Die Kapelle Agios Pnevmatos im Hafen von Malia
Am Hafen von Malia auf Kreta steht eine Kapelle, die Agios Pnevmatos geweiht ist. In Google Maps steht dort auf deutsch nur „Kirche“. Darunter steht der griechische Name Εκκλησάκι Αγίου Πνεύματος Μαλίων. Ich habe am 7. Juni die Änderung bei Google vorgeschlagen. Den Vorschlag hat Google nicht akzeptiert. Also wird der Bau dort weiterhin als Kirche benannt, auch wenn es eine Kapelle ist.
Über Agios Pnevmatos in Malia
Den griechischen Namen Εκκλησάκι Αγίου Πνεύματος Μαλίων (Ekkleisaki Agiou Pnvmatos Malion) möchte ich mit Kapelle Agios Pnevmatos von Malia übersetzen.

Ähnlich den Feldkapellen in landwirtschaftlichen Gegenden haben Kapellen an Häfen eine wichtige Funktion. Wer hier arbeitet, hat nicht die Zeit, in die nächst gelegene Siedlung mit großer Kirche zu laufen. Aber die täglichen religiösen Pflichten brauchen ein geweihtes Gebäude. Dafür hat man dann solche Kapellen gebaut. Ob sich hier vor langer Zeit schon ein Fischereihafen befunden hat oder nicht eher Felder der Bauern von Malia, habe ich nicht herausfinden können.
Was sich hinter Agios Pnevmatos verbirgt, ist kein Geheimnis: Der Heilige Geist. Der ist für Christen neben Gott Vater und dem Sohn Jesus Christus eine der drei Wirkungsweisen der göttlichen Dreieinigkeit.
Zunächst einmal möchte ich etwas über die Kapelle berichten. Ich war im Mai 2026 dort.
Wenn Du mit dem Auto zum Hafen kommst, siehst Du auf der linken Seite einen Bogen. Davor kannst Du parken und durch ihn zur Kapelle gehen. Das ist der schönere Zugang, denn Du gehst durch einen kleinen Hain.
Die Kapelle ist auch ein Gedenkort
Oder Du fährst hinter der Kapelle nach links und parkst am beeindruckenden Olivenbaum, der hier steht. Dann gehst Du über den Platz zur Kapelle.

Die Kapelle selbst ist verschlossen. Ich vermute, dass man dazu wegen Diebstahls, Vandalismus oder anderer unangemessener Verhaltensweisen gezwungen war. Geöffnet ist sie, wenn man hier das Fest des Heiligen Geistes feiert.
Hinter der Kapelle ist ein kleiner Hain. Durch diesen führt ein gepflasterter Weg, der die Kapelle mit dem Hafen verbindet.
Rings um die Kapelle ist ein großer gepflasterter Platz. Von der dem Meer zugewandten Seite aus gibt es zwei Zugänge. Über einem spannt sich ein Torbogen. Der andere Zugang, den Ihr auf dem ersten Bild zu diesem Beitrag seht, ist offen. Daneben steht eine griechische Fahne.
Die Kapelle selbst kann man nicht betreten. Aber es lohnt sich, an sie heranzugehen. Unter der Glocke ist eine Inschrift angebracht. Die lautet:
ΔΑΠΑΝΗ ΣΥΓΓΕΝΩΝ ΚΑΙ ΦΙΛΩΝ
Εις μνήμην Κων / νου Ι. Πατελή.
Den ersten Satz möchte ich mit gestiftet / finanziert durch Verwandte und Freunde übersetzen. Den zweiten Satz mit Zum Gedenken an Konstantinos I. Patelis.
Dazu steht das Datum 15. Juli 2008 geschrieben. Das Datum markiert eventuell seinen Todestag oder die Fertigstellung der zu seinem Gedenken finanzierten Arbeiten an der Kapelle. Wer Konstantinos I. Patelis war, kann ich leider nicht sagen. Auf jeden Fall war er ein Mensch, der anderen etwas bedeutet hat. Ansonsten hätte man zu seinen Ehren keine Arbeiten an der Kapelle durchgeführt.
Weitere Bilder der Kapelle
Ich habe weitere Bilder der Kapelle gemacht, die ich für sich wirken lassen möchte.



Wenn Du ohnehin in Malia bist, lohnt es sich die Kapelle Agios Pnevmatos zu besuchen. Es ist ein schöner Ort.
Ekklesaki
Eine kurze Anmerkung noch zum griechischen Wort für Kapelle. Im Deutschen kann man Εκκλησάκι (Ekklesaki) als kleine Kirche oder Kirchlein verstehen. Da dieses Gotteshaus keinen eigenen Pfarrer hat, ist es in unserer Sprache eine Kapelle.
Der Heilige Geist
Der Heilige Geist ist neben dem Vater (Gott) und dem Sohn (Jesus Christus) eine der Wirkungsweisen der göttlichen Dreieinigkeit.

(auf einer Ikone in der Panagia-Kirche, Mochos)
Vom Geist Gottes ist bereits im Alten Testament die Rede. Am bekanntesten dürfte diese Passage aus der Schöpfungsgeschichte sein: Gottes Geist schwebte über dem Wasser.1
Im griechischen Origial des Neuen Testaments wird der Heilige Geist mehr als einhundermal erwähnt. Dort heißte er Pnevma Hagion (πνεῦμα ἅγιον).
Dass die Werke der Dreieinigkeit nach außen hin unteilbar sind, ist Konsens der orthodoxen, katholischen und protestantischen Theologie.
Eine echte Streitfrage war zum Anfang des Christentums, woher der Heilige Geist kommt. Das Zweite Ökumenische Konzil hat dies im Jahr 381 in Nizäa klären wollen. Der Heilige Geist ist „wesensgleich mit dem Vater und dem Sohn“ und geht allein vom Vater aus. Bis heute akzeptiert die Orthodoxe Kirche die Emanation ausschließlich vom Vater.
Der Beschluss des Konzils wurde in der Ostkirche auf Griechisch und in der (katholischen) Westkirche auf Latein verbreitet. Im lateinischen Text gab es den Zusatz Filioque – und aus dem Sohn. Entsprechend lehrt die katholische Kirche, dass der Heilige Geist nicht nur vom Vater, sondern auch vom Sohn ausgehe. Dem hat die protestantische Theologie sich angeschlossen.
Dieser Unterschied ist bis heute ein bedeutender Streitpunkt zwischen orthodoxen und westkirchlichen Theologen.
Die Darstellung des Heiligen Geistes als Taube kommt auch nicht von ungefähr. Die Bibel berichtet über die Taufe Jesu im Jordan. Dabei öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam „wie eine Taube“ auf ihn herunter. Also symbolisiert die Taube in der christlichen Ikonographie den Heiligen Geist.
Zum Thema Dreifaltigkeit habe ich einen sehr guten Beitrag auf domradio.de gelesen. Mit dem Hinweis darauf möchte ich diesen Beitrag abschließen.
Die Feier des Heiligen Geistes
Das Fest des Heiligen Geistes ist Pfingstmontag, ein bewegliches Fest. Es wird immer sieben Wochen nach Ostern gefeiert. Dann feiern die Christen das Pfingstwunder. In Griechenland wie auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist dieser Tag ist ein Feiertag.
Er wird auch an der Kirche Agios Pnevmatos in Malia gefeiert.

Tatsächlich wird tou Agiou Pnevmatos aber am Pfingstmontag gefeiert.
Der Pfingstsonntag heißt in Griechenland Pentikostí.