Reisetipps und Tourismus

Kirche Panagia Pantanassa am Monastiraki

Am Monastiraki Platz in Athen steht die kleine Kirche der Muttergottes, Panagia Pantanassa (Ιερός Ναός Παναγίας Παντανάσσης). Die Panagia ist die Muttergottes. Und Pantanassa möchte ich mit „Königin von allem“ übersetzen. Das ist einer der traditionellen Beinamen der Jungfrau Maria in der orthodoxen Kirche.

Die kleine Kirche am Monastiraki

Trittst Du aus der Metro-Station und trittst heraus auf den Monastiraki Platz, siehst Du eine kleine Kirche.

Turm der Kirche Maria Pantanassa
Turm der Kirche Maria Pantanassa

Der griechische Name ist Ιερός Ναός Παναγίας Παντανάσσης, was man mit Heiliger Tempel der Muttergottes der Pantanassa übersetzen kann.

Wann die Kirche gebaut wurde, ist nicht bekannt. Die Experten datieren sie auf das 8., das 9. oder das 10. Jahrhundert nach Christus. Ich denke, ihre Anfänge liegen mehr als 1000 Jahre zurück. Es gibt auch Experten, die sie für etwas jünger halten.

Am Monastiraki Platz stand früher ein Kloster. Daher hat der Platz seinen Namen. Eine Quelle von 1678 nennt hier ein großes Kloster. Es war ein Männerkloster, das dem Kloster Kesariani angegliedert war.

Zu dieser Zeit diente dieses große Kloster als Konvent. Hier kamen die Mönche zusammen um über alles zu sprechen, was ihnen wichtig war.

Ab 1690 begann diese Kirche, eine eigenständige Rolle zu spielen. Sie wurde zur Pfarrkirche.

Der griechische Freiheitskampf ab 1821 brachte diesem Kloster große Veränderungen. Es war kein „großes Kloster“ mehr, sondern ein kleines Kloster. Auf griechisch hieß das „Mikromonastiro“ oder kurz auch nur „Monastiraki“. So kam der Platz zu sienem heutigen Namen.

Dort, wo heute der Platz ist, befanden sich einst die Zellen der Klostermönche. In in der Umgegend gab es viele kleine Läden. Vom Monastiraki geht die Pandrossou (Πανδρόσου) ab, eine von kleinen Läden gesäumte Straße. Dort ist es noch so, wie es vor 200 Jahren war.

Die Kirche selbst ist eine tonnengewölbte Basilika. Im Laufe der Zeit hat man sie mehrfach umgebaut. Aber der Stil passt in den Übergang von der antiken Welt in das byzantinische Mittelalter. Der Glockenturm ist jüngeren Datums. Das gilt auch für die Wandmalereien und die Innenausstattung.

Meistens ist die Kirche verschlossen

Die Kirche ist zugleich eine der ältesten und weniger bekannten Kirchen Athens. Ihre prominente Lage am Monastiraki macht sie vielleicht zu einer der am meisten bemerkten Kirchen. Aber ins Zentrum der touristischen Aufmerksamkeit ist sie nicht geraten. Und das ist vielleicht auch ganz gut so.

Kirche Maria Pantanassa am Monastiraki Platz
Kirche Maria Pantanassa am Monastiraki Platz

Zum ersten Mal in Athen war ich 1990. Ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht mehr, ob ich damals am Monastiraki Platz war. Wir waren eine kleine Gruppe junger Backpacker aus aller Welt, die sich zufällig zusammengefunden hatte. Und keiner von uns hatte eine Ahnung, was außer Akropolis und Syntagma Platz man in Athen anschauen kann.

Meine Erinnerung an diese Kirche beginnt 2015. Und sie war jedes Mal verschlossen. Für mich war das in Ordnung. Mir ist klar, dass ein Gotteshaus ein heiliger Ort ist. Zwar zeigen die griechischen Christen gerne ihre Gotteshäuser auch Reisenden anderer Religionen. Aber nicht alle Touristen verhalten sich mit dem gebotenen Respekt. Und da beginnen die Probleme, leider. Also bleibt der Gemeinde gar nichts anderes übrig, als die Kirche in der Regel verschlossen zu halten und nur für Gottesdienste und kirchliche Feste zu öffnen.

Vom Glück, in diese Kirche zu kommen

Im November 2025 hatte ich großes Glück. Ich kam hierher, kurz nach dem Ende des Gottesdienstes. Der Priester war noch da, die Kirche war offen. Und niemand hatte etwas dagegen, dass ich in sie gegangen bin.

Das Innere der Kirche Maria Pantanassa
Das Innere der Kirche Maria Pantanassa

Für die Mitglieder der Gemeinde war ich wahrscheinlich nur „ein Tourist“. Ich war in diesem Augenblick aber der glücklichste Tourist auf dem Monastiraki. Denn ich durfte diese Kirche betreten.

Fest am 15. August

Die Kirche ist der Panagia Pantanassa geweiht. Ihr Fest wird am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, gefeiert. An diesem Tag wird es auch hier einen Gottesdienst geben. Solltest du zufällig in der Nähe sein, verhalte Dich bitte mit dem gebotenen Respekt vor dem Glauben der Gemeindemitglieder.

Sehenswürdigkeiten am Monastiraki

Am Monastiraki gibt es viele Sehenswürdigkeiten, nicht nur die Kirche. Der Platz selbst ist eine, die Tsisdarakis-Moschee, die Bibliothek des Hadrian und nicht zuletzt auch die Metro Station gleichen Namens.

Ganz in der Nähe liegt das Volkskundemuseum, das Bazar-Viertel, Psyrri mit seinen vielen Einkehrmöglichkeiten und vieles andere ist auch ganz nahe.

Hier gibt es so viel zu sehen, dass die meist verschlossene Kirche das wohl meistübersehene Juwel am Monastiraki ist.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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