Brandüberwachung aus dem Weltall
Seit diesem Jahr betreibt Griechenland aus dem Weltall heraus ein neues System zur Brandüberwachung.
Satelliten im Weltall helfen bei der Brandüberwachung
Kürzlich ist eine Falcon 9 Rakete von SpaceX von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ins All gestartet. Mit dabei waren in Griechenland entwickelte Satelliten.

(Bild generiert von KI)
Darüber berichtete Kathimerini Anfang Mai. Damit ist Griechenland jetzt in den Kreis der Nationen eingetreten, die aktiv Raumfahrt betreiben. Und das aus einem sehr guten Grund.
In München sitzt das Unternehmen OroraTech. Das hat den Auftrag bekommen, für Griechenland Satelliten zu entwickeln. Die sollen Waldbrände schneller erkennen können, als es mit den bisherigen Überwachungstechnologien möglich ist.
Herausgekommen ist das Hellenic Fire System. Das besteht aus vier speziell ausgestatteten Satelliten, die von einer Bodenstation in Griechenland aus kontrolliert werden.
Das System liefert kontinuierliche Informationen über Waldbrände im gesamten griechischen Staatsgebiet. Es kann Hotspots von nur 4 Quadratmetern Größe erkennen. Die Informationen gehen direkt an die griechischen Notfallstrukturen, insbesondere an die Feuerwehren vor Ort.
Die können schneller reagieren, als es bisher möglich ist. Einsatzkräfte können frühzeitig mobilisiert werden. Und Menschen, Umwelt, Wohngebäude und alle Infrastruktur ist besser vor Waldbränden zu schützen als je zuvor.
Die vier Satelliten sind mit hochmodernen Infrarotkameras ausgestattet. Die ermöglichen fast schon eine Echtzeiterkennung von Bränden. Mit einer Latenzzeit von nur wenigen Minuten erfahren die Notfallstrukturen in Griechenland, wenn irgendwo ein Brand mit einer Fläche von mehr als vier Quadratmetern ausgebrochen ist.
Das schließt kritische Lücken. Die Waldbrände der letzten Jahre galten im Vergleich zu früheren Zeiten als besonders schwer. Griechenland ist dabei nicht nur durch die Größe von Brandereignissen besonders gefordert, sondern auch durch die hohe Zahl an Waldbränden.
Das Problem ist der Klimawandel. Die sommerlichen Durchschnittstemperaturen liegen heute höher als noch vor 20 Jahren. Und es fällt weniger Regen als früher. Die Trockenheit begünstigt das Entstehen von Waldbränden.
Die Satelliten messen die Temperaturen
Deshalb beobachten die Satelliten nicht nur ausbrechende Feuer. Sie liefern auch hochgenaue Informationen über die Temperaturen der Meeres- und Binnengewässer, verschiedenen Landnutzungskategorien bis hin zu stark bebauten Regionen wie Städten. Die Verantwortlichen können mit Hilfe dieser Daten kritische Klimaparameter systematisch überwachen. Sie messen im Ergebnis die Temperaturen. So erkennen sie, wenn ein Feuer ausbricht.
Das hilft, um durch den Klimawandel entstehenden Handlungsbedarf zu erkennen. Aber der unmittelbarste Nutzen dieser Technik liegt meiner Meinung nach wirklich in der Brandüberwachung, die aus dem Weltall die bisherigen Überwachungsmethoden ergänzt.
Durch die vollständige Abdeckung des Landes, die kontinuierliche Überwachung und die schnelle Erkennung neuer Brände schließt Griechenland eine kritische Lücke. Vermutlich wird der Belastungstest in der anstehenden Waldbrandsaison kommen.
Raumfahrt im Hellas Blog
Griechenland ist eine große und alte Seefahrernation. Aber Sprung ins Weltall spielte bisher keine große Rolle. Das Thema habe ich im April erstmals aufgegriffen, als es um den Mondflug mit Artemis II ging.
