Samos

Die Insel liegt unmittelbar vor dem türkischen Festland. Es ist an der nächst gelegenen Stelle nur 1700 m von der Insel entfernt. Sie war bis ins 20. Jahrhundert ein Bestandteil des osmanischen Reiches. Bis heute gibt es auch wegen dieser Insel Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei.

Nach dem Ende des Griechischen Freiheitskampfes wurde Samos der Anschluss an den neu entstandenen griechischen Staat verwehrt. Das Londoner Protokoll (22.03.1929) legte fest, dass Samos ein eigenständiges Fürstentum ist, das der Hohen Pforte unterstellt und tributpflichtig war. 1912 – im ersten Balkankrieg – wurde der letzte Fürst vertrieben, was erst den Anschluss an Griechenland ermöglichte.

Die Insel Samos kam dann 1913 offiziell zu Griechenland. Nach 1922 siedelten sich hier viele griechische Flüchtlinge aus Kleinasien an.

Im zweiten Weltkrieg war Samos umkämpft. Zunächst haben italienische Truppen die Insel besetzt, im September 1943 setzten sich hier britische Streitkräfte fest. Im November 1943 nahm ein Strafbataillon der Wehrmacht die Insel ein. Bis zur Kapitulation der Deutschen im Mai 1945 hielt die Wehrmacht die Insel besetzt.

Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 nahm die Insel 3000 Menschen auf, deren Unterbringung nicht unproblematisch war. Am 30.10.2020 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7 die Insel und richtete große Zerstörungen an.

Orte auf Samos

Im Rahmen dieser Seite kann ich nicht auf all die vielen Orte eingehen, die Samos prägen. Aber zu den meiner Meinung nach wichtigsten Siedlungen möchte ich gerne etwas schreiben.

Ambelos (Άμπελος)

An der südwestlichen Spitze von Samos liegt Ampelos. Das altgriechische Wort Ἄμπελος bedeutet auf Deutsch ‚Weinstock.‘

Karlovasi (Καρλόβασι)

Die Hafenstadt liegt im Norden der Insel. Offiziell heißt sie Neo Karlovasi, das Neo wird aber kaum mitgesprochen. Karlovasi ist nach Samos die zweitgrößte Stadt der Insel. 2011 sind hier 6708 Einwohner gezählt worden.

Kokkari (Κοκκάρι)

Kokkari auf Samos
Kokkari auf Samos
Foto von Birgit Bauer

Kokkari ist im 19. Jahrhundert gegründet worden. Die Häuser wurden auf den Ruinen älterer, verlassener Bauten errichtet. Bei der Volkszählung 2011 sind 1060 Einwohner festgestellt worden.

Während früher Fischerei und Landwirtschaft am wichtigsten waren, ist das heute der Tourismus.

Daneben gibt es ein Ölkraftwerk, das für die Beschäftigung in der Region wichtig ist.

Mehr über den Ort erfahrt Ihr aus dem Artikel über Kokkari, den ich im Blog veröffentlicht habe.

Marathokambos (Μαραθόκαμπος)

Der Ort ist geprägt von dicht aneinander gebauten Häusern, Gassen mit Treppe, Torbögen und kleine Plätzchen. Die Straßen sind sehr eng. 2011 hat man 1069 Einwohner gezählt.

Platanos (Πλάτανος)

Platanos wurde erstmals 1632 in einer Urkunde erwähnt. Gegründet wurde er von Siedlern, die von Euböa kamen. Bei der Volkszählung in 2011 hat man 396 Einwohner festgestellt. Der Ort liegt im Westen von Samos auf einer Höhe von 520 m.

Pythagorio (Πυθαγόρειο)

An der Stelle des heutigen Ortes gab es bereits in der Antike eine Siedlung. Dabei handelte es sich um die antike Stadt Samos.

Büste des Pythagoras in Pythagorio auf Samos
Büste des Pythagoras in Pythagorio auf Samos

Das antike Samos war schon lange aufgegeben und verfallen, als die Menschen in der Mitte des 19. Jahrhunderts damit begannen, auf den Ruinen neue Häuser zu bauen.

Der neue Ort hieß Tigani (Τηγάνι). 1955 hat man den Ort zu Ehren von Pythagoras umbenannt. Seit dem heißt er Pythagorio.

Inklusive der umliegenden Orte sind bei der Volkszählung 2011 insgesamt 1500 Einwohner festgestellt worden.

Samos (Stadt) und Vathy (Βαθύ)

Zusammen mit Vathy bildet die Stadt Samos ein fast geschlossenes Siedlungsgebiet. Sie ist Zentrum und Hauptstadt der Insel. Die Entstehung der heutigen Stadt Samos ist eng mit der Geschichte Vathys verbunden. Die Gegend wurde früher auch Gialos (Γιαλός, „Küste“) genannt und war nur der Hafen Vathys. Hier ließen sich Händler von den Ionischen Inseln nieder, was zu einem Aufschwung der Siedlung führte.

Vathy ist vermutlich im Laufe des 16. Jahrhunderts entstanden. Im 17. Jahrhundert gründeten Flüchtlinge vom Peloponnes die Stadt auf den Ruinen einer älteren Siedlung. Das war im Bereich des heutigen Ortsteils Moraitochori (Μωραϊτοχώρι). Auch Siedler von Chios und Händler von den Ionischen Inseln ließen sich hier nieder. Ersteres ist durch den Namen des Ortsteils Chiotika (Χιώτικα) noch heute zu sehen.

Vathy bildet heute zusammen mit der Stadt Samos ein geschlossenes Siedlungsgebiet und hat 1888 Einwohner. Der Ort konnte sich seinen traditionellen Charakter mit enger Bebauung, kleinen Gassen und alten Kirchen weitgehend bewahren. Leider passen einige öffentliche Bauten aus jüngerer Zeit nicht in das Stadtbild und wirken wie ein Fremdkörper.

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