Das Kloster der Panagia Kalamiotissa auf Anafi
Einer der schönsten Orte auf Anafi ist das Kloster der Panagia Kalamiotissa. Es liegt im Süden der Insel am Berg Kalamos. Von der Chora aus gelangst Du gut zu Fuß dorthin.
Anafi und das Kloster der Panagia Kalamiotissa
Das der Panagia Kalamiotissa geweihte Koster (Παλαιά Ιερά Μονή Παναγίας Καλαμιωτίσσης) liegt in der Nähe des Gipfels des Berges Kalamos. Der Klosterbau befindet sich auf etwa 460 Metern Höhe. Der Kalamos ist nach Gibraltar die größte Felsformationen im Mittelmeerraum.

Leider sind heute nur noch Teile der früheren Klosteranlage erhalten. Ein Juwel ist die kleine Kirche.
Die Gründung des Klosters wird meist in das Mittelalter datiert. Damals soll hier eine Ikone der Jungfrau Maria entdeckt worden sein, die einer Legende zufolge zwischen Schilfrohren gefunden wurde.
Der Beiname der hier verehrten Panagia soll sich vom griechischen Wort kalami (καλάμι) ableiten, was soviel wie Schilf oder Schilfrohr bedeutet. Ich persönlich habe da meine Zweifel. Denn ich wüsste nicht, wo auf Anafi Schilf wachsen sollte. Meiner Meinung nach leitet der Beiname der hier verkehrten Jungfrau Maria sich wohl eher vom Berg Kalamos ab, der unmittelbar über dem Kloster aufragt.
Das Kloster liegt auf der Insel sehr abgeschieden. Das hatte praktische Gründe. Wie viele andere Kloster in der Ägäis auch haben die Mönche eine möglichst unzugängliche Lage bevorzugt. Denn im Mittelalter gab es in diesem Teil des Mittelmeers viele Piraten. Und deren Überfälle waren gefürchtet. Klöster versprachen reiche Beute, und eine schwer zugängliche Lage bot den Mönchen den besten Schutz.
Ein weiterer Vorteil war, dass sie hier ihr selbst gewähltes Leben abseits der Siedlungen auf der Insel führen konnten.
Eine Kirche in fantastischer Lage
Die Lage ist aus einem weiteren Grund fantastisch. Von hier aus kann man weite Teile von Anafi überblicken. Auch hast Du wohl die beste Sicht auf die drei Christiana-Inseln, die Du von einer anderen Insel aus haben kannst.

Schließlich ist auch das südliche Ägäische Meer von hier aus sehr gut zu übersehen. Das war früher wichtig. Denn die Mönche konnten frühzeitig sehen, wenn von See her eine Bedrohung nach Anafi kam und die anderen Einwohner der Insel warnen.
Seit wann genau die Klosteranlage nicht mehr bewohnt ist, habe ich nicht herausfinden können. Wahrscheinlich wurde sie gegen Ende der Osmanischen Herrschaft über die Region aufgegeben. Ganz sicher wohnten hier noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts Mönche. Ob die das Kloster dann oder zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlassen haben, konnte ich nicht herausfinden.
Die Kirche des Klosters ist super in Schuss und wird auch noch genutzt. Allerdings ist sie nur für bestimmte religiöse Anlässe geöffnet. Das wichtigste Fest ist der 8. September. Christen feiern an diesem Tag die Geburt von Maria, der Mutter Jesu. Pilger von den umliegenden Inseln und natürlich auch aus Anafi kommen zu diesem Anlass hierher.
Man kann sagen, dass dies hier auf jeden Fall noch eine Kirche in fantastischer Lage ist. Selbst wenn das Gotteshaus nicht geöffnet ist, spürst Du die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt.
So kommst Du zum Kloster
Von der Chora der Insel gibt es einen markierten Wanderweg zum Berg Kalamos. Katharina Roller beschreibt den Weg zum Kloster in ihrem Blog Nissomanie. Mach es einfach so, wie sie es schreibt.
Die Anlage selbst ist rund um die Uhr frei zugänglich. Öffnungs- und Schließzeiten gibt es nicht. Vor Corona war die Kirche im von Mitte Juli bis Anfang September jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 14 Uhr offen. Ob das jetzt noch so ist, habe ich nicht herausfinden können. Falls Du auf der Insel bist, erkundige Dich bitte. Ein Blick in die Kirche lohnt sich meiner Meinung nach.
Bitte denke daran, Dir Wasser mitzunehmen und festes Schuhwerk zu tragen. Ansonsten bekommst Du Probleme, die Du nicht haben möchtest. Und nimm Deinen Müll von hier bitte wieder mit.
Auch wenn die Kirche selbst meist nicht geöffnet ist, handelt es sich beim Kloster um eine religiöse Anlage. Bitte bedenke das und verhalte Dich entsprechend respektvoll.
Die Panagia im Hellas Blog
Als Panagia (Παναγία) bezeichnen Griechen Maria, die Muttergottes. Das Wort kann auf Deutsch mit „die Allerheiligste“ oder „die Allheilige“ übersetzt werden. Ohne die Jungfrau Maria hätte es Jesus nicht gegeben. Sie ist für die Christen deshalb eine der wichtigsten religiösen Figuren. Ab und zu schreibe ich im Blog Beiträge über Stätten, die ihr geweiht sind. Vielleicht einmal auch über Maria selbst.
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