FestlandGeschichte

Volos 1910 und 2023

Heute nehme ich Euch mit nach Volos (Βόλος) in Mittelgriechenland. Die Hafenstadt liegt in der Region Thessalien am Pagasitischen Golf. Sie hat in etwa 86.000 Einwohner.

Der Hafen von Volos 2023 - Foto von Monika Hochscheid
Der Hafen von Volos 2023 – Foto von Monika Hochscheid

Volos ist eine sehr alte Stadt. Man vermutet, dass der Ort in der Antike Iolkos (Ἰωλκός) hieß. Von hier brachen Iason und die Argonauten auf, um das Goldene Fließ zu finden.

Heute ist Volos ein moderner Ort und bedeutender Hafen. Er spielt für Waren, Touristen und die Erreichbarkeit viele Inseln der Sporaden eine große Rolle.

Der Ort bietet viele Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören das Archäologische Museum, das Folklore-Museum, das Tsipouradika-Viertel mit vielen Tavernen und Bars oder Kirchen wie Agios Konstantinos.

Insgesamt ist Volos im Jahr 2023 eine faszinierende Stadt in Griechenland, die sowohl historisches Erbe als auch moderne Annehmlichkeiten bietet und Besucher mit ihrer reichen Kultur und natürlichen Schönheit beeindruckt.

Volos 1910

Im Jahr 1910 war Volos noch viel kleiner, viel beschaulicher als heute. Sie hatte damals etwas 12.000 Einwohner. Aus diesem Jahr habe ich ein Foto, das ebenfalls den Hafen vom Meer aus zeigt.

Der Hafen von Volos um 1910 - Foto von Shirley Clifford Atchley
Der Hafen von Volos um 1910 – Foto von Shirley Clifford Atchley

Volos war eine Stadt, die sich rasant entwickelte. Hier lebten neben Griechen auch Türken, Juden und Angehörige anderer Minderheiten. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse waren vor allem Getreide und Oliven, auch spielte der Fischfang eine große Rolle.

Auf den ersten Blick sieht man, dass die Gebäude viel kleiner sind. Auch gibt es die großen Kreuzfahrtschiffe noch nicht. Man sieht einige Segler und motorisierte Boote.

In dieser Zeit begann Volos eine Industrialisierung zu erleben. Es wurden erste Fabriken und Industrieanlagen errichtet, darunter Textilfabriken, Ölmühlen und andere Betriebe, die Nahrungsmittel verarbeiteten. Dies trug zum wirtschaftlichen Aufschwung und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei. Die Folge war ein großer Zustrom von Menschen. Nach dem zweiten Weltkrieg lebten schon über 20.000 Einwohner in der Stadt.

Interessant finde ich den Fotografen des Bildes. Sein Name ist Shirley Clifford Atchley.

Shirley Clifford Atchley

Atchley ist am 14. Januar 1871 in Bristol zur Welt gekommen. Er war Botaniker und vor allem Diplomat. Für Großbritannien war er als Übersetzer im Rang eines Ersten Sekretärs in der Britischen Gesandtschaft in Athen tätig. Er erforschte die Flora von Attika, über die er auch veröffentlichte. Weiter schrieb er ein Buch über Lord Byron.

Am 20. Juni 1936 starb Atchley in Griechenland. Er versuchte, den Kyllini (Κυλλήνη όρος) auf der nördlichen Peloponnes zu besteigen. Er galt als erfahrener Bergsteiger. Auf diesem Aufstieg überanstrengte er sich, bekam Herzprobleme und starb an diesen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

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