Geschichte

Der Denker von Karditsa

Im Archäologischen Nationalmuseum in Athen gibt es eine bedeutende Sammlung von Artefakten aus der Jungsteinzeit. Ein bemerkenswertes Objekt stelle ich Euch heute vor.

Der Denker von Karditsa
Der Denker von Karditsa

Bei Karditsa in Thessalien ist ein Idol aus Ton gefunden worden, die aus dem Ende der Jungsteinzeit stammt. Der Zeitpunkt ihrer Entstehung wird auf den Zeitraum zwischen 4500 bis 3300 vor Christus geschätzt.

Die Figur hat die Archäologen ein wenig an den Denker von Auguste Rodin erinnert. Daher stammt der Name Denker von Karditsa.

Dieser Denker ist das größte bekannte Artefakt aus der Jungsteinzeit in Griechenland, das die Merkmale einer vollständig ausgearbeiteten Skulptur trägt.

Im Detail wirkt die Figur, was die handwerkliche Ausarbeitung angeht, sehr einfach, grob gearbeitet oder unbeholfen. Dennoch vermittelt sie einen ganz bestimmten, klar definierten Eindruck. Ein Mann mit viel Haltung sieht nach oben. Das phallische Element des Artefakts ist gebrochen und nicht mehr vorhanden. Insgesamt wirkt die Figur auf mich dennoch erhaben. Es mag sich um die Gottheit einer bäuerlichen Gesellschaft handeln, die für Fruchtbarkeit wichtig war. Das Archäologische Nationalmuseum meint, dass er Teil eines echten Fruchtbarkeitskults gewesen sei. Letzten Endes ist der kultische Hintergrund dieses Idols aber nicht geklärt.

Die Figur findet Ihr im Archäologischen Nationalmuseum gleich in der vorderen Sammlung prähistorischer Artefakte. Sie hat die Inventarnummer 5894.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

3 Gedanken zu „Der Denker von Karditsa

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