Die Portara ist das Symbol für Naxos
Für Naxos ist die Portara das Symbol schlechthin. Als Anfang August 2025 ein Tourist mit einem antiken Stein für ein Foto posierte, war das ein Schlag in die Magengrube für viele Menschen auf der Insel.
Die jüngere Geschichte machte die Portara für Naxos zum Symbol
Die Kykladeninsel Naxos verbindet seit Jahrhunderten Geschichte, Tradition und Moderne. Besonders in der Neuzeit haben die Bewohner viele Umbrüche erlebt: von der osmanischen Herrschaft über den Zweiten Weltkrieg bis hin zum heutigen Tourismus.

(Foto: Thomas Wilde)
Während all dieser Umbrüche war die Portara für die Menschen auf Naxos das Symbol für etwas Ewiges. Egal was draußen auf der Welt passierte – die Portara war immer da. Und das ist sie bis heute.
Die Portara ist das Marmortor des nie vollendeten Apollon-Tempels. Möchtest Du mehr darüber wissen? Dann lies bitte den Blogartikel über die Portara.
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war Naxos Teil des Osmanischen Reichs. Spuren der einstigen Herrschaft Venedigs gab es noch. Auch erinnerte der orthodoxe Glaube die Menschen an das untergegangene oströmische Reich.
Die Portara war das Symbol für die Menschen von Naxos, dass sie Griechen waren. Sie erinnerte an die alte und große Geschichte ihrer Insel und ihrer Nation.
Die Portara als Symbol des Wohlstands?
Mit dem griechischen Unabhängigkeitskampf begann für die Insel ein neues Kapitel. Naxos wurde Teil des jungen griechischen Staates.

(Foto: Thomas Wilde)
Im 19. Jahrhundert gewann der Abbau von Emery-Stein große Bedeutung, der als Schmirgel zur Schärfung von Klingen und langwirtschaftlichen Geräten genutzt werden konnte. Auch der industrielle Abbau von Marmor stärkte die Wirtschaft. Fischerei, Landwirtschaft, Wein und Olivenanbau waren für viele Familie die Lebensgrundlage.
Mit der Freiheit Griechenlands setzte für Naxos eine Phase des Wohlstands ein. 1922 steigt die Bevölkerung durch Flüchtlinge aus Kleinasien, die hier eine neue Heimat finde.
Doch dunkle Wolken zogen über Naxos auf: Der Zweite Weltkrieg brachte sehr harte Jahre.
1941 bis 1943 besetzen italienische Truppen die Kykladen, so auch Naxos. Für die Einheimischen verschlechterte sich die Versorgung.
Nach Mussolinis Sturz übernahmen deutsche Truppen das Kommando. Die Repressionen wurden härter. Sie beschlagnahmten Lebensmittel, was die Situation für die Menschen (nicht nur) auf Naxos verschärfte.
Auch auf Naxos gab es Widerstand, der die Alliierten unterstützte. 1944 zogen die Deutschen ab. Auf Naxos hinterließen sie Armut und Hunger.
Dann brach der griechische Bürgerkrieg aus. Auf Naxos gab es keine Kämpfe. Aber die politische Spaltung des Landes war auch hier zu spüren.
Gab es eine Zukunft auf der Insel? Misstrauen und wirtschaftliche Unsicherheit führten dazu, dass viele junge Menschen auswanderten. Athen war ein beliebtes Ziel im Land. Aber auch nach Australien oder in die USA wanderten viele Menschen von Naxos aus.
War die Portara in Zeiten der Besatzung ein Symbol für ein freies und griechisches Naxos, war sie für die Auswanderer manchmal das letzte, was sie von ihrer Heimat sahen.
Die Portara – Symbol der Insel in schweren Zeiten
Die Portara von Naxos war für die Menschen in Krisenjahren mehr als ein antikes Monument. Während Besatzung und Bürgerkrieg sahen die Naxioten in ihr ein Zeichen der Hoffnung und Beständigkeit. Seit Jahrtausenden trotzt die Portara den Stürmen der Ägäis – ein Sinnbild dafür, dass auch die Insel jede Krise überstehen kann.
Die Portara als Herzstück des Tourismus
Ab den 1970er Jahren nahm der Tourismus seinen Aufschwung. Ich selbst habe Naxos 1990 besucht und wenn sich mir etwas eingeprägt hat, dann war es die Portara. Heute ist sie ein Aushängeschild für den Tourismus auf Naxos.
Die Portara ist auf der Insel wohl das am meisten fotografierte Motiv. Besonders bei Sonnenuntergang strömen die Besucher hierher. Wer auf Naxos wirtschaftlich auf Touristen setzt – Hotels, Restaurants und Reiseanbieter – nutzt die Portara als Symbol, um das eigene Geschäft anzukurbeln. So geht es auch.
Für mich ist die Portara ein Tor zur Geschichte. Für die Naxioten ist die das Zeichen ihrer Identität.
So kommst Du zur Portara
Die Portara liegt auf einer kleinen Insel namens Palatia, direkt gegenüber vom Hafen von Naxos-Stadt (Chora). Sie ist leicht über einen Damm erreichbar.
Die Portara ist DER Fotospot auf Naxos. Das wissen aber praktisch alle Touristen, entsprechend voll kann es werden.
Als beste Besucherzeit gilt der Sonnenuntergang. Das stimmt, weil hier wunderbare Fotomotive möglich sind. Allerdings ist es bei der Portara dann auch wirklich voll. Wenn Du sehr früh am Morgen hierher kommst, bist Du meist ungestört.
Funde unter Wasser zu beiden Seiten des Damms
Was sehr spannend ist: Zu beiden Seiten des Damms hat man im Wasser Reste von Gebäuden gefunden. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, dann lies den Blogbeitrag zur versunkenen Stadt vor Naxos.
