Reisetipps und Tourismus

Ein Besuch des Klosters Arkadi lohnt sich

Bist Du auf Kreta, dann statte doch dem Kloster Arkadi einen Besuch ab. Es ist ein ganz besonderer Ort.

Das musst Du für einen Besuch des Arkadi wissen

Das Kloster liegt südöstlich von Rehymno. Fährst Du auf der EO90, ist es ausgeschildert. Bei der EO90 handelt es sich um die große Nationalstraße im Norden von Kreta, die derzeit zur Autobahn ausgebaut wird.

Zum Kloster Arkadi kommst am besten mit dem Auto hierher. Die Position auf Google Maps habe ich verlinkt. Ins Navi Deines Autos gibst Du Moni Arkadi oder Arkadi Monastery ein. Alternativ gibst Du das Dorf Anmatos (Αμνάτος) als Ziel ein. Das Kloster Arkadi liegt mit dem Auto 10 min weiter südlich.

Aktuelle Informationen zu Besuchsmöglichkeit und Öffnungszeiten stehen auf der Homepage des Klosters Arkadi.

Die Anlage muss erhalten werden, und dazu braucht es auch eine Beteiligung der vielen Besucher. Aus diesem Grund wird ein Eintritt verlangt. Das Ticket kannst Du online vorab buchen oder vor Ort kaufen. Aktuell kostet das Ticket 4 Euro.

Das Kloster ist von April bis Oktober jeden Tag geöffnet. Dies sind die Besuchszeiten des Klosters:

  • April und Mai: 9 Uhr bis 19 Uhr
  • Juni bis August: 9 Uhr bis 20 Uhr
  • September: 9 Uhr bis 19 Uhr
  • Oktober 9 Uhr bis 18 Uhr

Laut der Homepage ist auch am 9. März (9 Uhr bis 18 Uhr) und im November (9 Uhr bis 17 Uhr) geöffnet.

Sonntags öffnet das Museum erst nach Ende der göttlichen Liturgie. Solltest Du Deinen Besuch an einem Sonntag planen und nicht am Gottesdienst teilnehmen wollen, komm erst entsprechend später.

Da es sich um ein Kloster handelt, bitte ich Dich um angemessene Kleidung bei Deinem Besuch.

Die Geschichte des Klosters

Der Sage nach geht die Gründung des Klosters auf Kaiser Arcadius zurück. Daher hat es auch seinen Namen. Anderer meinen, dass das Kloster von einem Mönch mit diesem Namen gegründet worden sei.

Das Kloster Arkadi
Das ikonische Bild des Klosters Arkadi (Foto: Maria Laftsidis-Krüger)

Als Griechenland die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangen konnte, blieb Kreta außen vor. Hier hatten weiterhin die Osmanen das Sagen. Für die Kreter war das eine große Enttäuschung. Auch sie wollten Teil des unabhängigen griechischen Staates sein.

Auf Kreta formte sich der Widerstand gegen die Osmanen. Das Kloster Arkadi war ein Zentrum der Freiheitsbewegung. Das führte am 9. November 1866 zur Katastrophe.

Der 9. November 1866

In der Nacht vom 7. auf den 8. November griff ein osmanisches Heer mit etwa 15.000 Soldaten das Kloster an. Darin hielten sich 964 Griechen auf, nur 325 waren kampftaugliche Männer.

Pulverraum des Klosters Arkadi
Pulverraum des Klosters Arkadi
(Foto: Maria Laftsidis-Krüger)

Die Griechen wehrten sich. Zwei Tage hielten sie stand. Aber am 9. November waren die Angreifer eingedrungen. Der Kampf hatte sich in den Innenhof des Klosters verlagert.

Für die Griechen wurde klar, dass ihre Lage aussichtslos war. Das Kloster konnten sie halten. So entschlossen sie sich, den Angreifern nicht lebend in die Hände zu fallen. Sie verschanzten sich im Pulvermagazin, auch die Frauen und Kinder.

Einer der Kämpfer hat die Aufgabe übernommen, alles in die Luft zu sprengen. Wahrscheinlich war das ein Mann namens Kostas Jamboudakis. Abschließend geklärt ist es jedoch nicht, ob er es wirklich war. Eine junge Frau namens Chariklia Daskalaki hat die Spengung überlebt. Auch sind dabei viele in das Kloster eindringende türkische Soldaten getötet worden. Auch die Mönche mussten ihr Leben lassen. Vom Abt des Klosters ist bekannt, dass er in der Endphase fiel.

114 Verteidiger sind von den Osmanen gefangen genommen worden. Von den 15.000 Angreifern sollen etwa 1.500 getötet worden sein.

Was bleibt, ist die Erinnerung an den mutigen und entschlossenen Freiheitswillen der Griechen.

Übrigens leben bis heute Mönche im Kloster Arkadi. Es ist den Osmanen nicht gelungen, sie endgültig zu vertreiben. Die Geschichte war auf der Seite der Griechen.

Das Kloster ist wunderschön

Du wirst feststellen, dass das Kloster wunderschön ist. Für Deinen Besuch empfehle ich Dir in der warmen Jahreszeit die frühen Morgenstunden oder später am Nachmittag. Dann sind die Lichtverhältnisse am besten.

Im Klosterhof wächst ein Zitronenbaum
Im Klosterhof wächst ein Zitronenbaum (Foto: Maria Laftsidis-Krüger)

Wenn Du hier zu Besuch bist, dann lass Dir Zeit und spüre, was für ein wunderbarer Ort das Kloster Arkadi ist.

Reiseführer über Arkadi

Selbstverständlich wird das Kloster in allen Reiseführern zu Kreta erwähnt. Einige von ihnen habe ich im Hellas Blog schon vorgestellt.

Der vis-a-vis Reiseführer Kreta beschreibt historische Geschehen im Kloster anschaulich und kompakt (Seite 152). Der Top 10 Reiseführer Kreta hebt das Kloster als eines der Highlights auf der Insel hervor (Seite 36). Und Klaus Bötig beschreibt im Baedeker Kreta, was hier passiert ist. Er hebt das Kloster als ein Kretisches Nationalheiligtum hervor (ab Seite 158). Damit hat er Recht.

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich bei Maria Laftsidis-Krüger bedanken. Die Schriftstellerin und leidenschaftliche Köchin war so lieb, mir Fotos vom Kloster für den Blog zur Verfügung zu stellen.

Maria nutzt ihre Zeit nicht nur fürs Schreiben von Romanen und Kochbüchern, sondern auch für Radio und Kochkurse. Zu Marias Kochbüchern empfehle ich ihre Seite griechische-rezepte.info. Im Hellas Blog habe ich schon ihr Buch vom Pontos in den Pott vorgestellt.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

Ein Kommentar zu „Ein Besuch des Klosters Arkadi lohnt sich

  • Maria Laftsidis-Krüger

    Lieber Roland,
    vielen lieben Dank.

    LG Maria

    Antworten

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