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Olympieion

Glaubst Du, mit der Akropolis hast Du schon alle wichtigen antiken Sehenswürdigkeiten Athens gesehen? Da liegst du falsch. Das Olympieion (Ολυμπιείο) ist ein Muss! Man nennt es auch den Tempel des Olympischen Zeus.

Das Olympieion in Athen
Das Olympieion in Athen

Einst zählte dieser Tempel zu den größten in ganz Griechenland.

Er war DER Zeus-Tempel in der Welt der antiken Griechen. Beim Anblick seiner Überreste wird Dir schnell klar sein wieso.

Auch wenn der Tempel aktuell (Ende 2022/Anfang 2023) mit Baugerüsten versehen ist, lohnt es sich vorbei zu schauen.

Das Olympieion gehört definitiv zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten in Athen.

Wie komme ich zum Olympieion?

Das Olympieion steht unterhalb der Akropolis in Athen. Es ist etwa 500 m Luftlinie vom Burgberg der Stadt entfernt.

Fahre mit der Metro zur Station Akropolis. Dann läufst Du durch das Hadrianstor am Gelände des Tempels vorbei. Etwas weiter hinten, an der Kopfseite des Geländes, ist der Eingangsbereich. Der Fußweg dauert etwa 10 Minuten.

Du kommst hier auch gut mit dem hop on and hop off Bus her.

Wie kommen Kreuzfahrt-Touristen zum Olympieion?

Die Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt legen in Piräus an. Es ist sehr einfach, von dort zum Olympieion zu kommen. Dort nimmst Du die Linie M1 und fährst bis zum Omonia-Platz. Die Fahrt dauert etwa 18 Minuten. Dann steigst Du um in die Metro-Linie M2. Bis zur Station Akropoli dauert die Fahrt etwa 4 Minuten.

Was kostet der Eintritt?

Für Kinder unter 5 Jahren, EU-Bürger unter 25 Jahren sowie Besucher mit einer Behinderung ist der Eintritt ins das Olymieion frei.

Der Eintritt kostet momentan 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Besser ist aber, wenn Du das Kombiticket kaufst, mit dem Du auch in die anderen antiken Sehenswürdigkeiten von Athen kommst. Du bekommst es am Ticketschalter vor dem Eingang.

Es verschiedene City-Pässe, die u.a. den Eintritt in das Olympieion beinhalten. Die werden in der Regel über Anbieter im Internet vertrieben. Eine Empfehlung dazu kann ich Dir nicht geben, da ich diese City-Pässe bislang noch nicht ausprobiert habe.

Zu welchen Zeiten kann ich das Olympieion besuchen?

Die Öffnungszeiten hängen von der Jahreszeit ab.

  • Mai bis September: 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr
  • Oktober bis April: 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Das Tempelgelände ist an diesen Tagen geschlossen:

  • 1. Januar
  • 25. März
  • 1. Mai
  • 25. und 26. Dezember

Ansonsten ist es an jedem Tag geöffnet.

Was muss ich über das Olympieion wissen?

Man nennt das Olympieion auch den Tempel des Olympischen Zeus (Ναός του Ολυμπίου Διός). Er war einer der größten Tempel im antiken Griechenland.

Was steht noch vom Tempel des Olympischen Zeus?

Säulen des Olympieion
Säulen des Olympieion

Heute sieht man nur noch einige Säulen. Um nachvollziehen zu können, worum es geht, gehen wir weit zurück in die Geschichte.

Dieser Tempel des olympischen Zeus geht auf das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, wurde aber erst unter dem römischen Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert nach Christus vollendet. Das Olympieion befindet sich rund 500 m östlich der Akropolis.

Die ältesten ausgegrabenen Baureste an dieser Stelle stammen vermutlich von einem Tempel aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr., der wahrscheinlich unter der Tyrannis des Peisistratos erbaut wurde.

Die Baugeschichte des Olympieion

digitale Rekonstruktion des Olympieion
Quelle: el.wikipedia.org

Seine Söhne Hippias und Hipparchos ließen an dessen Stelle in Athen einen riesenhaften Tempel errichten. Als Vorbild diente vermutlich der kurz vorher begonnene Dipteroi in Ionien. Unterhalb der Akropolis wollten sie den Bürgern von Athen zeigen, wer sie waren. Das ging am besten durch einen gigantischen Tempel.

