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Seilbahn gestoppt: Monemvasia bekommt einen Aufzug

An der Burg von Monemvasia wird jetzt doch ein Aufzug gebaut. Die Installation einer Seilbahn wird rückgängig gemacht. So berichtet es das Portal Lakonikos.gr am 8. Mai. Wir erinnern uns: Eigentlich sollte eine Seilbahn gebaut werden.

Jetzt baut man einen Aufzug für Monemvasia

Das Kulturministerium hat durchgegriffen: Ein Aufzug muss gebaut werden, das ist für Monemvasia jetzt entschieden.

Bauarbeiten an der Straße zur Burg
Bauarbeiten an der Straße zur Burg

War es der Umgang mit den archäologischen Funden, der das Fass zum Überlaufen brachte? Ich weiß es nicht. Aber in der politischen Debatte hat sich was getan.

Am 9. Mai berichtet Lakonikos.gr, dass Ministerin Lina Mendoni offiziell Stellung bezogen hat. Auf sie ist wohl die Entscheidung zurückzuführen, dass jetzt ein Aufzug zu bauen ist.

Inzwischen kamen die kritischen Fragen nicht mehr nur von Kyriakos Velopoulos. Auch Nagia Grigorakou (PASOK) und Haris Mamoulakis (SYRIZA) wollten es genau wissen.

Lina Mendoni betonte die Notwendigkeit eines barrierefreien Zugangs zur Oberstadt der Burg. Die Belange des Denkmalschutzes und der natürlichen Umgebung der Burgstadt sollten natürlich auch gewahrt sein. Auch soll eine schnellere Anfahrt als bisher für Notfälle gewährleistet sein.

Interessanterweise spielte jetzt auf einmal auch die Stabilität der Hänge eine Rolle. Hierzu gibt es Studien, denen zufolge sie gesichert sein soll.

Vor Ort gibt es viel Skepsis. Für Gemeinde und Anwohner sind die historische Authentizität und die Ästhetik der Burg wichtig. Das sind die Faktoren, die Touristen anlocken.

Der Umgang mit archäologischen Funden

Bei den Bauarbeiten haben die Arbeiter Überreste eines vermutlich aus der Antike stammenden Gebäudes gefunden.

Sind das die bei den Bauarbeiten entdeckten antiken Gebäudereste?
Sind das die bei den Bauarbeiten entdeckten antiken Gebäudereste?

Das Problem: Sie waren bei den Bauarbeiten im Weg.

Normalerweise müssten Bauarbeiten gestoppt und Archäologen herangezogen werden. Die untersuchen den Fund. Ihr Wort hat Gewicht, wenn es um den weiteren Fortgang der Arbeiten geht.

Vielerorts sind Bauherren von solchen Funden betroffen. Das ist hart für viele, weil es meist zu schmerzlichen finanziellen Verlusten führt.

Trotzdem halten die meisten Bauherren sich an die Regeln. Natürlich hat das mit den empfindlichen Strafen zu tun, die bei Missachtung drohen. Aber viele Griechen sind auch stolz auf ihr nationales Erbe. Das ist auch ein Aspekt.

Und hier sind wir bei dem Punkt, über den sich viele in Monemvasia aufregen. Die Bauarbeiten gingen weiter, die archäologischen Funde nahmen Schaden. Das ist auf dem zweiten Bild zu diesem Beitrag gut zu sehen.

Ursache und Wirkung

Soweit ich die Angelegenheit verstehe, hat diese Barbarei das Fass wohl zum Überlaufen gebracht. Wegen ihr ist letzten Endes das Projekt Seilbahn zu Fall gekommen.

Das ist aber nur die Wirkung.

Was war die Ursache? Warum musste es die Seilbahn sein? Wer profitiert? Leider habe ich das bisher nicht herausfinden können. Ich kann nur hoffen, dass gute Journalisten dieser Story eines Tages auf die Spur kommen.

Hinweise zu den Bildern

Auch diese Fotos stammen von einer Leserin des Hellas Blog. Sie möchte namentlich nicht erwähnt werden, zumal sie in der Region wohnt. Mit ihrem Einverständnis erkläre ich die in diesem Beitrag verwendeten Bilder für Public Domain. Sie ist extra für den Hellas Blog noch einmal zur Baustelle gefahren, um sie aufzunehmen. Das ist nicht selbstverständlich. Und ich bedanke mich dafür wirklich sehr.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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