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Vor dem Shipwreck Beach wird die Küste aufgeschüttet

Kathimerini berichtet, dass das Meer vor dem Shipwreck Beach mit Kies aufgeschüttet wird.

Hellas kompakt: Strandsicherung auf Zakynthos

Der Shipwreck Beach birgt mit dem Wrack der Panagiotis das wohl beliebteste Fotomotiv auf Zakynthos. Das Ziel ist, den Strand zu sichern. Das wichtigste in Kürze:

  • Die Panagiotis ist 1980 gestrandet.
  • Seit dem liegt das Schiffswrack hier und verfällt zusehends.
  • Seit Jahren haben Szrand und Wrack sich zu einem beliebten Ziel für Touristen entwickelt.
  • Weil von den Hängen Geröll abrutschte, ist der Zugang zum Strand gesperrt.
  • Das Meer hat in den letzten Jahren viel vom Stand abgetragen. Das Wrack ist bedroht.
  • 45.000 Kubikmeter Kies werden eingebracht. Die Küstenlinie reicht dann um 30 m weiter ins Meer hinaus.
  • Kosten: insgesamt knapp 6 Millionen Euro.
  • Das Ziel: Küste und Wrack sollen für die nächsten 100 Jahre für Touristen erhalten bleiben.

Das gilt als die größte Küstenschutzmaßnahme in Griechenland. Ich bin skeptisch, ob das funktioniert.

Warum wird der Shipwreck Beach aufgeschüttet?

Die Menschen auf der Insel sehen es klar: Das Wrack auf diesem Strand ist weltberühmt. Menschen aus aller Welt kommen, um es zu sehen. Es ist nicht nur eine Werbeikone. Das Wrack sichert der Tourismusbrache viele Einnahmen.

Deshalb soll der inzwischen arg verfallene Rumpf nicht verfallen. Die Gemeinde Zakynthos hat eine Wachstumsfonds, der die nötigen Mittel bereitstellt.

Im Auftrag der Gemeinde hat der Wachstumsfonds hat eine Ausschreitung zur künstlichen Küstenaufspülung mit einem Budget von 3,9 Millionen Euro veröffentlicht. Mithilfe von 45.000 Kubikmetern Kies soll der Strand um 30 Meter ins Meer hinein erweitert werden.

Das Ziel: Der Schutz des historischen Schiffs „Panagiotis“ vor Wellenerosion.

Das Projekt basiert auf einer speziellen Küsteningenieurstudie der Nationalen Technischen Universität Athen (NTUA).

Nach der Küstenaufspülung folgt eine zweite Ausschreibung für die strukturelle Instandhaltung und Restaurierung des Schiffs selbst. Das bereits arg verfallene Wrack soll erhalten bleiben.

Das Wrack liegt heute 25 Meter vom Meer entfernt. Das laufende Projekt umfasst eine künstliche Küstenaufspülung. Deshalb wird der Strand vor dem Shipwreck Beach mit Kies aufgeschüttet.

Das Warum ist im Ergebnis zu beantworten: Man möchte den Strand mit seinem fotogenen Schiffswrack für die Zukunft bewahren.

Die Umsetzung der Pläne: 45.000 Kubikmeter Kies

Für dieses Projekt braucht man etwa 45.000 Kubikmeter Kies. In der Projektbeschreibung heißt es, dass die Aufspülung mit geeignetem Sediment die schonendste Maßnahme sei, um das Wrack vor der Kraft großer Wellen zu schützen.

Die Aufschüttung beginnt bereits auf dem Strand, und zwar 5 m vor der Wasserlinie. Von dort aus geht es dann raus ins Meer bis in eine Tiefe von sieben Metern.

Der Zugang zum Arbeitsbereich ist nur vom Meer aus möglich. Das Material wird mit Lastkähnen dorthin transportiert und versenkt. Anschließend will man es mit einem Schwimmkran entlang der gesamten Küstenlinie verteilen. Das Material besteht aus grobem Sand und Kies aus einem Steinbruch.

Das Projekt ist nicht unumstritten

Das Gebiet gehört zum Natura-Netzwerk. Deshalb war eine auch eine ökologische Bewertung erforderlich. Klassische Maßnahmen wie Wellenbrecher oder die Anlage künstlicher Riffe kommen hier nicht in Betracht. Die Küstenverlängerung ist der natürlichste Weg, um die Kraft des Meeres vom Strand fernzuhalten.