Nach dem Sturz der Tyrannis blieb der Bau unfertig. Die vorbereiteten Säulentrommeln wurden größtenteils für den Bau der Mauer des Themistokles verwendet. Weiteres Baumaterial wurde wahrscheinlich zum Bau des Vorgängerbaus des Parthenon auf der Akropolis herangezogen.

Dass man Material aus einem Heiligtum entfernte, ist ungewöhnlich und legt nahe, dass der noch ungeweihte Bau eher als Denkmal der Tyrannenherrschaft aufgefasst wurde und nicht als Eigentum des Gottes Zeus. Ein Versuch in spätklassischer Zeit, zumindest den Naxos (den eigentlichen Tempel) zu vollenden, blieb ebenfalls in den ersten Anfängen stecken.

Erst im Hellenismus beauftragte 174 v. Chr. der mächtige und äußerst ambitionierte Seleukidenkönig Antiochos IV den römischen Architekten Decimus Cossutius damit, einen Tempel auf dem alten Fundament zu errichten.

Nach dem Tod des Königs 164 v. Chr. blieb der bereits weit gediehene Bau abermals unvollendet liegen.

Nachdem Sulla 86 v. Chr. Athen erobert hatte, ließ er zwei Säulen des Olympieions nach Rom bringen und im Tempel des Jupiter Capitolinus verbauen. Während der Regierungszeit des Augustus wurde ein Versuch unternommen, den Tempel fertigzustellen und dem Genius Augusti zu weihen (Sueton, Augustus 60).

Vollendung des Tempels unter Kaiser Hadrian

Doch erst unter Kaiser Hadrian, einem Bewunderer der griechischen Kultur, wurde das Olympieion um 131/132 nach Christus nach dem unveränderten Plan des Cossutius endgültig vollendet und geweiht.

Am Eingangsbereich des Tempels waren vier Statuen des Kaisers Hadrian aufgestellt, dem seine Vollendung letzten Endes zu verdanken war. Und im Inneren des Olympieion befand sich eine große Zeus-Statue. Der antike Reisende Pausanias besuchte das Olympieion kurz nach seiner Fertigstellung und berichtete: Hadrian, Kaiser der Römer, weihte den Tempel und die Statue, die sehenswert ist und größer ist als alle anderen, mit Ausnahme des Kolosses der Rhodier und Römer. Es ist aus Elfenbein und Gold gefertigt und für seine Größe mit großer Kunst gearbeitet.

Zerstörung und Ausgrabung des Olympieion

Wann und wie genau das Olympieion zerstört wurde, ist unbekannt, wahrscheinlich jedoch durch ein Erdbeben im Mittelalter. Danach wurden die Ruinen als Steinbruch benutzt. Das Material ist zu Kalk gebrannt worden und deshalb leider verloren.

Mit archäologischen Ausgrabungen wurde 1889 begonnen. Ob sie wirklich abgeschlossen sind, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Im Randbereich des Tempelgeländes gibt es noch andere kleine Gebäude aus der Antike.

Wie wird das Tempelgelände heute genutzt?

Das Tempelgelände ist heute ein archäologischer Freiluftpark. Vereinzelt finden noch Ausgrabungen statt. Aber im wesentlichen sind Touristen und Parkwächter hier unter sich.

Zu Beginn der 2000er Jahre gab es zwei Ausnahmen, von denen ich Euch berichten möchte. Am 28. Juni 2001 organisierte der weltberühmte griechische Musiker und Komponist Vangelis eine Musikaufführung auf dem Tempelgelände. Sie war Teil einer NASA-Mission zum Mars, aufgeführt wurde die Chorsymphonie Mythodia. Aufgetreten sind mit Jessye Norman und Kathleen Battle zwei echte Weltstars. Von dem Konzert gibt es einen Mitschnitt auf YouTube. Die Aufführung ist sehr beeindruckend und macht deutlich, wie viel Potential das Tempelgelände auch für unsere heutige Kultur hat.

