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Hobby-Archäologen finden bei Basel zwei keltische Stater aus Gold

In einem Wald bei Basel haben schweizer Hobby-Archäologen zwei keltische Stater gefunden. Darüber erfahren wir mehr auf der Seite der Archäologie Baselland.

Keltische Stater in einem Wald bei Basel

Der Fundort liegt etwa 5 km von der deutschen Grenze entfernt. Die nächste Großstadt ist Basel. Genau genommen hat man die Münzen in der Nähe von Arisdorf gefunden. Die Fundstelle nennt sich Bärenfels.

Fundstelle Bärenfels
Fundstelle Bärenfels
(Bild mit freundlicher Erlaubnis der Archäologie Baselland)

Fachleute meinen, dass die Münzen in der Mitte des 3. Jahrhunderts vor Christus gemacht wurde. Sie gehören damit zu den ältesten keltischen Münzen, die man je in der Schweiz gefunden hat.

In der Gegend hatte man 2023 einen Hort von 34 keltischen Silbermünzen gefunden. Im Frühjahr 2025 fand eine Nachsuche statt. Die Experten waren erstaunt, zwei Goldmünzen zu finden. Dabei handelt es sich einmal um einen Stater. Und die andere Münze ist ein Viertelstater. Zu diesen Münzen schreibe ich weiter unten etwas.

Interessant ist der historische Kontext dieser Münzen. Forscher nehmen an, dass keltische Kämpfer sich als Söldner verdingt haben. Bezahlt hat man sie mit griechischen Münzen. Die nahmen sie mit nach Mitteleuropa. So kam das Münzwesen in die Gegenden unseres Kontinents nördlich der Alpen.

Andere Erklärungen als Sold für solche Münzen sind auch denkbar. Sie könnten diplomatische Geschenke sein, eine Mitgift oder zu politischen Zwecken eingesetzt worden sein.

An der Gestaltung keltischer Münzen sieht man sehr deutlich das griechische Vorbild. Auf diesen beiden Münzen sehen wir den Kopf des Gottes Apollon.

Wie kommen keltische Stater in einen Wald bei Basel?

Was sagt uns das über diese beiden Münzen? Die Kelten haben Goldmünzen sicherlich nicht für alltägliche Zahlungen genutzt. Dafür waren sie viel zu wertvoll. Sie könnten eine Grabbeigabe für einen Verstorbenen sein. Aber auch ein Opfer für eine Gottheit ist denkbar.

Solche Opfer werden in Mooren oder Gewässern gefunden. Das ist auch bei diesen beiden Münzen der Fall. Bei Arisdorf gibt es mit Wasser gefüllte Dolinen. Eine Doline ist ein Sinkloch, auch Karstloch genannt. Solche Orte konnten bestimmten Gottheiten geweiht sein.

Im nahen Büechlihau befand sich in keltischer Zeit sehr wahrscheinlich ein Heiliger Hain. Aus diesem Grund kann es sein, dass es am Fundort auch einen gab.

Die Kelten und ihr Bezug zu Griechenland

Der Stater gilt als die wohl wichtigste Münze des antiken Griechenland. Der Name kann mit derjenige, der wiegt übersetzt werden.

2 keltische Goldstater
2 keltische Goldstater
(Bild mit freundlicher Erlaubnis der Archäologie Baselland)

Das erinnert an die ursprüngliche Funktion von Münzen hin. Sie waren genormte Gewichte.

Wie kamen nun die Kelten und Griechen zusammen? Kelten waren in Europa weit verbreitet. Die auf Delos gefundene Statue des verwundeten Galliers ist heute im Archäologischen Nationalmuseum Athen zu sehen. Dieses Kunstwerk lässt erahnen, welchen hohen Respekt die antiken Griechen vor keltischen Kämpfern gehabt haben müssen. Und das kommt nicht von ungefähr.

Kelten waren nicht einfach nur irgendwelche Wilden, sie waren in Griechenland respektierte Krieger. So kam es auch, dass Kelten als Söldner an der Seite griechischer Feldherren kämpften. Die Entlohnung erfolgte in Münzen, deren Zweck die Kelten schnell verstanden haben. So kam es, dass sie auch in ihren Heimatgebieten nördlich und weltlich der Alpen eigene Münzen prägten und verwendeten.

Dabei haben die Kelten sich an den griechischen Vorbildern orientiert. Die griechischen Münzen hatten einen anerkannten Wert. Und wenn die Kelten selbst Münzen herstellten, dann haben die Menschen sie nur dann als gleichwertig angesehen, wenn Form, Prägung, Material und Gewicht den griechischen Vorbildern entsprachen. Das erklärt, weshalb wir auf den bei Basel gefundenen Goldstatern den Kopf des Apollon sehen und ein griechisches Pferdegespann.

Ab März kannst du die Münzen sehen

Keltische Stater, die auch noch bei Basel gefunden werden, sind etwas ganz Besonderes. Die Archäologie Baselland und das Historische Museum Basel haben beschlossen, sie in die laufende Ausstellung Schatzfunde zu integrieren.

Ab März sind die beiden Goldstater in einer Sondervitrine in der Barfüßerkirche in Basel zu sehen. Zusammen mit ihnen werden auch Silbermünzen vom gleichen Fundort gezeigt.

Bitte informiere Dich vor Deinem Besuch auf der Homepage des Historischen Museums Basel.

Danksagung

Ich möchte mich bei der Archäologie Baselland herzlich für die Unterstützung zu diesem Beitrag bedanken. Sie hat mir Fotos der Münzen und des Fundorts zur Verfügung gestellt und mir erlaubt, die Bilder im Hellas Blog zu verwenden. Über diese nette Unterstützung meines Hobby-Blogs freue ich mich sehr. Danke!

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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