Athen

Das Grab des unbekannten Soldaten

Unterhalb des Parlamentsgebäudes am Syntagma Platz ist der Ort, an dem Griechenland seiner gefallenen Soldaten gedenkt.

Das Grab des unbekannten Soldaten in Athen
Grab des unbekannten Soldaten

Der griechische Staat hat diese Gedenkort 1923 errichtet. Das zentrale Relief hat der Bildhauer Fokion Rok gemacht. Man hat es 1932 enthüllt.

Besonders auffällig ist die Figur des gefallenen Soldaten, die an der Wand als Relief zu sehen ist. Er hält einen kreisförmigen Schild. Auf dem Kopf trägt er einen antiken Helm. Das Gesicht des Kriegers ist gedreht. So entsteht der Eindruck, dass er noch am Leben ist und sich nur ausruht.

Auf beiden Seiten der Figur stehen Zitate aus der „Gefallenenrede des Perikles.“ Ringsum sind die Namen der Orte in den Stein gemeißelt, an denen die griechische Armee in den Balkankriegen bis in die Nachkriegszeit gekämpft hat. .

Evzonen am Grab des unbekannten Soldaten
Evzonen am Grab des unbekannten Soldaten

Eine besondere Formation stellt die Ehrenwache. Gemeinhin nennt man diese Soldaten Evzonen. Εύζωνες bedeutet „Wohlgegürtete“ und ist in dem Sinne zu verstehen, dass es sich um leichtbewaffnete Soldaten handelt. Eigentlich werden nur die Angehörigen der königlich-griechischen Leibgarde als Evzonen bezeichnet. Seit dem Ende der Monarchie ist der neue Name Präsidialgarde. Die Griechen sind hier aber sehr traditionell und nennen diese Soldaten weiterhin Evzonen. Bei den Evzonen handelt es sich um ein Eliteregiment der griechischen Armee. Sie werden zu Wach- und Repräsentationszwecken eingesetzt.

Zu jeder Stunde findet ein Wachwechsel statt. An Sonn- und Feiertagen gibt es um 11 Uhr sogar eine große Wachablösung, die mit einer Parade der Evzonen und einer Militärkapelle zelebriert wird. In dieser Zeit wird der Verkehr vor dem Grabmal für etwa 10 Minuten gesperrt. Es lohnt sich wirklich, diesen besonderen Wachwechsel anzuschauen.

Ein Leser auf Facebook hat mich auf eine – wichtige – Kleinigkeit hingewiesen. Aus griechischer Sicht ist es nicht richtig, von einem „Grab“ des unbekannten Soldaten zu sprechen. Das Denkmal heißt Μνημείο του Αγνώστου Στρατιώτη, was genau genommen das „Denkmal des unbekannten Soldaten“ bedeutet. Da ich meinen Artikel in deutscher Sprache verfasst habe, verwende ich die hierzulande übliche Bezeichnung vom „Grab des unbekannten Soldaten“ in diesem Blogeintrag.

Roland Richter

geboren 1969 in Hannover, Jurist und Griechenland-Fan

4 Gedanken zu „Das Grab des unbekannten Soldaten

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