Erwähnen möchte ich noch, dass am 21. Januar 2007 im Tempel eine Zeremonie zu Ehren von Zeus abgehalten wurde. Organisiert wurde diese Zeremonie von griechischen Polytheisten. Die Anhänger der alten Götter wollten ihren Glauben an mehreren antiken Stätten praktizieren. Darüber berichtete die Zeitung Ekathimerini im April 2006. Schließlich hat man dieser Gruppe die Durchführung einer Zeremonie auf dem Gelände des Zeus-Tempels erlaubt. Ich vermute, dass man ihnen das aus Gründen der Religionsfreiheit nicht grundsätzlich verwehren wollte. Und auf diesem Tempelgelände konnte am wenigsten Schaden angerichtet werden. Soweit ich weiß, ist die religiöse Zeremonie im Januar 2007 ganz komplikationslos verlaufen. Danach fand so etwas aber nicht mehr auf dem Tempelgelände des Olympischen Zeus statt.

Wie spricht man das Wort „Olympieion“ aus?

Zur „richtigen“ Aussprache des Tempelnamens habe ich schon viele Meinungen gehört. Im Deutschen nennen wir den Tempel Olympieion, im Griechischen Ολυμπιείο.

Direkten Umschrift und tatsächliche Aussprache der griechischen Worte

Wenn Du Ολυμπιείο wörtlich transkribierst, dann kommt Olympieio dabei heraus. Wenn Du dieses Wort in deutscher Aussprache benutzt, während Du in Athen einen Griechen nach dem Weg fragst, wird der Dich nicht verstehen. Denn die Buchstaben im Neugriechischen spricht man zum Teil anders aus als im Altgriechischen, in dem der Name des Tempels entstanden ist. Und wir Deutschen haben griechische Namen und Bezeichnungen zu einem guten Teil aus dem Altgriechischen übernommen.

Den Buchstaben υ (y) spricht man als i aus. Und μπ (mp) spricht man im heutigen Griechisch als b aus. Weiter ist ιεί (iei) ist ein langer I-Laut. Denn sowohl das ι (i) als auch das εί (ei) spricht man im Neugriechischen jeweils als i aus. Zwei I-Laute hintereinander geben ein langgezogenes I.

Möchtest Du von dem Tempel so sprechen, dass Dich ein Grieche auch versteht, dann solltest Du das Wort in etwa wie Olimbiio klingen.

Es ist aus diesem Grund im Deutschen gut vertretbar, den Namen des Tempels als Olimbiio auszusprechen. Nur läufst Du dann Gefahr, dass viele Deutsche nicht wissen, was gemeint ist. Denn bei uns klingt das Wort doch anders.

In der deutschen Schreibweise ist das griechische Ολυμπιείο wörtlich übertragen, nur dass wir noch ein n ans Wortende hängen. Das ist dem Umstand geschuldet, dass das Wort der altgriechischen O-Deklination im Neutrum zuzuordnen ist, in der das Wortende im Nominativ Singular ein -ν (n) hat. Und weil wir gerne an der wörtlichen Schreibweise kleben, sprechen wir den Namen eben Olymp-i-ei-on aus. Ich kenne aber auch Leute, denen das ei am Ende zu umständlich ist, und die sich an der Neugriechischen Aussprache orientieren. Also Olympion. Ich denke, dass beides vertretbar ist.

Video zum Olympieion im Kanal des Hellas Blog

Ich habe im YouTube Kanal des Hellas Blog ein kleines Video über das Olympieion hochgeladen. Mit diesem weise ich auf diesen Beitrag hin. Im Video habe ich mich für die Aussprache Olymp-i-ei-on entschieden. Das liegt daran, dass ich am Ende die Domain vorlese, mit der dieser Beitrag aufgerufen wird. Damit auch Leute, die nicht sehen können, den Link dann korrekt in den Browser eingeben, habe ich mich für die Aussprache aller Buchstaben im Wort Olympieion entschieden. Im normalen Sprachgebrauch sage ich auch Olympion. Ich denke, dass beides vertretbar ist.

Video über das Olympieion auf dem YouTube Kanal des Hellas Blog ()2023)

Rolands Meinung zum Olympieion

Ich bin vom Tempel des Olympischen Zeus wirklich sehr begeistert. Wenn Du in Athen bist, dann musst Du da unbedingt hin. Im Grunde genommen ist es ein großes Feld, auf dem einige Säulen stehen. Nur eine Ecke der äußeren Tempelsäulen ist noch erhalten. Das reicht aber, um beeindruckt zu sein.

Heute strömen Menschen aus aller Welt nach Athen. Sie schauen sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Die Säulen des Olympieion gehören zu den markantesten Überbleibseln aus der Antike in Athen.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

4 Gedanken zu „Olympieion

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