Inseln

Potamos auf Thirasia

Potamos (Ποταμός) ist ein kleines Dort auf Thirasia, der kleinen Schwesterinsel von Santorin. Potamos liegt etwa 1 km westlich von Manolas, dem Hauptort der Insel. Die Bevölkerungszählung 2021 hat 74 dauerhafte Einwohner ergeben. Damit ist Potamos der zweitgrößte Ort auf der Insel.

Potamos auf Thirasia
Potamos auf Thirasia

Der Ort liegt verborgen in einer kleinen Schlucht. Vielleicht hat er daher seinen Namen. Die Bauten schlängeln sich durch diese wie es ein Fluss tun würde. Potamos heißt auf Deutsch nämlich Fluss. Ein fließendes Gewässer habe ich dort aber nicht gesehen.

In Potamos gibt drei Kirchen. Zum einen möchte ich die Kirche der heilenden Muttergottes (Παναγιά η Γιάτρισα) nennen. Sie ist 1960 gegründet und 1983 eingeweiht worden, mithin also sehr jung. Sie ist schön im typischen weiß-blau der Insel gehalten und hat neben einer Kuppel noch einen Glockenturm mit 3 Glocken. Die ältere Kirche des Ortes ist Agios Dimitrios (Άγιος Δημήτριος). Über die kleine Kapelle Agios Spyridonas (Άγιος Σπυρίδωνας) kann ich leider nichts weiter sagen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das das Weingut Mikra Thira. Mehr darüber erfährst Du auf der Homepage von Mikra Tira. Es handelt sich um das einzige Weingut auf dieser Insel. Du kannst hier eine Weinführung mit Weinprobe machen, wenn Du möchtest. Das Weingut liegt etwas westlich von Potamos und ist natürlich auch zu Fuß gut zu erreichen.

Im Ort gibt es zumindest eine Übernachtungsmöglichkeit. Und Dank einem kleinen Markt sind Einkäufe für Reisende auch kein Problem.

Zu drei Daten hast Du die Chance, an einem Fest im Ort teilzunehmen. Am 29. August feiern die Menschen Agios Ioannis, am 21. September die heilende Muttergottes und am 12. Dezember Agios Spyridonas.

Andere über Potamos

Im Marco Polo Reiseführer Santorin steht nur sehr knapp etwas zu Thirasia. Potamos kommt darin nicht vor. Der Insel Trip Santorin erwähnt Potamos immerhin als den zweigrößten Ort der Insel. Aber wenn ich ehrlich bin: Was die mir bekannten Reiseführer zu Santorin angeht, findest Du nicht viel zu Potamos.

Im Reiseblog Nissomanie erzählt Katharina Roller über ihre Erlebnisse auf griechischen Inseln. Und es gibt auf Nissomanie auch einen Eintrag zu Thirasia. Sie beschreibt die Wanderung am Inselrand entlang zum Profitis Elias, dem höchsten Berg der Insel. An Potamos scheint sie leider nicht vorbei gekommen zu sein.

Meine Quellen zu diesem Beitrag

Externe Internetseiten habe ich verlinkt. Zusätzlich habe ich verwendet:

Ist Dir weitere Literatur bekannt, die ich in diesem Beitrag berücksichtigen sollte? Für einen Hinweis bin ich immer dankbar. Bitte schreibe mir eine E-Mail. Meine Kontaktdaten stehen im Impressum.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

2 Gedanken zu „Potamos auf Thirasia

  • Kalimera, ich habe im April 2015 für ein paar Tage Thirasia besucht – mich hat die Insel sehr beeindruckt.

    2008 war die Insel Schauplatz des Filmes Kleine Verbrechen. Der Film machte mich neugierig auf die kleine Kykladninsel neben Santorini. Im April war es dann so weit, Thirasia war für 5 Tage mein Ziel.

