidari steht ganz oben auf der Liste der potenziellen Lagerorte. Es ist nicht nur gut zu erreichen. Vor allem verfügt es über geeignete Bedingungen für die Lagerung und die erforderliche Sicherheit.
Auch führen die Verantwortlichen seit einiger Zeit in Gesprächen mit dem Verteidigungsministerium. Dessen Liegenschaften bieten auch zufriedenstellende Lagerbedingungen für die Antiquitäten des Archäologischen Nationalmuseums.
