Im Liebieghaus sind Tiere sind auch nur Menschen
Anfang Mai war ich im Liebieghaus und habe mir die Sonderausstellung „Tiere sind auch nur Menschen“ angesehen. Dies ist ein Bericht über das, was ich dort gesehen habe.
Die Sonderausstellung
Im Liebieghaus sind Skulpturen aus allen Epochen zu sehen. Es geht los von Ägypten über das antike Griechenland und Rom, das Mittelalter bis in die Neuzeit. Lest meinen Blogbeitrag über das Liebieghaus, wenn Ihr mehr wissen möchtet.

Der Künstler, von dem die Figuren der Sonderausstellung sind, heißt August Gaul. Er lebte von 1869 bis 1921. Sein Vater war Steinmetz. Gaul hatte eine fundierte Ausbildung. Er war Medailleur, Ziseleur und Steinmetz.
1890 passierte ihm ein Glücksfall. Er gewann eine Dauerfreikarte für den Berliner Zoologischen Garten.
Dort fing er an, die Tiere zu studieren. Er fertigte Skizzen an, übte und entwickelte sein Talent. 1894 nahm er ein Studium an der Berliner Kunstakademie auf. Hier war Paul Meyerheim sein Lehrer, der ein Faible für die Darstellung von Tieren hatte.
Und 1895 nahm Reinhold Begas ihn als Meisterschüler an. Die Akademie verlieh ihm für ein Relief einen Preis. Vom Preisgeld konnte er 1897/1898 einen Studienaufenthalt in Italien finanzieren.
August Gaul hat es geschafft
1900 fand in Paris die Weltausstellung statt. Dort konnte Gaul seine Skulptur von den zwei Römischen Ziegen zeigen. Ich denke, damit war Gaul als Künstler etabliert. Er hatte es geschafft.

Seine Stärke blieben die Tiere. Die meisten, die er künstlerisch verarbeitet hat, hatte August Gaul wohl nur im Zoo gesehen.
Gaul tastete sich langsam an die Tiere heran. Erst skizzierte er sie. Mit kleineren Figuren näherte er sich an sie an.
Gauls Ziel war grundsätzlich die lebensgroße Darstellung der Tiere. Von diesen Arbeiten sind einige im Liebieghaus zu sehen.
Gerade in den Säälen mit den antiken Skulpturen kann man das sehr gut sehen. Und das macht für mich ein Stück weit den Reiz dieser Sonderausstellung aus.
Alte Skulpturen stehen Arbeiten von August Gaul gegenüber
Im Liebieghaus sind primär Skulpturen zu sehen aus einer Zeitspanne zwischen altem Ägypten und früher Neuzeit.

Die alten Arbeiten der verschiedensten Künstler sind eigentlich der Kern dessen, was im Liebieghaus zu sehen ist.
Die Macher der Sonderausstellung setzen die Arbeiten von Gaul mit den vorhandenen Skulpturen in eine Beziehung.
Das gelingt teilweise auf sehr faszinierende Weise. Das sieht man an der Büste des Orang-Utangs „Jumbo“, der in der ägyptischen Sammlung einträchtig neben Kaiser Marc Aurel ausgestellt ist.
Am beeindruckendsten fand ich einen lebensgroßen Orang-Utang, der in der Abteilung mit christlicher Kunst der Neuzeit zu sehen ist.
Arbeiten in allen Größen
Die meisten Arbeiten, die von Gaul im Liebieghaus zu sehen sind, sind nicht lebensgroß.

Ich habe viele der Arbeiten fotografiert. Aber sie alle hier zu zeigen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Auch würde das möglicherweise die Neugier auf die Sonderausstellung beeinträchtigen. Das möchte ich nicht.
Der Besuch lohnt sich. Das Konzept, alte und moderne Werke in Beziehung zueinander zu setzen, ist nicht neu. Und ganz modern sind die Arbeiten von Gaul bekanntlich auch nicht (mehr). Das aber macht den besonderen Reiz dieser Sonderausstellung aus.
Das Konzept ist toll umgesetzt. Affe und Kaiser, eine Eule auf dem Haupt der Athena oder der große Orang-Utang in der frühen Neuzeit.
Was soll ich sagen?
Geht hin. Seht Euch die Sonderausstellung an. Sie läuft noch bis zum 11. Oktober.
Tiere sind auch nur Menschen im Liebieghaus
Die Sonderausstellung läuft noch bis zum 11. Oktober 2026. Ihr habt also noch etwas Zeit, sie zu besuchen.

Dies sind die wichtigsten Informationen für Deinen Besuch im Liebieghaus:
- Adresse: Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt am Main
Der Eingang befindet sich auf der dem Main zugewandten Seite des Grundstücks. - Homepage: liebieghaus.de
- Kontakt: Kontaktformular im Internet, E-Mail: info@liebieghaus.de oder Telefon 069 / 605098-200
- Eintrittspreise:
- Dienstag bis Freitag: 10 Euro (ermäßigt 8 Euro, Familien 18 Euro)
- Samstag, Sonntag: 12 Euro (ermäßigt 10 Euro, Familien 18 Euro)
- Kinder unter 12 Jahre kostenfrei, auch Mitglieder von Städlverein oder Städlclub erhalten freien Eintritt ins Museum.
Das Liebieghaus ist barrierefrei zugänglich. Es lohnt sich auch unabhängig von der Sonderausstellung, es zu besuchen.
Beiträge zum Liebieghaus
Ich mag das Liebieghaus in Frankfurt. Deshalb habe ich nicht nur einen Blogbeitrag darüber geschrieben, auch schreibe ich immer wieder mal Beiträge zu ihm oder in ihm ausgestellten Stücken.
Im Liebieghaus sind Tiere sind auch nur Menschen
Bemalter Abguss der Winckelmann Artemis
Der Kopf des Hermes Ludovisi
Meine Beiträge Im Hellas Blog zum Liebieghaus kennzeichne ich mit dem entsprechenden Tag. Klicke auf den Link, um Dir alle Beiträge anzeigen zu lassen.