    Es ist gar nicht so einfach einen Artikel über Thirasia zu schreiben, es fallen einen Begriffe wie: trostlos, Bielefeld, Ruhe, Anarchie, Autos ohne Nummernschilder, wunderschöne Landschaft, viele Kirchen und Klöster ein, aber dazu später mehr.

    Los ging es mit dem Flieger von Hamburg über Athen nach Santorini. Dann mit dem Bus von Santorini nach Oia, von Oia ging es dann mit dem Gemeindeboot Thirasia (Lantza) für lau nach Riva/Thirasia. Außer mir war noch ein Einheimischer mit an Bord. Nach 10 Minuten fahrt in dem sehr trostlosen Hafenort Riva angekommen. Von dort ging es mit einem kleinen schon in die Jahre gekommenen Bus in 5 Minuten ebenfalls für lau in den Hauptort der Insel Manolas. So stelle ich mir eine solidarische Gesellschaft vor, wo man für die Beförderungen der Nahverkehrsmittel nichts zahlen braucht.

    Die Orte

    Es gibt zwei kleine Hafenorte Riva und Korfos. In Riva legt auch die größere Fähre Aqua Spirit von NEL an.
    Bei meiner Ankunft in Riva dachte ich, es ist wie mit Bielefeld, diese Stadt gibt es, aber muss es Sie geben? Eine Handvoll Häuser, nur wenige der herunter gekommenen Häuser sind bewohnt, das meiste sind Bootsschuppen. Das Resataurant Eirini ist schon seit Jahren geschlossen, und das Restaurant Agistri, hatte im April noch geschlossen. Man denkt man ist irgendwo in Osteuropa am Ende der Welt.

    Der zweite Hafenort ist Korfos, und ist ein Spiegelbild von Oia und Fira auf Santorini. Unten die Bucht mit Anleger, ein paar Häuser und Bootsschuppen und Tavernen. Ein Treppenweg führt ins Oberdorf. Auch im April kommen  täglich Touristen, darunter viele aus den Asiatischen Ländern mit Ausflugsbooten von Santorini zur Mittagszeit in Korfos an. Ist wohl doch zu langweilig auf Dauer auf Santorini und man ist über jede Abwechslung dankbar.

    Korfos mit seinen 8 Tavernen ist die Haupteinahmequelle der Thirasioten. 5 Tavernen hatten im April schon auf. Nach und nach trudeln die Ausflugsboote ein und spucken die Tagestouristen von Santorini aus. Ruckzuck ist eine dreistellige Zahl an Menschen in Korfos und es wird laut und hektisch. Das große Restaurant Captain John ist der Platzhirsch unten den Tavernen. Es gab eine lange Schlange zum Bestellen und bezahlen. Hat mich an die langen Schlangen in der Mensa in Hamburg erinnert. Das Essen sah überall total lecker aus, meistens Oktopus–und Fleischspieße.

    Total absurd ist der Souvenirshop zwischen den ganzen Tavernen, als ob es auf Santorini keine Souvenirshops gibt. Neben dem üblichen Schnickschnack gibt es Postkarten von Santorini, keine einzige von Thirasia.

    Es wurde Zeit Korfos zu verlassen und den schweißtreibenden gepflasterten schönen Steinweg nach Manolas anzutreten. Wem der Aufstieg zu anstrengend ist, kann für 5€ mit einem Muli den Weg in das Oberdorf zurücklegen. Auf den letzten Treppenstufen thront wie auf einem Adlerhorst mit dem passenden Name Panorama ein Restaurant. Eine Handvoll der Tagestouristen hat es bis zum Restaurant Panorama geschafft.

    Manolas der Hauptort der Insel hat im Winter um die 200 Einwohner, im Sommer 400-500. Dann kommen die Schüler aus Piräus wieder nach Hause.

    Wenn man auf ein Bett und eine Dusche nicht verzichten möchte, bleiben einem nur die Zacharo Rooms. Das Hotel Cavo Mare steht schon seit über 10 Jahren leer und verfällt immer mehr.