Das Ziel war, durch den Küstenschutz keine zusätzlichen Belastungen für die Umwelt zu verursachen. Aber ob das wirklich gelingt, ist umstritten.

Eine echte Umweltverträglichkeitsprüfung, wie man sie in Deutschland machen würde, gab es hier nicht. Die Dokumentationen haben eher technischen Charakter. Die Befürworter empfehlen, dass die man Maßnahmen noch mindestens zwei Jahre lang überwacht. Das allerdings nicht wegen der Auswirkungen auf die Umwelt, sondern wegen des Materialverlusts beim eingebrachten Kies. Keiner weiß, ob das Meer es nicht vielleicht abträgt. Die ganze Maßnahme wäre dann vergebens.

An der Nationalen und Kapodistrias Universität Athen ist Manolis Vassilakis als Professor für Geologie tätig. Gegenüber Kathimerini äußert er sich kritisch: Aus geologischer Sicht stimme ich nicht zu, dass es sich um einen geringfügigen Eingriff handelt, noch dass dieses Projekt dem Küstenschutz dient. Es ist ein schwerwiegender Eingriff des Menschen, dessen einziger Zweck darin besteht, ein touristisches Wahrzeichen zu schützen. Meiner Meinung nach leidet die Küste nicht unter Erosionsproblemen. Man denke nur daran, wie der Sand das Schiff allmählich umhüllt. Und man bedenke, dass die Küste ständig von der Steilküste mit Material versorgt wird, das sich langsam in Sand verwandelt. Was also ist unsere Wahl? Wir zahlen einige Millionen Euro für den Transport von Zehntausenden Tonnen Kies, der dann sehr schnell vom Meer weggespült wird.

Kosten: fast 6 Millionen Euro

Das Ziel des Projekts ist, das Schiffswrack für die nächsten 100 Jahre zu erhalten. Dazu gehört dann auch die Sicherung der Hänge, wofür weitere 2,5 Millionen Euro eingeplant werden. Hinzu kommen die 3,9 Millionen Euro für das Aufschütten des Strandes. Das sind fast 6 Millionen Euro – sehr viel Geld!

Touristen kommen aus den unterschiedlichsten Gründen nach Zakynthos. Dass sie derzeit nicht an den gesperrten Strand können, stört nicht wirklich. Für das Badevergnügen gibt es genügend andere Strände. Und das Schiffswrack ist auch so ein Hingucker.

Ich persönlich hätte den Strand gesperrt gelassen und die Natur soll dann machen, was immer sie will. Ich glaube nicht, dass sich die Anwesenheit des Wracks an dieser Stelle für die Ewigkeit sichern lässt. Und Versprechen, dass dieses Wrack mit dem Geld auf 100 Jahre gesichert ist, kann man leicht geben. Von den Verantwortlichen wird dann keiner mehr da sein.

Rolands Meinung

Dass der Shipwreck Beach mit Kies aufgeschüttet werden soll, halte ich für Unsinn. Die Natur kann man nicht aufhalten. Dass ein Wrack zerfällt, entspricht dem Lauf der Dinge. Und dieser Zerfallsprozess wird noch auf Jahrzehnte für schöne Fotomotive sorgen, um die es doch wohl gehen soll.

Die Maßnahme soll die Existenz des bei Touristen beliebten Schiffswracks für die nächsten 100 Jahre sichern. Ich bin skeptisch, ob das funktioniert.

Vielleicht spielt aber auch etwas anderes eine Rolle. Hier werden fast 6 Millionen Euro ausgegeben. So viel kostet es, den Shipwreck Beach aufzuschütten und die Hänge rund um den Strand zu sichern. Das Geld landet in irgendjemandes Tasche. Und das sind nur zu einem geringen Teil die Arbeiter, die man hier beschäftigt.

Das Motto Folge der Spur des Geldes hat mich in meinem schon oft in meinem Berufsleben zu erstaunlichen Erkenntnissen über Hintergründe von etwas gebracht. Ich denke, in Zusammenhang mit dem Navagio schadet dieser Blickwinkel nicht.

Der Navagio Beach im Hellas Blog

Dieser Strand ist jedenfalls der berühmteste auf Zakynthos. Wahrscheinlich ist das der Grund, aus dem ich immer wieder mal über ihn schreibe.

Meine Beiträge über den Shipwreck Beach kennzeichne ich mit dem entsprechenden Schlagwort. Klicke auf den Link, um sie Dir anzeigen zu lassen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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