Die Skulpturen des Parthenon sind Teil des griechischen Kulturerbes
Das Zwischenstaatliche Komitee der UNESCO hat aus seiner 25. Sitzung offiziell anerkannt, dass die im British Museum befindlichen Parthenon Skulpturen integraler Bestandteil des Kulturerbes Griechenlands sind. Darüber berichtet Protothema.
Die Elgin Marbles
Ich möchte erst einmal darauf zu sprechen kommen, was ein Zwischenstaatliches Komitee bei der UNESCO überhaupt ist.

Es handelt sich um ein von den Mitgliedsstaaten gewähltes Gremium. Es überwacht die Umsetzung spezifischer UNESCO-Konventionen, berät über internationale Richtlinien und entscheidet maßgeblich über neue Einträge in die UNESCO-Listen.
Aufgabe dieses zwischenstaatlichen Komitees ist die Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern. Seine 25. Sitzung fand vom 20. bis 22. Mai 2026 statt.
Unter anderem ging es dort auch um die Parthenon-Skulpturen, die Lord Elgin einst entfernt und nach Großbritannien verbracht hat. Heute sind sie im British Museum.
Griechenland begründet sein Rückgabeverlangen schon immer damit, dass die Skulpturen des Parthenon schon immer ein Bestandteil des nationales Kulturerbes seien. Deshalb müssten sie zurück gegeben werden.
Der Firman: Britanniens Hauptargument
Großbritannien berief sich immer auch darauf, dass die Hohe Pforte für Lord Elgin einen Firman ausgestellt habe, der ihm Inbesitznahme und Verbringung nach England erlaubt hat. Bemerkenswert ist, dass die Türkei – Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs – offiziell die Position vertritt, dass es einen solchen Firman nie gab.
In der Tat gilt das Original dieses Dokuments als verschwunden. Es gibt eine italienische Übersetzung. Man weiß aber nicht mit absoluter Sicherheit, ob sie inhaltlich dem Original entspricht. Das britische Argument mit den weitreichenden Befugnissen aus dem Firman bestätigt die italienische Übersetzung aber gerade nicht.
Griechenland sieht die Skulpturen des Parthenon als Teil seines Kulturerbes
Gefühlt „schon immer“ war Griechenland bemüht, international seine Position zu den Parthenon Skulpturen deutlich zu machen.

Es möchte die von Lord Elgin nach Großbritannien verschafften Kunstwerke in Athen sehen.
Im Oktober letzten Jahres erst forderte der griechische Präsident die Rückgabe der Skulpturen an Athen. Das habe ich aber eher als wohlfeile PR Aktion des ansonsten eher unscheinbaren Staatsoberhaupts empfunden.
Möglichkeiten für die Rückgabe der Elgin Marbles in 2025 wurden nicht genutzt. Ich sehe aber, dass der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis dieses Ziel geschickter verfolgt als alle seine Vorgänger.
Im Jahr 2022 startete Mitsotakis eine Initiative, für die er sogar den Vorsitzenden der Treuhänder des Britischen Museum hat gewinnen können. Es ging nicht um eine formale Rückübertragung des Eigentums und ihre vollständige Rückkehr nach Athen. Vielmehr sollte regelmäßig ein Teil der Kunstschätze in Athen gezeigt werden, die Eigentumsfrage blieb aber offen.
Das passte nicht mit den griechischen Maximalforderungen zusammen, die auf eine vollständige und bedingungslose Rückgabe des Parthenon Frieses an Athen hinauslaufen. Also scheiterte diese Idee im Laufe des Jahres 2023.
Immerhin wurde kein diplomatisches Porzellan zerschlagen. George Osbourne äußerte sich im letzten Jahr positiv für das Thema. Die Schwierigkeit ist, einen Weg zu finden, der sowohl für die britische als auch die griechische Seite funktioniert.
Die Entscheidung des Zwischenstaatlichen Komitees der UNESO hat keine unmittelbare rechtliche Wirkung. Es ist ein politisches Signal, mehr nicht. Dass die im British Museum befindlichen Skulpturen des Parthenon ein Teil des griechischen Kulturerbes sind, ist politisch auf internationaler Eben bestätigt worden. Mehr ist da aber nicht passiert.