    Jimmy ist auf der Kykladeninsel Syros geboren. Jimmy (der eigentlich Dimitros heißt) und seine Frau lebten und arbeiten lange in den USA und betreiben nun die einzige Unterkunft auf der gesamten Insel, die Zacharo Rooms. Die Zimmer sind einfach und haben WiFi. 30€ pro Nacht kostet ein kleines Zimmer. Ruhe hat seinen Preis. Einige Zimmer sind an die Lehrer der Insel vermietet.

    Manolas ist ein schöner Ort, viele alte bewohnte und unbewohnte, oft zerfallene Häuser. Fast alle Gebäude ob Wohnhaus, Stall, Kirche mit einem Tonnengewölbe. Selbst die kleinsten Gebäude auf den Feldern hatte ein Tonnengewölbe. Es geht total beschaulich in den Gassen von Manolas zu. Wo die 200 Einwohner gewesen sein sollen, ist mir schleierhaft. Mir ist im Ort niemand über den Weg gelaufen. Nur ein paar alte schwarz gekleidete Witwen huschten mal kurz um die Häuser. Trubel und Hektik scheinen in Manolas Fremdwörter zu sein. Der Ort strahlt absolute Ruhe, Schönheit und Einsamkeit aus. Santorini, Athen sind weit weg.

    Außer dem schon erwähnten Restaurant Panorama gibt es noch die Taverne Diferent. Auch die hatte abends geöffnet, und hatte die Funktion eines Kafenio. Hier saßen die Einheimischen, der Mulitreiber und die Jugend. Die Jugend schaute sich das Derby Real gegen Atletico an.

    Es gibt einen Bäcker, der aber nur Brot hat, einen Mini Markt, einen Obst/Gemüse-Laden und einen Bankautomaten.

    Der Ort Potamos liegt ein wenig Meter unterhalb von Manolas. Hat vier Kirchen, wahrscheinlich hat jede Familie ihre eigene Kirche. Es gibt einen Mini Markt. Der Ort ist aber eher uninteressant.

    Land und Leute

    Haupterwerbszweige sind der Wein-und Gemüseanbau und das Geschäft mit den Tagestouristen von Santorini.

    Was auch sehr angenehm ist, es gibt keine Polizei auf der Insel. Das sehen wohl auch die Thirasioten so, 99% der Autos auf der Insel fahren ohne Nummernschilder. Schön wenn eine Gesellschaft ohne die Ordnungsmacht auskommt.

    Strände gibt es nicht wirklich auf der Insel. Östlich von Riva ist ein längerer Sandstrand. An der Westküste gibt es ein paar Zugänge zum Meer. Dort liegen aber Medizinball große Steine und angeschwemmter Müll. Zum Baden fährt man nicht nach Thirasia.

    Dafür entschädigt ein die unberührte Natur, es herrscht eine wunderbare Ruhe. Nichts unnatürliche stört das Auge, nur einige kleine weiße Kirchen sind zu sehen. Man kann wunderbar kreuz und quer durch die schöne leicht hügelige und baumlose Landschaft laufen. Es gibt keine Zäune und Mauern die stören. Nur die wenigen Weinfelder sind eingezäunt, wegen den Kaninchen. Außer zwei Hirten die schon wie ihre Vorfahren mit ihren Tieren durch die Landschaft zogen, hatte ich die Natur für mich.

    Schöne Ziele sind das Kloster Kimisi Theotokou in 200 m Höhe an der Südostspitze, die Kirche Agios Charalambos und das verlassene Dorf Kera.

    Thirasia ist eine kleine ursprüngliche und ruhige Kykladen-Insel und eignet sich ideal für einen Aufenthalt um den hektischen Alltag in Europa für ein paar Tage zu entfliehen. Auf Thirasia ist die Zeit stehen geblieben…

    Ta Leme, kv

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